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Schaufensterkrankheit gezielt behandeln

Pressemitteilung: Bundesärztekammer (BÄK)

Experten diskutieren über Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

Mitunter bemerken die Betroffenen ihre Erkrankung zunchst nicht, manchmal treten die Schmerzen auch nur bei Belastung auf. Gefhrlich ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit, besser bekannt unter dem Namen "Schaufensterkrankheit", dennoch. Denn hufig sind bei den Patienten nicht nur die Arterien der Extremitten verengt, sondern auch die herz- und hirnversorgenden Schlagadern. Herzinfarkt oder Schlaganfall knnen die Folge sein.

Die Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit hat deshalb zwei grundstzliche Ziele: Zum einen werden mit ihr die Blutgefe betreffenden Risikofaktoren und Begleiterkrankungen behandelt, vor allem Geferkrankungen des Herzens und des Gehirns, zum anderen wird der Blutfluss in den Extremitten verbessert. Darauf verwies Dr. Holger Lawall vom Asklepios Westklinikum Hamburg beim 37. Interdisziplinren Forum "Fortbildung und Fortschritt in der Medizin" der Bundesrztekammer in Berlin.

Wichtig sei, dass bei der Therapie der Patientenwunsch angemessen bercksichtigt werde. "Wenn das Hinken das entscheidende Symptom einer eingeschrnkten Mobilitt ist, verbessert die konservative, chirurgische oder interventionelle Gefbehandlung nicht nur die Lebensqualitt wesentlich. Sie trgt durch Wiederherstellung krperlicher Aktivitt auch entscheidend zur Senkung des Risikos fr Herzgeferkrankungen bei."

Im Vordergrund der konservativen Therapie stehe die Minimierung von Risikofaktoren durch nichtmedikamentse und medikamentse Prophylaxe sowie Geftraining. So empfehlen rzte bei Fehlernhrung und Bewegungsmangel dringend den Lebensstil zu ndern und auf Nikotin zu verzichten. Auch Sport sei eine erfolgversprechende Methode bei hinkenden Patienten. "Strukturiertes Gehtraining unter Aufsicht und Anleitung sollte allen Patienten mit Gehbehinderung und peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten angeboten werden", forderte Lawall. Wenn die Lebensqualitt der Patienten durch die Gehbehinderung erheblich eingeschrnkt und Gehtraining nicht mglich ist, komme eine medikamentse Therapie in Frage. Bei Patienten mit kritischer Unterbrechung der Durchblutung zielten chirurgische Eingriffe in erster Linie auf Schmerzfreiheit, Abheilen von Geschwren und den Erhalt der Extremitten.

Bei arteriellen Verschlusskrankheiten galt jahrelang der Bypass als die beste Behandlung. "Aufgrund neuer Studienergebnisse, insbesondere fr den Einsatz von Stents, geringer Komplikationsraten und neu entwickelter technischer Verfahren ist in der Mehrzahl der Flle heute eine endovaskulre Therapie vorzuziehen, das heit, ein Eingriff durch die Blutgefe hindurch", sagte Dr. Ralf Langhoff vom Evangelischen Krankenhaus Knigin Elisabeth in Berlin.

Nach dem lange Zeit gefhrten Diskurs, ob eine konservative Therapie mit Gehtraining oder ein rekanalisierendes Verfahren gewhlt werden sollte, sei heute klar, dass die Addition beider Verfahren den grten Effekt habe. "Das bedeutet, durch minimalinvasive Erweiterung eines verengten Gefes den Einstrom verbessern und dann die Patienten trainieren lassen", sagte Langhoff.

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zuletzt bearbeitet: 09.02.2013 nach oben

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