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Der Diabetische Fuß

"Nein" zur großen Amputation

Dresdner Wissenschaftler haben erforscht, dass groe Fu- und Bein-Amputationen zuknftig reduziert und berlebens-Chance und Lebensqualitt von Betroffenen verbessert werden knnen, wenn die Patienten sich einer strukturierten Betreuung unterziehen. Diese umfasst nach der stationren Behandlung spezielle Kontrolluntersuchungen. Dabei arbeiten Mediziner, Physiotherapeuten, Podologen und Schuhmacher Hand in Hand.

Ursache der meisten Amputationen ist der sogenannte Diabetische Fu. Bei Menschen mit Diabetes werden 20 Mal mehr Beine amputiert, als bei nicht von Diabetes betroffenen Patienten. Die Grnde fr den Diabetischen Fu sind unterschiedlich. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel fhrt langfristig zu einer Mangelversorgung und damit zu einer Schdigung der peripheren Nerven. Das Schmerzempfinden des Patienten vermindert sich. Er merkt nicht, wenn ihn - im wahrsten Sinne - der Schuh drckt.

Kleinere oder grere Verletzungen werden nicht rechtzeitig wahrgenommen oder nicht beachtet. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel schdigt auerdem die Gefe. Arterielle Durchblutungsstrungen - vor allem in den Fen - sind die Folge. Es kommt zu einem Absterben von Teilen des Fues. Hufig reagieren die Betroffenen zu spt auf Vernderungen am Fu. Oftmals ist auch die medizinische Behandlung nicht optimal. In vielen Fllen bleibt am Schluss nur die Amputation des gesamten Fues, manchmal sogar bis zum Oberschenkel. Die Todesrate in diesem Krankheitsstadium ist hoch.

Die Medizinische Klinik und Poliklinik III am Universittsklinikum Carl Gustav Carus ist auf die Behandlung des "Diabetischen Fues" spezialisiert. Oberarzt Dr. Hannes Rietzsch: "Die Sterblichkeit der Patienten nach Bein-Amputationen liegt im ersten Jahr bei bis zu 30 Prozent. Wegen der schweren Grunderkrankung des Diabetes und seinen Folgen verkraften sie den groen Eingriff oft nicht." Der Experte fr das Diabetische Fusyndrom sieht in der Uniklinik tglich Betroffene, deren Krankheit oft weit fortgeschritten ist.

Rietzsch: "Hufig haben die Patienten offene Stellen an den Fen, die nicht mehr heilen. Bei manchen sind kleine und groe Gewebeteile bereits abgestorben. Nun kommt es auf die richtige Behandlung an. Zu den Meilensteinen gehren die Bekmpfung der Infektion, die Verbesserung der Durchblutung, die Entlastung des Fues von jeglichem Druck und - hufig unabwendbar - eine sogenannte Minor-Amputation, bei der nach Mglichkeit die Hlfte des Fues, auf jeden Fall aber die Ferse erhalten bleibt. Das gelingt nur durch eine verlssliche Zusammenarbeit mit einem Operateur. Am Universittsklinikum bernimmt Oberrztin Dr. Ines Panzner von der Klinik fr Orthopdie diese Aufgabe."

Wie groe Amputationen zuknftig reduziert und dadurch berlebens-Chance sowie Lebensqualitt von Betroffenen verbessert werden, wurde jngst erstmals in einer Studie von Prof. Dr. Sebastian M. Schellong, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, wissenschaftlich untermauert. Aus Anlass des Welt-Diabetes-Tages stellte er die Studien-Ergebnisse vor. 172 Patienten mit Fuulzerationen aus dem Uniklinikum Dresden wurden zwlf Monate nach Krankenhausentlassung nachuntersucht. 75 Prozent der Patienten hatten berlebt, ohne eine Beinamputation zu erleiden. Der Behandlungserfolg war signifikant besser, wenn die Patienten so lange im Krankenhaus geblieben waren, bis die Fuwunden ganz abgeheilt waren. Auerdem war der Erfolg zehnmal besser, wenn die Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt in die "Ambulanz Diabetischer Fu" eingebunden worden waren.

Prof. Schellong: "Diese Studie zeigt, dass sich der groe Aufwand in Krankenhaus und Ambulanz direkt in einen messbaren Behandlungsvorteil fr das berleben der Patienten und fr die Vermeidung von Beinamputationen umsetzt." Voraussetzung dafr sind spezialisierte Teams aus rzten, Schwestern, Physiotherapeuten, Podologen und Schuhmachern. "Doch", so Prof. Schellong, "der Behandlungserfolg hngt natrlich auch entscheidend vom Patienten und seiner Bereitschaft ab, sich einer solchen intensiven und regelmigen Behandlung zu unterziehen." Dr. Rietzsch: "Durch eine spezialisierte Nachbetreuung der bereits einmal einer Amputation entronnenen Patienten in einer Diabetes-Fuambulanz kann mit hohem Aufwand die jederzeit drohende Amputation eines Beines auf ein Minimum gesenkt werden."

Weitere Informationen: http://www.mk3.uniklinikum-dresden.de.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

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zuletzt bearbeitet: 08.11.2010 nach oben

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