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Neues zur Therapie des Typ-2-Diabetes

Sulfonylharnstoffe erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Diabetestherapie sollte mit Metformin starten

Das blutzuckersenkende Medikament Metformin schtzt Patienten mit Typ-2-Diabetes besser vor Herzinfarkten und Schlaganfllen als Medikamente aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe. Dies ergab eine US-amerikanische Studie, die krzlich in den Annals of Internal Medicine verffentlicht wurde. Demnach liegt das Risiko fr Herzkreislauferkrankungen unter einer Therapie mit Sulfonylharnstoffen um 21 Prozent hher als bei einer Metformin-Behandlung. Aus Sicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) untermauern die Studienergebnisse die Empfehlung, die Therapie des Typ-2-Diabetes nach Mglichkeit immer mit Metformin zu beginnen.

Viele Diabetespatienten sterben frhzeitig an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. "Eine multifaktorielle Diabetestherapie, die das Ziel hat, den Blutzucker, die Blutfette sowie den Blutdruck optimal einzustellen, kann dies hufig verhindern", erlutert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Prsident der DDG. "Eine optimale Therapie des Blutzuckers unter Vermeidung von Nebenwirkungen - insbesondere von Unterzuckerungen und Gewichtszunahme - beugt den Folgeerkrankungen des Diabetes vor", so Matthaei. In den vergangenen Jahren wurde jedoch beobachtet, dass bei gleicher Blutzuckersenkung die Diabetesmedikamente nicht gleich effektiv schtzend wirken. Ein Wirkstoff, Rosiglitazon, wurde vor zwei Jahren sogar vom Markt genommen, weil er das Risiko von Herzinfarkten erhht.

Auch zwischen Metformin und den Sulfonylharnstoffen, den seit Jahrzehnten am hufigsten eingesetzten Blutzuckermedikamenten, gibt es diesbezglich deutliche Unterschiede. Dies ergab jetzt eine Auswertung der Krankenakten von mehr als 250.000 US-Veteranen, die ein Team um Marie Griffin vom Vanderbilt University Medical Center in Nashville/Tennessee durchgefhrt hat. Bei allen Patienten war ein Typ-2-Diabetes neu diagnostiziert worden. Alle waren zunchst mit Metformin oder einem Sulfonylharnstoff behandelt worden. In den USA verordnen rzte vor allem die Sulfonylharnstoffe Glibenclamid und Glipizid, das in Deutschland nicht auf dem Markt ist. Patienten in Deutschland erhalten meist Glibenclamid und Glimepirid.

Die Auswertung der Krankenakten ergab nun: Unter der Therapie mit Glibenclamid und Glipizid ereigneten sich 21 Prozent mehr Todesflle oder Krankenhausbehandlungen wegen Herzinfarkt oder Schlaganfall als unter Metformin. "Das erhhte Risiko war fr beide Sulfonylharnstoffe nachweisbar, so dass es sich eher um ein Risiko handeln drfte, das die Wirkstoffklasse insgesamt und nicht einzelne Wirkstoffe betrifft", erklrt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG aus Tbingen.

Die Ursache fr die erhhte Rate von Herzkreislauferkrankungen ist nicht bekannt. Sie knnte mit den Begleitwirkungen der Sulfonylharnstoffe zusammenhngen. So kommt es unter der Therapie mit Sulfonylharnstoffen hufig zu gefhrlichen Unterzuckerungen, was bei Patienten unter der Therapie mit Metformin ausgeschlossen ist. Auch die Auswirkungen auf das Krpergewicht, die Blutfette und den Blutdruck sind bei Metformin gnstiger.

Aus diesem Grund ist Metformin heute das bevorzugte Mittel, um in die Therapie des Typ-2-Diabetes einzusteigen. Es gibt aber auch Patienten, die Metformin nicht vertragen oder aufgrund einer eingeschrnkten Nierenfunktion nicht einnehmen drfen. "Hier ist eine Therapie mit anderen oralen Antidiabetika oder Insulin sinnvoll, um Sptfolgen des Diabetes an Nerven und Augen zu verhindern", erklrt Fritsche. "Nur der Verzicht auf eine Therapie ist beim Diabetes niemals eine Alternative", betont Fritsche.

Quelle: Roumie CL, Hung AM, Greevy RA, Grijalva CG, Liu X, Murff HJ, Elasy TA, Griffin MR. Comparative effectiveness of sulfonylurea and metformin monotherapy on cardiovascular events in type 2 diabetes mellitus: a cohort study, Annals of Internal Medicine 2012; 157: 601-10

zuletzt bearbeitet: 16.01.2013 nach oben

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