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Kinder mit Diabetes müssen weiterhin alle Insuline erhalten

diabetesDE ruft zum Protest auf

Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 mssen auch weiterhin kurz wirksame Insulinanaloga von den Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattet bekommen. Dafr setzen sich ihre Familien und rzte ein. diabetesDE untersttzt die Aktionen mit einer Petition im Deutschen Bundestag. Anlass ist ein Stellungnahmeverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). In diesem stellt er fest, dass es keinen Grund gibt, kurz wirksame Insulinanaloga auch weiterhin ber die GKV zu erstatten. Eine endgltige Stellungnahme des G-BA wird im Mai 2010 erwartet.

Rund 25.000 Kinder und Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr leben in Deutschland. "Mehr als die Hlfte davon nutzt auch kurz wirksame Insulinanaloga", sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE und Prsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. "Fallen die Insuline aus der Erstattung, mssen Eltern diese privat bezahlen oder die Kinder mssen von ihrem Diabetes-Team neu eingestellt werden." Die erste Alternative ist fr die meisten Familien nicht bezahlbar. Kinder auf eine neue Diabetes-Therapie einzustellen, ist hufig mit Komplikationen verbunden. Insbesondere Kinder mit einer Insulinpumpentherapie, bei der das Insulin auf Knopfdruck mehrfach tglich bedarfsgerecht abgegeben wird, nutzen kurzwirksame Insulinanaloga fr eine flexible, dem Kinderalltag angepasste Insulingabe.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) entschied bereits im Mai 2008, dass die Umstellung auf andere Insuline unzumutbar fr die erkrankten Kinder und ihre Familien sei. Es widersprach damit teilweise einem Beschluss des G-BA. Deshalb erhalten bisher Kinder und Jugendliche weiterhin alle Insuline. Der G-BA stellt nun in seinem Stellungnahmeverfahren fest, dass die Beanstandung des BMG unbegrndet sei und fordert, auch Kindern und Jugendlichen die kurz wirksamen Insulinanaloga nicht mehr zu erstatten, solange diese teurer als Humaninsulin sind.

Nach Meinung der Betroffenen und zahlreicher Diabetes-Experten zahlt sich die bisherige Therapievielfalt aus: In den letzten 15 Jahren habe sich der Stoffwechsel bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 messbar verbessert, betonte die Arbeitsgemeinschaft Pdiatrische Diabetologie (AGPD) zuletzt in einer Stellungnahme im Juli 2009: Der Anteil der kleinen Patienten, deren Blutzuckerwerte im angestrebten Normalbereich liegen, ist in diesem Zeitraum von 25 auf knapp 50 Prozent gestiegen. Dazu haben auch die kurz wirksamen Insulinanaloga beigetragen: Sie knnen zu hohe Blutzuckerwerte schnell korrigieren, zum Beispiel nach unvorhergesehenem Naschen oder auch nach einer Mahlzeit, wenn vor dem Essen unklar ist, wie viel ein Kind tatschlich essen mchte. Dies alles erlaubt ein altersgerechtes Heranwachsen der chronisch kranken Kinder.

diabetesDE setzt sich deshalb mit vielen weiteren Diabetes-Organisationen und -Verbnden dafr ein, dass die politischen Entscheidungstrger wieder die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes in den Vordergrund stellen. Ab sofort knnen Betroffene und Angehrige die Petition von diabetesDE im Deutschen Bundestag durch ihre Unterschrift im Internet: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10823 mit untersttzen. Am 19. Mai 2010 ist auerdem eine Demonstration in Berlin geplant.

zuletzt bearbeitet: 24.03.2010 nach oben

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