Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130210b

Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft 2012

Pressemitteilung: BERLIN-CHEMIE AG

BERLIN-CHEMIE AG verleiht SilverStar Förderpreis 2012

Feierliche Übergabe des SilverStar Förderpreises 2012
Zum Vergrern bitte auf das Bild klicken.
Im Rahmen der 6. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaftb(DDG) in Berlin erfolgte die feierliche bergabe des SilverStar Frderpreises 2012. Den ersten Preis und damit 12.500 EURO vergab die Jury in diesem Jahr an das Projekt "Gemeindeschwester Muschenheim".

Der zweite Preis wurde aufgeteilt. Das Versorgungsnetzwerk "Pro Edith" wird mit insgesamt 7.500 EURO gefrdert. Die "Informations- und Arbeitsvorlage 'Sichere Insulininjektion auf einen Blick'" wird mit 5.000 EURO Preisgeld untersttzt.

Der SilverStar Frderpreis wird jhrlich von der BERLIN-CHEMIE AG an Projekte vergeben, die lter werdenden Menschen mit Diabetes eine bessere Lebensqualitt ermglichen. 2012 reichten insgesamt 55 Initiativen, Selbsthilfegruppen, Kliniken und Praxen ihre Projekte fr den Preis ein. "Die groe Resonanz auf die Ausschreibung hat erneut gezeigt, wie vielseitig das Engagement der Menschen in diesem Bereich ist", erklrte Jurymitglied Prof. Dr. med. Cornel Sieber, Nrnberg, im Rahmen der Preisverleihung. "Es ist beeindruckend, welche Leistung hinter jedem einzelnen Projekt steht."

Ein Projekt mit Zukunft: Gemeindeschwester Muschenheim

Auf die zum Teil groen strukturellen Vernderungen durch den Rckzug der Hausrzte aus den lndlichen Regionen und die immer grer werdende ltere Bevlkerung reagierte das Dorf Muschenheim nach Ansicht der SilverStar-Jury beispielhaft. Um die medizinische Betreuung der Menschen vor Ort auch in Zukunft zu gewhrleisten, riefen die Brgerinnen und Brger Anfang 2012 kurzerhand das "Gemeindeschwester-Projekt" ins Leben. "Fr uns war der Punkt erreicht, zu handeln", erklrt Dr. med. Detlef Kuhn, Ortsvorsteher von Muschenheim und Initiator des Projektes.

In einem eigenen Behandlungsraum im Muschenheimer Kommunikationszentrum stehen heute zwei Gemeindeschwestern zu festgelegten Sprechstunden zur Verfgung. Ihre Arbeit geht weit ber die Befunderhebung und Therapiekontrolle wie zum Beispiel die Blutzuckermessung hinaus. Persnliche Zuwendung, Aufklrung und Schulungen verbessern die individuelle Situation der betreuten Patienten. Besonders hilfreich ist dabei, dass als Gemeindeschwestern nur Personen eingesetzt werden, die selbst Mitglieder der Dorfgemeinschaft sind.

Bei den Menschen in Muschenheim kommt das Projekt gut an: "Das groe Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer innerhalb der Bevlkerung lsst das Projekt weiter wachsen. Inzwischen hat sich ein regelrechtes Netzwerk im Dorf entwickelt, das die Lebensqualitt der lteren Bewohner durch Sportgruppen oder Vortrge zu Ernhrungsthemen im Alter nachhaltig steigert", berichtet Kuhn.

Das engagierte Handeln der Muschenheimer Brger und die soziale Einbindung der Gemeindeschwestern in die Bevlkerung waren fr die Jury ausschlaggebende Argumente, um den ersten Preis zu vergeben: "Die Idee, eine Gemeindeschwester aus dem Ort selbst zu etablieren, um dort die Versorgung lterer Patienten zu verbessern, ist zukunftsweisend", resmiert Flttmann. "Mit dem Projekt reagieren die Brgerinnen und Brger Muschenheims vorbildlich auf die sich verndernde Situation vor Ort."

nach oben

Pro Edith - Betreuung ohne Grenzen

Das Krankenhaus-Managementprogramm "Pro Edith" (Protection of Elder Diabetes Patients in Hospitals) hat zum Ziel, Patienten mit Diabetes mellitus ber den Aufenthalt im Marienkrankenhaus Schwerte hinaus bis in den ambulanten Bereich zu begleiten - wobei gerade ltere Patienten einen hohen Untersttzungsbedarf haben. Nchterntage, Operationen und Endoskopien stellen fr sie eine besondere Herausforderung dar. "Wir haben bei diesen Patienten erkannt, wie wichtig eine intensive Betreuung whrend des Klinikaufenthaltes ist", erklrt Dr. med. Michael Herr, der einerseits Oberarzt am Marienkrankenhaus Schwerte ist, andererseits niedergelassener Arzt mit einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. "Das veranlasste uns 2009 zum Aufbau des Diabetesnetzes 'Pro Edith'".

