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Krankheitslast durch Bluthochdruck und Diabetes in ländlichen Regionen schlechter als anderswo

Pressemitteilung: Hochschule Neubrandenburg

Landgesundheitsstudie belegt Negativtendenzen

Prof. Dr. Thomas Elkeles Die Einwohner im Alter ab 18 Jahren in 14 lndlichen Gemeinden mit 28 Orten und Ortsteilen im Nordosten Deutschlands haben zum erfolgreichen Abschluss einer einzigartigen Landgesundheitsstudie beigetragen. In den Jahren 1973, 1996 und 2008 haben sie Fragebgen ausgefllt, sich fr Interviews zu ihrem persnlichen Gesundheitsverhalten und ihren Lebensbedingungen in ihrem Ort bereit erklrt und Beobachtungen ermglicht.

Im Zeitraum von Mai 2008 bis Januar 2009 kam mehr als ein Drittel der Leute in den Gemeinden der Bitte des Forscherteams nach, die 40 Seiten des Fragebogens auszufllen. "Das war nur in engem Kontakt zu den Brgermeistern mglich. Gemeinsam mit Helfern aus den Gemeinden haben uns alle die Tren geffnet und mit uns gesprochen.", erinnert sich Projektmitarbeiterin Christine Nebelung.

"Unser Forschungsprojekt ging nun am 30. September zu Ende, aber es gibt noch genug Arbeit", so Prof. Thomas Elkeles vom Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg. Grund sind die vielen Informationen und die Breite der Thematik, die Anregungen und Anstze fr neue Problemfelder, die im Abschlussbericht fr diese Studie stecken. Den Bericht legt Prof. Elkeles gemeinsam mit seinem Mitarbeiterteam dem Geldgeber, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), vor. Sie haben bemerkenswerte Ergebnisse zusammengefasst, Erkenntnisse hervorgehoben und mit Zahlen, Fakten und Vergleichsdaten hinterlegt und mit den Erhebungen der letzten 35 Jahre verglichen.

"Im interregionalen Vergleich schneidet unsere Untersuchungsregion in der aktuellen Untersuchung beim subjektiven Gesundheitszustand, bei Adipositas sowie der Krankheitslast durch Bluthochdruck und Diabetes mellitus deutlich schlechter ab", so heit es unter anderem, "obwohl uns gesagt wurde, dass man auf gesndere Ernhrung mehr achte", merkt Christine Nebelung dazu an.

"Mit Blick auf die Befragungsergebnisse von 1973, 1994 und 2004/2008 ist zu konstatieren, dass sich die Lebensbedingungen und das gesundheitliche Befinden der Bevlkerung unserer Untersuchungsregion im Einklang mit der allgemeinen gesamtdeutschen Entwicklung verbessert haben. Besonders deutlich wird dies an der im Zeitverlauf starken Hebung des Bildungsniveaus und der zunehmend besseren Bewertung des gesundheitlichen Befindens...Im Vergleich sind auch die Anteile der Bevlkerung mit eher gesundheitsriskanten Verhaltensweisen tendenziell hher." Als Beispiele werden Rauchen, Alkoholkonsum, Ernhrungsweisen und Bewegungsverhalten aufgefhrt.

Prof. Elkeles und sein Mitarbeiterteam stellen allerdings auch Gesundheitspotenziale fest, die fr den lndlich-peripheren Raum sprechen, genannt werden die Eigenarbeit im Garten und im Haus, die Dorfgemeinschaft, soziale Kontrolle und gegenseitige Untersttzung und fassen zusammen, "dass die soziale Lage in nordostdeutschen Landgemeinden oftmals problematisch ist und darber hinaus negative gesundheitliche Effekte fr die Bevlkerung zu haben scheint...Der Prozess der politischen Entflechtung, des infrastrukturellen Rckbaus und eines gravierenden Bevlkerungsrckgangs unterstreichen die Notwendigkeit, die Dynamiken dieser Entwicklung weiter zu untersuchen...."

Abschlieend verweisen sie auf die Mglichkeiten, denn sie trafen vor Ort lokale Akteure und Initiativen. Sie hoffen, dass sie fr die Zusammenhnge zwischen den Lebensbedingungen auf dem Lande, den Mglichkeiten der alltglichen Lebensfhrung und der Gesundheit bzw. Krankheitslast der Leute sensibilisieren und sozial- und gesundheitspolitische Manahmen anstoen konnten.

Prof. Thomas Elkeles ist mit Blick auf weitere Schritte sehr zuversichtlich, denn erste Gesprche zu notwendigen Vernetzungs- und Vor-Ort-Aktivitten konnte er in den zustndigen Ministerien in dieser Woche bereits fhren.

Weitere Informationen unter http://www.hs-nb.de.

Bildunterschrift: Prof. Dr. Thomas Elkeles
Bildquelle: Hochschule Neubrandenburg

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 01.10.2010 nach oben

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