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Typ-2-Diabetiker können gleich nach dem Spritzen essen

Pressemitteilung: Universitätsklinikum Jena

Blutzuckerspiegel wird laut Studie nicht negativ beeinflusst

Rund sieben Prozent der Deutschen leiden an Diabetes, die meisten davon an einem Altersdiabetes. Bei diesem Typ ist der Blutzuckerwert anfnglich nur nach den Mahlzeiten zu stark erhht, spter dann dauerhaft. Am Anfang ist eine Ernhrungsumstellung als Behandlung ausreichend, spter werden blutzuckersenkende Tabletten bentigt. Nach einer Krankheitsdauer von etwa 10 Jahren reicht das Insulin, das die eigene Bauchspeicheldrse produziert, nicht mehr aus und die Betroffenen bentigen Insulininjektionen, um den Blutzucker zu senken. Bisher wurde darauf hingewiesen nach der Insulinspritze eine Pause von 20 bis 30 Minuten einzuhalten, bevor etwas gegessen werden kann. Eine neue Studie von Wissenschaftlern des Universittsklinikums Jena (UKJ) widerlegt diese These und zeigt, dass Patienten direkt nach dem Spritzen von Normalinsulin essen knnen, ohne dass der Blutzuckerspiegel zu stark ansteigt.

Ein Forschungsteam um Studienleiterin Dr. Nicolle Mller aus dem Funktionsbereich Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der Klinik fr Innere Medizin III am UKJ und Dr. Thomas Frank aus Merseburg untersuchte, ob ein zeitlicher Abstand zwischen der Injektion von Humaninsulin und einer Mahlzeit bei Patienten der Diabetes Typ 2 relevant ist. Humaninsulin ist ein kurzwirksames Insulin, das knstlich hergestellt wird und mit dem menschlichen Insulin chemisch identisch ist.

Die 100 Probanden mit Diabetes Typ 2 waren zwischen 40 und 80 Jahre alt und wurden fr die Crossover-Studie in zwei Untersuchungsgruppen eingeteilt: "49 Probanden der ersten Gruppe wurden vier Wochen lang untersucht, wie sich ein Spritz-Ess-Abstand von 20 Minuten auswirkt, in den anderen vier Wochen aen sie gleich nach der Injektion", beschreibt Dr. Mller. Bei der zweiten Gruppe mit 51 Probanden wurde der gleiche Versuch durchgefhrt, nur in umgekehrter Reihenfolge. Die Patienten von Dr. Frank standen als Probanden zur Verfgung.

Untersucht wurden bei den Studienteilnehmern der Langzeitwert HbA1c, das Blutzuckerprofil, Anzeichen einer Unterzuckerung, Lebensqualitt und die Behandlungszufriedenheit.

"Der Langzeitwert HbA1c-Wert schwankte um 0,08 % und blieb damit nahezu konstant, unabhngig davon, ob gewartet oder gleich gegessen wurde. Dieses Ergebnis erleichtert den Patienten mit Diabetes Typ 2 den Alltag und verbessert die Therapietreue", so Dr. Mller.

"Auch das Vorkommen einer leichten Unterzuckerung wurde nicht sichtbar von einem Spritz-Ess-Abstand beeinflusst. Das Blutzuckerprofil zeigte ebenfalls keine Unterschiede", sagt Dr. Mller. "Sogar rund 87 % unserer Probanden mchten lieber auf den Spritz-Ess-Abstand verzichten. Sie waren ohne Pause deutlich zufriedener mit der Behandlung", erklrt die Studienleiterin.

Originalliteratur: Nicolle Mller, Thomas Frank, Christof Kloos, Thomas Lehmann, Gunter Wolf, Ulrich Alfons Mller: Randomized Crossover Study to Examine the Necessity of an Injection-to-Meal Interval in Patients With Type 2 Diabetes Mellitus and Human Insulin. Diabetes Care: Published Online January 22, 2013,
http://care.diabetesjournals.org/content/early/2013/01/15/dc12-1694.abstract.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 11.02.2013 nach oben

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