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Zivilisationskrankheiten wie Diabetes auf der Spur

Pressemitteilung: Universität Leipzig

LIFE-Projekt startet

Prof. Dr. Markus Löffler und Prof. Dr. Joachim Thiery In Leipzig startet ein weltweit einmaliges Forschungsprojekt mit 30.000 Teilnehmern. Zum ersten Mal erforscht das Leipziger Forschungszentrum fr Zivilisationserkrankungen LIFE an einem Standort das Zusammenspiel von genetischer Anlage, Stoffwechsel und individueller Lebensfhrung in groem Umfang.

Die knapp 40 Millionen Euro teure Bevlkerungs- und Patientenstudie soll wegweisende Erkenntnisse ber die Ursachen der wichtigsten Zivilisationserkrankungen hervorbringen und die biomedizinische Wirtschaftsregion Leipzig nachhaltig frdern. Als Resultat werden neue Diagnostik- und Therapieanstze erwartet. Ab Herbst 2010 untersucht ein Konsortium aus ber 100 rzten und Wissenschaftlern dafr mehr als 30.000 Leipziger. Im Zentrum: Geferkrankungen und Herzinfarkt, Diabetes mellitus, Adipositas, Depression, Demenz, Entzndungen der Bauchspeicheldse, Kopf- und Halstumore sowie Allergien und Stoffwechselstrungen.

LIFE-Projekt: Krankheitsfaktoren auf der Spur

"Es ist immer noch ein Geheimnis, warum einige Menschen trotz bekannter Risikofaktoren wie hohem Cholesterin und bergewicht lange gesund bleiben und sehr alt werden. Andererseits leiden immer mehr junge Menschen bereits an Lebensstilerkrankungen, ohne dass wir die Ursachen immer htten vorhersagen knnen", erklrt Professor Joachim Thiery, LIFE-Vorstand und Institutsdirektor der Labormedizin am Leipziger Universittsklinikum. "Deshalb fhren wir an einem Standort wissenschaftlich tausende von Untersuchungsergebnissen zusammen, die den Menschen in seiner Gesamtheit erkennen lassen - Gene und Organfunktion, Lebensweise und Umweltbedingungen", erlutert Thiery, der auch Dekan der Medizinischen Fakultt ist.

Das LIFE-Projekt wird bahnbrechende Einblicke geben in die molekularen Eigenschaften des Menschen im Wechselspiel mit der modernen Umwelt. Es ist das grte wissenschaftliche Vorhaben der Landesexzellenzinitiative des Freistaates Sachsen. Bei LIFE kommen neueste Spitzentechnologien der Bildgebung, Genom- und Laboranalytik zum Einsatz, die international fhrend sind. Zugleich werden bei allen Studien-Teilnehmern detaillierte Angaben zu Lebensstil und individuellen Lebensbedingungen erhoben.

Weltweit einzigartige Biobank

Weltweit einzigartig ist eine teilmechanisierte Biobank auf flssigem Stickstoff, in der ber eine Million Blut- und Zellproben fr sptere Analysen lagern werden. "Ein wertvoller Schatz fr die Zukunft der Leipziger Spitzenforschung, fr die kommende Wissenschaftlergeneration und die Therapien von Morgen" sagt Professor Daniel Teupser, der als Laborarzt und LIFE-Genetikprofessor die Biobank leitet.

Alle Proben und Erhebungen werden pseudonymisiert aufgenommen und in einer riesigen Datenbank mathematisch analysiert. "Dafr 'spenden' 17.000 Patienten des Universittsklinikums nach Aufklrung und Zustimmung ihre Untersuchungsbefunde, die wir mit den Analyseergebnissen von 15.000 Freiwilligen der Bevlkerung vergleichen - darunter ber 5.000 Kinder und Jugendliche, die durch den Direktor der Universittskinderklinik betreut werden", betont der dafr verantwortliche Medizinstatistiker Professor Markus Lffler, LIFE-Vorstand und Institutsdirektor der Epidemiologie und Medizinischen Informatik. "In Kooperation des Einwohnermeldeamtes der Stadt Leipzig bekommen Zehntausende Leipziger Post von uns mit der Bitte, am groen LIFE-Projekt teilzunehmen. Jeder Teilnehmer wird seine individuelle Gesundheitserhebung fr seinen Hausarzt mit nach Hause nehmen knnen."

Die Leipziger rzte und Forscher des LIFE-Zentrums planen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftsinstituten wie der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft sowie der Industrie, schon in den nchsten zwei bis drei Jahren erste medizinisch und wirtschaftlich verwertbare Ergebnisse vorzulegen. "Ich bin sicher: Hier in Leipzig erhalten wir fr mindestens eine oder zwei der groen Volkskrankheiten wegweisende und vllig neue Einsichten fr die Vorbeugung und fr eine gezieltere Therapie, als dies heute mglich ist", so Professor Thiery. Davon sind genauso die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Mittelgeber berzeugt: Die Europische Union (32 Millionen Euro EFRE-Mittel; 1,3 Millionen Euro ESF fr Nachwuchsforscher) sowie der Freistaat Sachsen (6 Millionen Euro).

Bildunterschrift: LIFE-Vorstand, Prof. Dr. Markus Lffler und Prof. Dr. Joachim Thiery (v.li.).
Bildquelle: Sebastian Spthe (Uni Leipzig)

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 08.09.2010 nach oben

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