Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2010 > 100802b

Vitamin-B1-Mangel und diabetische Folgeerkrankungen

Vitamin-B1-Verluste bei Diabetikern fördern Nerven- und Organschäden

Wenn sich bei Diabetikern Folgeerkrankungen entwickeln, wie Nervenstrungen, Nieren- und Augenschden, ist wahrscheinlich oftmals auch ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) mit im Spiel: Wie Wissenschaftler auf einem Symposium im Vorfeld der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Stuttgart berichteten, weisen Patienten mit Diabetes im Vergleich zu Gesunden eine um 75 % niedrigere Thiaminkonzentration im Blutplasma auf. Die Ursache des Thiaminproblems: Schon in einem sehr frhen Stadium der Erkrankung beeintrchtigt der erhhte Blutzucker die Nierenfunktion, wodurch das Vitamin in groen Mengen ber den Urin verloren geht.

Bei einem Thiaminmangel knnen sich aber vermehrt aggressive Zuckerabbauprodukte im Krper anreichern. Die zerstrerischen Auswirkungen des erhhten Blutzuckers auf Nerven und Blutgefe werden dadurch forciert.

Die Gesellschaft fr Biofaktoren e.V. (GfB) weist daher darauf hin, dass "der Ausgleich dieses Vitamindefizits neben einer guten Blutzuckereinstellung erheblich dazu beitrgt, diabetischen Folgeerkrankungen entgegen zu wirken."

ber die Nahrung allein scheint das kaum mglich zu sein: Um die Thiaminverluste zu kompensieren, msste ein Diabetiker nach Berechnungen der GfB etwa 5 mg Thiamin pro Tag zu sich nehmen. Das entspricht rund 3,6 kg Eiernudeln oder 7,1 kg Kartoffeln. Selbst die besonders thiaminreichen Lebensmittel wrden einen blichen Speiseplan sprengen, so etwa mit 750 g Schweinefleisch oder 1,3 kg Haferflocken.

"Entsprechende Nahrungsmittelmengen zu verzehren ist weder realistisch noch empfehlenswert", bewertet die GfB.

Um einen Thiaminmangel bei Diabetikern zu vermeiden und nerven- und gefschtzende Effekte zu erzielen, rt die Fachgesellschaft, die fettlsliche Thiaminvorstufe Benfotiamin zu ergnzen. "Benfotiamin wird vom Krper wesentlich besser aufgenommen als herkmmliches Thiamin", erklrt der Diabetologe Prof. Hilmar Stracke vom Universittsklinikum Gieen und Marburg. Das sei eine wichtige Voraussetzung dafr, dass Thiamin in den erforderlichen Mengen in den Zielgeweben ankommt und diese vor toxischen Zuckerabbauprodukten schtzt.

In der Behandlung diabetischer Nervenschden (Neuropathien) wird Benfotiamin bereits erfolgreich eingesetzt (Prparate mit dem Wirkstoff sind rezeptfrei in Apotheken erhltlich).

Weitere Infos: www.gf-biofaktoren.de.

zuletzt bearbeitet: 02.08.2010 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Professor Dr. Peter Bottermann

Prof. Peter Bottermann

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.