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Krankhaftes Übergewicht und Typ-2-Diabetes

Pressemitteilung: Universität Leipzig

Beginnt Dicksein im Gehirn?

Forschungsallianz mit Leipziger Beteiligung nimmt Fahrt auf

Lebendes Fettgewebe Die Leipziger Universittsmedizin beteiligt sich an dem internationalen Groforschungsprojekt ICEMED, das in diesem Monat startet. ber fnf Jahre wird sich ein Zusammenschluss von vier Helmholtz-Zentren sowie 14 Universitten und Instituten aus Deutschland, Grobritannien und den USA mit der Bestimmung und Behandlung von umwelt- und bergewichtsbedingten Stoffwechselerkrankungen beschftigen. Das Projektvolumen umfasst insgesamt 30 Millionen Euro.

Stoffwechselerkrankungen wie krankhaftes bergewicht oder Typ-2-Diabetes gehren zu den grten Herausforderungen moderner Gesundheitssysteme. Ihre Besorgnis erregende Ausbreitung wird absehbar schon in den kommenden Jahren in der westlichen Welt erstmals die Lebenserwartung senken. Die Helmholtz-Allianz "Visualisierung und Therapie umweltbedingter Stoffwechselerkrankungen", kurz ICEMED (von "Imaging und Curing Environmental and Metabolic Diseases"), fhrt deshalb Spitzenforscherinnen und -forscher auf dem Gebiet der Zivilisationskrankheiten zusammen.

Gemeinsam sollen bislang unbekannte pathophysiologische Wirkmechanismen untersucht sowie Wirkstoffe zur Behandlung und Vorbeugung entwickelt werden. Die gebndelte Forschungsinitiative deckt die Spannbreite von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Studie ab. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Stoffwechselvorgnge im Gehirn.

Der Leipziger Forschungsbeitrag

Mit insgesamt 30 Millionen Euro Frdersumme verteilt auf 5 Jahre ist es weltweit eines der grten Forschungsprojekte im Bereich Biomedizin. Davon werden 1,6 Millionen Euro fr Forschungsanteile an der Universitt Leipzig zur Verfgung stehen. ICEMED hat die Hormonspezialisten Prof. Michael Stumvoll und Prof. Matthias Blher sowie den Neuroimmunologen Prof. Ingo Bechmann in das Projekt berufen. Ihre Aufgabe wird sein, Signalmolekle aus dem Fettgewebe und deren Wirkung im Gehirn zu identifizieren. Der Teilaspekt, wie unkontrollierbare Hungergefhle entstehen, wird auch in Kooperation mit Prof. Arno Villringer vom Leipziger Max-Planck-Institut fr Kognitions- und Neurowissenschaften angegangen.

"In den letzten Jahren hat sich Leipzig zu einem Zentrum fr Zivilisationserkrankungen entwickelt", freut sich Stumvoll. "Mit der Einbeziehung in ICEMED wird uns nun auch die wichtige nationale und internationale Anerkennung dafr zuteil." Seit knapp zwei Jahren verfgt die Leipziger Universittsmedizin ber ein Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, auerdem ber eine der wenigen groen Biobanken mit menschlichen Fettgewebsproben und ber eine gro angelegte Bevlkerungsstudie zu Zivilisationserkrankungen (LIFE).

"Die strake Orientierung am menschlichen System macht uns fr ICEMED interessant, weil wir einzigartige Proben beisteuern knnen," sagt Ingo Bechmann, Leiter der Anatomie. "Beispielsweise ist Leipzig neben Paris und London der einzige europische Ort, an dem aktuell seltene Fettstoffwechselstrungen mit dem neuen Medikament Leptin behandelt werden drfen. Am Institut fr Anatomie untersuchen wir auerdem eine gemeinsam mit dem Mnchner Humboldt-Professor Matthias Tschp entdeckte, durch fetthaltige Nahrung ausgelste Entzndung im Gehirn. Heilt sie nach Umstellung der Ernhrungsgewohnheiten ab oder bleiben dauerhafte Schden?" - Alles Erkenntnisse, die in ICEMED einflieen werden. Gemeinsam mit dem Initiator und Sprecher der Initiative, Matthias Tschp, hat die Leipziger Gruppe um Bechmann ganz aktuell durch bergewicht hervorgerufene Vernderungen in der vegetativen Steuerzentrale des Gehirns, dem Hypothalamus, entdeckt, die eine dauerhafte Fehlfunktion erklren knnten.

Bildunterschrift: Lange hat man sich das Fettgewebe als trge Speichermasse vorgestellt. Durch modernste Mikroskopietechnik sehen die Forscher am Leipziger Institut fr Anatomie nun ins lebende Fettgewebe und entdecken eine bunte, hochdynamische Welt.
Bildquelle: Gericke/Bechmann, Universitt Leipzig

zuletzt bearbeitet: 12.02.2013 nach oben

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