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Regulierungslücke bei Kinderwerbung schließen

vzbv fordert Marktbeobachtung zu Produktgestaltung und Marketing ungesunder Lebensmittel

Die Aufmachung und Vermarktung ungesunder Lebensmittel muss verbindlicher reguliert werden, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). "Die Bundesregierung muss ihrer Ankndigung jetzt Taten folgen lassen und fr einen Verzicht von Werbung an Kinder sorgen, so Vorstand Gerd Billen. Zum einen betrifft dies die Verhaltensregeln des Deutschen Werberates fr Werbung gegenber Kindern, die auch fr die Produktgestaltung und das Marketing gelten mssen. Zum anderen muss die Einhaltung von unabhngiger Seite kontrolliert werden.

Die Beschrnkung von Marketing fr Lebensmittel mit einem ungnstigen Nhrstoffprofil, das sich speziell an Kinder und deren Eltern richtet, ist ein wichtiger Baustein innerhalb einer Gesamtstrategie zur Bekmpfung von bergewicht. Doch Politik und Hersteller tun sich bislang schwer, das Problem ernsthaft anzugehen. In dem weiterhin gltigen Aktionsplan INFORM kndigte die Bundesregierung 2008 eine Vereinbarung mit der Lebensmittelwirtschaft an, in der sich diese verpflichtet, auf Werbung gegenber Kindern unter zwlf Jahren zu verzichten. Dies ist bisher nicht zufriedenstellend geschehen.

Seit 2009 gibt es die Verhaltensregeln des Deutschen Werberates fr Lebensmittelwerbung, die speziell an Kinder und Eltern gerichtet ist. Diese sind jedoch zu unkonkret formuliert und zudem auf "Anzeigen, Spots, Plakate oder Online-Werbemittel" beschrnkt. Tatschlich bewerben Lebensmittelhersteller ihre Produkte fr Kinder aber ber viele weitere Kanle. Der vzbv fordert daher, die Verhaltensregeln auf die Aufmachung und das Marketing von Produkten auszuweiten.

Ein weiteres Problem sind mangelnde Kontrollen und Sanktionen, die dafr sorgen, dass die Verhaltensregeln sowie geltende Gesetze gegen irrefhrende Werbung eingehalten werden. "Wir fhren jhrlich viele Verfahren gegen Hersteller, die die Grenze des Erlaubten immer wieder neu austesten", so Billen. Hier brauche es eine Marktaufsicht, die Werbung und Marketing systematisch beobachtet und bei Versten einschreitet.

Marketing und Werbung prgen Essgewohnheiten von Kindern

Allein um Schokolade und Swaren zu bewerben, geben Hersteller drei Mal so viel Geld aus, wie den Krankenkassen fr Gesundheitsprvention zur Verfgung steht. Die Folge: 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind bergewichtig. Der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Konsum von Werbung ist in Studien der Weltgesundheitsorganisation und der Europischen Union gut dokumentiert. "Marketingaktivitten von Lebensmittelherstellern, Handels- und Restaurantketten haben einen wesentlichen Einfluss darauf, wie sich Ess- und Trinkgewohnheiten von Kindern entwickeln", so Universitts-Professor Dr. med. Berthold Koletzko vom Universittsklinikum Mnchen.

Nach Verffentlichungen des Bundesverbraucherministeriums von 2007 sind in Deutschland circa 37 Millionen Erwachsene und rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche bergewichtig oder fettleibig. Ein Viertel der Erwachsenen leidet an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. Mehr als jedes fnfte Kind weist Symptome einer Essstrung auf. Die Folgekosten, die durch ernhrungsbedingte Krankheiten entstehen, betragen jhrlich mehrere Milliarden Euro.

Hintergrundpapier von Professor Koletzko ber die Zusammenhnge von Werbung und bergewicht bei Kindern: http://www.vzbv.de/start/download.php?file=kinderwerbunghintergrundpapierkoletzko2010_2010.pdf&ordner=mediapics.

Anmerkung der DiabSite-Redaktion: Adipositas bei Kindern und Jugendlichen erhht das Risiko fr Typ-2-Diabetes.

zuletzt bearbeitet: 21.10.2010 nach oben

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