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AMNOG: Regierung nimmt Apotheken die Luft zum Atmen

Jede Woche geben zwei bis drei Apotheken auf

Der Raubbau an den Apotheken und ihren Mitarbeitern beginnt offiziell am 1. Januar 2011: Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hat heute den Bundesrat passiert. Der Prsident der ABDA ? Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbnde, Heinz-Gnter Wolf, befrchtet dramatische Folgen fr die Arzneimittelversorgung durch unabhngige Apotheken. Derzeit mssen bereits durchschnittlich zwei bis drei Apotheken pro Woche aufgeben und schlieen.

"Die Bundesregierung verschlimmert die ohnehin schwierige Lage vieler Apotheken. CDU/CSU und FDP nehmen tausenden Apotheken mit dem AMNOG die Luft zum Atmen und provozieren den Verlust der hochwertigen flchendeckenden Arzneimittelversorgung", sagt Wolf. "Rund 150.000 Apothekenleiter und deren Angestellte, aber auch der pharmazeutische Nachwuchs, die 12.500 Pharmaziestudierenden, sind betroffen und entsetzt ber dieses Gesetz."

Mit jhrlich rund 200 Millionen Euro werden die Apotheken alleine durch die neuerliche Anhebung des Zwangsrabatts an die Krankenkassen von 1,75 Euro auf 2,05 Euro je Arzneipackung belastet. Wolf: "Dieser Verlust bedeutet fr viele Apotheken das Aus. Schon jetzt gehen die Apothekenzahlen deutlich zurck. Dieser Trend wird ab Januar dramatisch zulegen ? zu Lasten von Apothekenleitern, Angestellten und ganz besonders zu Lasten der Patienten und Versicherten."

Zustzlich will der pharmazeutische Grohandel, dominiert von einigen wenigen Konzernen, seine Last auf die Apotheken abwlzen: "Wir erwarten, dass die Regierung, allen voran der Bundesgesundheitsminister, dafr sorgt, dass der Grohandel seine Belastungen selbst trgt und nicht die Apotheken zustzlich und beispielsweise ber versteckte Gebhren zustzlich belastet."

Wolf: "Es ist politisch unehrlich, auf der einen Seite immer mehr von uns Apothekern einzufordern und gleichzeitig den Apotheken in die Kasse zu greifen, Planungssicherheit fr Klein- und Kleinstunternehmen und damit die Existenzgrundlage gerade fr uns Gesundheitsversorger zu zerstren." Wie absurd das Vorgehen der Regierung gegen die Apotheken ist, wird dadurch deutlich, dass die Apotheken nur 2,5 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen verantworten. Die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen sind doppelt so hoch wie das Honorar fr die Versorgung der Apotheken. Zudem beschftigen die Kassen deutlich weniger Menschen.

Der Zwangsrabatt fr die Krankenkassen, der von einer unabhngigen Schiedsstelle erst vor dem Hintergrund der massiven Belastungen der Apotheken vor wenigen Monaten auf 1,75 Euro verndert wurde, untersteht nun dem Diktat der Politik. Die Regierungsparteien haben damit dem Druck der Kassenlobby nachgegeben und die eigenen im Koalitionsvertrag festgelegten Ziele fr eine Strkung der sicheren Arzneimittelversorgung durch die bedrohte Individualapotheke aufgegeben.

Auch das Verbot der Pick-up-Stellen wurde kurzerhand gekippt. Hier scheint sich die Lobby der Drogeriemarktketten, die durch steuerlich gnstige Geschftsmodelle mit auslndischen Versendern apothekerliche Kompetenz suggerieren wollen, durchgesetzt zu haben. Wolf: "Auch in dieser Frage macht sich die Regierung auf zu einer Zwei-Klassen-Versorgung. Das muss mglichst bald korrigiert werden."

zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 nach oben

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