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Fett- und kohlenhydratreiche Ernährung kann die Lebenserwartung verkürzen

Mit der richtigen Ernährung Diabetes und Krebs vorbeugen

Wie ein Wissenschaftlerteam um Susanne Klaus vom Deutschen Institut fr Ernhrungsforschung (DIfE) nun belegt, verkrzt eine lebenslange Ernhrung mit viel Fett und viel Kohlenhydraten die Lebenserwartung von Musen um 33 Prozent. Dagegen vermindert fettreiches Futter mit einem hohen Eiwei- aber geringem Kohlenhydratanteil die Lebenserwartung der Nager nur um sieben Prozent. Am lngsten leben Muse, wenn ihr Futter viele Kohlenhydrate, viel Eiwei und wenig Fett enthlt. Darber hinaus belegen die neuen Studienergebnisse, dass eine erhhte Muskelaktivitt die negativen Effekte einer fettreichen Ernhrung kompensieren kann.

Das Team um Susanne Klaus, Leiterin der DIfE-Arbeitsgruppe "Physiologie des Energiestoffwechsels", publizierte krzlich ihre Daten in der Fachzeitschrift Aging Cell (Keipert et al. 2010, DOI: 10.1111/j.1474-9726.2010.00648.x).

Weltweit steigt die Zahl krankhaft bergewichtiger Menschen. Dabei erhht massives bergewicht das Risiko fr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten, was mit einer verkrzten Lebenserwartung verbunden ist. Wissenschaftler gehen daher der Frage nach, welche Ernhrungsweise am besten geeignet ist, die Lebenserwartung zu erhhen. Ergebnisse aus kontrollierten Langzeitstudien, in denen Menschen lebenslang eine vorgegebene Ernhrungsweise verfolgen, gibt es nicht. Daher greifen Wissenschaftler auf Tiermodelle zurck, um ernhrungsbedingte Langzeiteffekte hinsichtlich der Lebenserwartung zu untersuchen.

Die Wissenschaftler um Susanne Klaus fhrten eine umfassende Studie an Musen durch. Dabei war eine der zwei untersuchten Mausgruppen genetisch so verndert, dass sie ber ihre Muskulatur sehr viel Energie verbrauchte. Die andere Mausgruppe entsprach dem unvernderten Wildtyp. Ab der elften Lebenswoche erhielten die Muse bis zu ihrem natrlichen Ende eine von drei Futtermischungen, die hinsichtlich der Makronhrstoff-Zusammensetzung variierte. Am lngsten lebten die Tiere, wenn sie fettarmes Futter bekamen. Die krzeste Lebenserwartung (ca. 550 Tage) hatten die Muse, die schnell an Gewicht zulegten. Bei diesen handelte es sich um die Wildtyp-Tiere, welche die fett- und kohlenhydratreiche Kost verzehrten. Die Muse mit erhhter Muskelaktivitt nahmen unter derselben Ernhrung zwar auch, aber etwas weniger und deutlich langsamer zu. Sie lebten durchschnittlich etwa 230 Tage lnger.

Die zweite fettreiche Futtermischung mit viel Eiwei und wenig Kohlenhydraten fhrte bei den Wildtyp-Musen zu hnlichen Effekten, obwohl diese nicht ganz so stark und schnell zunahmen und auch wesentlich lnger lebten, nmlich etwa 754 Tage. Dagegen nahmen die Muse, die viel Energie in ihren Muskeln verbrannten, unter dieser Kost nicht strker zu und lebten genau so lange wie unter dem fettarmen Futter, nmlich circa 850 Tage. "Dies zeigt, dass eine gesteigerte Muskelaktivitt wesentlich dazu beitragen kann, die negativen Auswirkungen einer fettreichen Ernhrung zu kompensieren", sagt Susanne Keipert, Erstautorin der Studie. "Zudem weisen unsere Daten darauf hin, dass besonders eine schnelle Gewichtszunahme im jugendlichen Alter die Lebenszeit verkrzt", ergnzt Susanne Klaus. "Wrde man die Daten auf den Menschen bertragen, so sollten Menschen, die sich sehr fettreich ernhren, auf ausreichend Bewegung achten und besonders in jungen Jahren eine starke Gewichtszunahme vermeiden".

Hintergrundinformationen

Lebenserwartung der einzelnen Mausstmme in Abhngigkeit von der Makronhrstoff-Zusammensetzung des Futters:

Mausgruppe Futtermischung durchschnittliche Lebenserwartung in Tagen
Wildtyp-Maus wenig Kohlenhydrate, viel Fett, viel Eiwei 814
Wildtyp-Maus viel Kohlenhydrate, wenig Fett, viel Eiwei 754
Wildtyp-Maus viel Kohlenhydrate, viel Fett, moderater Eiweianteil 548
Maus mit erhhter Muskelaktivitt viel Kohlenhydrate, wenig Fett, viel Eiwei 849
Maus mit erhhter Muskelaktivitt wenig Kohlenhydrate, viel Fett, viel Eiwei 852
Maus mit erhhter Muskelaktivitt viel Kohlenhydrate, viel Fett, moderater Eiweianteil 785,5

Anteil der einzelnen Makronhrstoffe zur Energiezufuhr bezogen auf die drei unterschiedlichen Futtersorten:

Das Deutsche Institut fr Ernhrungsforschung Potsdam-Rehbrcke (DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernhrungsbedingter Erkrankungen, um neue Strategien fr Prvention, Therapie und Ernhrungsempfehlungen zu entwickeln. Forschungsschwerpunkte sind dabei Adipositas (Fettsucht), Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehren zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen fr die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften ber die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Lnder frdern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschftigen etwa 14.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6.500 Wissenschaftler, davon wiederum 2.500 Nachwuchswissenschaftler.

Nheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 14.12.2010 nach oben

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