Zentrale Instanz von "Pro Edith" ist ein koordinierendes Diabetes-Team, das bergreifend ber alle Fachabteilungen des Marienkrankenhauses arbeitet. Es besteht aus dem Diabetologen Dr. Herr, einer Diabetesberaterin und zwei Diabetesassistentinnen. Es ist sowohl im stationren als auch im ambulanten Bereich als Fallmanager fr den Patienten ansprechbar. Das Diabetes-Team begleitet den Patienten whrend des gesamten stationren Aufenthaltes, bespricht mit ihm die Diabetesbezogenen Ergebnisse und erlutert die weitere Behandlung. Angehrige der lteren Patienten werden in die Behandlung aktiv einbezogen und angeleitet.

Ein reibungsloser bergang des Patienten mit Diabetes in den huslichen Bereich wird durch die Kommunikation und das Entlassungsmanagement von "Pro Edith" gewhrleistet: Diabetes-Team und Hausrzte arbeiten eng zusammen, auch ein Radiologe und eine Praxis fr Dialyse sind involviert. Verschiedene Dienstleister aus dem Pflege-, Heil- und Hilfsmittelbereich werden miteinbezogen, darunter eine podologische Praxis, ein Sanittshaus und ein Fachgeschft fr orthopdische Schuhe.

"Wir waren beeindruckt von dem groen Engagement und der konsequenten Umsetzung des Vernetzungsgedankens bei 'Pro Edith'", fasst Jurymitglied Prof. Dr. med. Cornel Sieber, Nrnberg, die Juryentscheidung zusammen. "Die Abdeckung des individuellen Untersttzungs- und Beratungsbedarfes schtzt die Patienten vor berforderung und gewhrleistet eine lckenlose Betreuung ber den stationren Aufenthalt hinaus."

nach oben

Kleine Manahme - groe Wirkung

Wie eine einfache, aber bersichtliche Anleitung den Therapiealltag lterer Menschen mit Diabetes verbessern kann, zeigt die Informations- und Arbeitsvorlage "Sichere Insulininjektion auf einen Blick". Die Vorlage im DIN-A3-Format, die auch als laminiertes Tischset vorliegt, fhrt den Patienten in einfachen Schritten und durch farbige Grafiken illustriert durch den richtigen Ablauf der Insulin-Injektion. Unter "Was ist zu beachten?" wird auf wichtige Parameter bei der Injektion wie z. B. Zeitpunkt, Injektionsstelle, Insulinname bzw. Pen, Nadellnge und Insulindosis hingewiesen. Auch an den Eintrag in das Insulintagebuch und das notwendige Essen nach der Injektion wird erinnert.

Die Vorlage im DIN-A4-Format ergnzt das Tischset und kann als Medikamentenverordnungsblatt eingesetzt werden. In dieser Vorlage knnen zustzlich Insulinname und Pen sowie Uhrzeit, Injektionsort, Nadellnge und die erforderlichen Einheiten Insulin eingetragen werden. "Mit Hilfe der groen Vorlage knnen wir die richtige Vorgehensweise einfach und schnell mit dem Patienten besprechen", beschreibt Projektleiterin Irene Feucht, Diabetesberaterin DDG und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universitt Ulm, die im Agaplesion Bethesda Krankenhaus, Stuttgart, sowie in einer niedergelassenen Praxis ttig ist.

"Das ermglicht uns im Diabetes-Team natrlich eine gezielte Beratung. Der Patient kann die Vorlage mit nach Hause nehmen, sie bei der Injektion vor sich hinlegen und 'auf einen Blick' die richtige Durchfhrung sehen. Das gibt ihm und auch seinen Angehrigen Sicherheit."

Jurymitglied Torsten Flttmann, Berlin, lobt insbesondere die einfache aber effektvolle Umsetzung der Vorlage: "Toll fanden wir, dass durch eine kleine Manahme die Lebensqualitt des einzelnen Patienten verbessert wird. Durch die Anschaulichkeit der Vorlage ist das Set auch gut fr Patienten mit Sprachbarrieren geeignet und quasi zu Hause wie auch auf Reisen einsetzbar."

Alle Informationen zum SilverStar Frderpreis sowie die Bewerbungsunterlagen fr 2013 sind auf www.silverstar-preis.de zu finden.

Quellen

Preisverleihung der BERLIN-CHEMIE AG im Rahmen der 6. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 16. November 2012 in Berlin.

Bildunterschrift: Feierliche bergabe des SilverStar Frderpreises 2012
Bildquelle: BERLIN-CHEMIE AG

zuletzt bearbeitet: 10.02.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.