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Menschen mit Typ-2-Diabetes drohen gefährliche Unterzuckerungen

Lang wirksame Insulinanaloga sollen nicht mehr erstattet werden

Rund 500.000 Typ-2-Diabetiker sollen zuknftig aufgrund eines aktuellen Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) lang wirksame Insulinanaloga nicht mehr von den Krankenkassen erstattet bekommen, so lange diese teuerer sind als herkmmliche Verzgerungsinsuline. Die Ein- oder Umstellung auf diese Verzgerungsinsuline kann das Risiko fr lebensbedrohlichen Unterzuckerungen erhhen, befrchten diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG). Die Diabetes-Experten hoffen, dass die gesundheitspolitischen Entscheidungstrger Typ-2-Diabetiker vor solchen Risiken schtzen und den Beschluss nicht umsetzen.

Unterzuckerungen, die sogenannte Hypoglykmien, sind die mit Abstand am hufigsten auftretende akute Komplikation bei Diabetes mellitus. Auslser einer akuten Unterzuckerung knnen zu wenig Nahrung, Alkohol, falsch eingeschtzte krperliche Aktivitt oder eine berdosierung an Diabetes-Medikamenten sein. Langjhriger Diabetes, Alter und Nierenfunktionsstrungen erhhen das Risiko ebenfalls. Aber auch der Wirkungsverlauf herkmmlicher Verzgerungsinsuline selbst ist mit einer greren Unterzuckerungsgefahr verbunden. Gefhrlich sind Unterzuckerungen, weil sie Folgeschden verursachen oder sogar tdlich enden knnen. Experten gehen davon aus, dass mit mehr als 10.000 zustzlichen schweren Hypoglykmien im Jahr nach der Umstellung der Typ-2-Diabetiker auf ein solches Verzgerungsinsulin zu rechnen ist.

Studiendaten haben belegt, dass lang wirksame Insulinanaloga bei gleicher Wirksamkeit weniger hufig zu gefhrlichen Hypoglykmien fhren als herkmmliches Verzgerungsinsulin. Diese Therapieoption soll knftig eingeschrnkt werden. Eine aktuelle Entscheidung des G-BA sieht nur noch in Ausnahmefllen die Verschreibung bei Typ-2-Diabetes vor: bei allergischer Reaktion auf Humaninsulin oder bei einem hohen Risiko fr Unterzuckerungen trotz intensivierter Insulintherapie.

Fr rzte, die Typ-2-Diabetiker betreuen, ist dies keine praktikable Lsung. Sie mssen mit ihren Patienten gem des G-BA-Beschlusses erst das Risiko einer schweren und mglicherweise lebensgefhrlichen Hypoglykmie eingehen, um diese mit Hilfe der lang wirksamen Insulinanaloga zu verhindern. Denn ob auch erste Warnzeichen fr folgende schwere Hypoglykmien - wie leichte Unterzuckerungen oder starke Blutzuckerschwankungen - dazu berechtigen, ist nicht klar geregelt. Nur die Aussage des G-BA-Vorsitzenden Dr. Rainer Hess, dass eine Schdigung nicht abgewartet werden muss, schafft fr Betroffene und Behandler keine Sicherheit.

Eine Hypoglykmie ist immer ein bedrohliches Ereignis, das dauerhafte Schdigungen zur Folge haben kann. Bereits vor der Entscheidung des G-BA haben diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft auf diese Gefahr hingewiesen.

Mehr Informationen im Internet:

Stellungnahme von diabetesDE und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu lang wirksamen Insulinanaloga http://profi.diabetesde.org/stellungnahmen/langwirksame_insulianaloga/.

zuletzt bearbeitet: 21.04.2010 nach oben

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