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Arzneimittelpreise

Nachhaltigkeit vor Populismus

Gestern hat Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Plne fr eine massive Erhhung des Zwangsrabattes auf patentgeschtzte Arzneimittel ffentlich gemacht, um kurzfristig die Arzneimittelausgaben um eine Milliarde Euro zu senken. Gleichzeitig wurden Plne aus dem Bundesgesundheitsministerium ffentlich, neben kurzfristigen Manahmen die Preisbildung im patentgeschtzten Markt radikal umzubauen.

"Die christlich-liberale Regierung betreibt eine Politik ohne Augenma: hektische Reaktionen unter dem Druck der Antipharmalobby statt nachhaltiger Reformen des Gesundheitssystems", reagiert Dr. Bernd Wegener, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, auf die ffentlich gewordenen Planungen.

"Wieder wird undifferenziert so getan, als seien alle Pharmaunternehmen fr die Finanzprobleme der GKV verantwortlich: dabei kommen bei den Arzneimittelherstellern nach Abzug von Mehrwertsteuer und Aufschlgen fr Grohandel und Apotheken gerade 11 % des GKV-Budgets an - angesichts der berragenden Bedeutung von Arzneimitteln fr die ffentliche Gesundheit kein hoher Prozentsatz. Sparen bei der Pharmaindustrie: das lsst sich gut verkaufen - ist aber populistisch und lst die Probleme nicht. Wir fordern nachhaltige strukturelle Reformen und haben dazu erst krzlich ein Konzept vorgelegt" so Wegener.

Das BPI-Konzept basiert auf Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Herstellern und sichert, dass innovative Arzneimittel die Patienten nach der Zulassung sofort erreichen, denn Verhandlungen ber Preise kosten Zeit, in der Patienten auf notwendige Arzneimittel warten mssten. Grundlage der Verhandlungen soll nach dem Vorschlag des BPI der Nutzen der Arzneimittel sein. "Wir sehen in den Plnen des Bundesgesundheitsministeriums Elemente unserer eigenen berlegungen. Entscheidend wird sein, wie diese Elemente umgesetzt werden. Im schlechtesten Fall entsteht noch mehr Brokratie und staatlicher Dirigismus, im besten Fall ein selbstregulierendes System, das eine Balance zwischen Arzneimittelausgaben und dringend bentigten Innovationen sicherstellt. Wir fordern mehr Markt- und weniger Planwirtschaft im Gesundheitswesen", kommentiert Wegener.

Soweit derzeit absehbar, scheinen fr den generischen Markt keine zustzlichen Belastungen geplant zu sein. "Wenigstens hier ist die Botschaft des BPI angekommen: im generischen Sektor gibt es keine Sparpotenziale - es sei denn, man spart sich die Arzneimittelherstellung in Deutschland. Lichtblicke gibt es trotz der von uns immer wieder thematisierten extremen Belastungen z. B. durch die Rabattvertrge keine: von deren Abschaffung und einer Reform des Festbetragssystems ist keine Rede - nachhaltige Politik im Gesundheitswesen am Standort Deutschland sieht anders aus" ergnzt Wegener.

zuletzt bearbeitet: 07.03.2010 nach oben

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