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Menschen mit Diabetes und Demenz in Pflegeeinrichtungen unzureichend versorgt

Hinweise auf Versorgungsmängel in Pflegeheimen

Wissenschaftler haben jetzt Hinweise auf fachrztliche Versorgungsmngel bei Pflegeheimbewohnern mit Demenz und Diabetes in Deutschland gefunden. Im Auftrag des DIMDI hatten sie die Versorgung in Pflegeheimen auf Basis wissenschaftlicher Studien untersucht. Verglichen mit entsprechenden Leitlinien bestehen demnach mgliche Unter- bzw. Fehlversorgungen.

Ihre Ergebnisse fasst ein neuer HTA-Bericht zusammen (Health Technology Assessment, systematische Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien). Er ist kostenfrei auf den Webseiten des DIMDI abrufbar.

Aktuelle Versorgung versus Leitlinien

Den Ausgangspunkt ihres Berichts bildet eine systematische Literaturrecherche. Darber identifizieren die Autoren die wichtigsten Gesundheitsprobleme der Bewohner in Pflegeheimen. Die Versorgungsqualitt bewerten sie fr Demenz und Diabetes: Beide Krankheitsbilder sind fr Betroffene wie Pflegende schwerwiegend und es existieren Versorgungsleitlinien sowie ausreichend Versorgungsdaten. Die erbrachten Versorgungsleistungen vergleichen die Autoren fr ihre Bewertung mit evidenzbasierten Versorgungsempfehlungen.

Angemessene und fehlerhafte Versorgung

Demnach erscheint die Versorgung von Bewohnern mit Demenz und Diabetes angemessen bei der hausrztlichen Versorgung sowie bei der Vermeidung von Ginko-Extrakten bei Wahrnehmungsstrungen und von Benzodiazepinen als Beruhigungsmittel. Daneben finden sich einige Hinweise auf mgliche Unter- bzw. Fehlversorgungen:

Fr die festgestellten Probleme vermuten die Autoren mehrere Ursachen. Neben einer unzureichenden Dokumentation von Diagnosen und Verordnungen nennen sie unter anderem die schlechte Kommunikation zwischen den beteiligten Berufsgruppen.

Fazit der Autoren

Fr neue Erkenntnisse ber Zusammenhnge zwischen Versorgungsstrukturen, dem Gesundheitszustand und der Lebensqualitt der Pflegeheimbewohner empfehlen die Autoren mehrere Manahmen:

Fr ihren Bericht hatten sie auch entsprechende Modellprojekte betrachtet. Fr Rckschlsse auf mgliche Verbesserungen der rztlichen Versorgung fehlten genauere Beschreibungen sowie Details zu Ergebnissen und Umsetzung, so die Autoren. Weltweit einzigartig sei aber das niederlndische Modell des Facharztes fr Altersheilkunde (Elderly Care Physician): Dieser sei speziell fr die typischen Krankheitsbilder in Pflegeeinrichtungen ausgebildet und werde von diesen direkt als erstbehandelnder Arzt eingestellt. Einzelne Aspekte dieses Modells empfehlen die Autoren auch fr die deutsche Versorgung.

Mit dem am 29. Juni 2012 vom Bundestag beschlossenen Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) reagiert die Bundesregierung bereits auf die geforderten Vernderungen. Das am 1. Januar 2013 in Kraft getretene PNG soll u. a. gezielt die rztliche und zahnrztliche Versorgung in Pflegeheimen verbessern.

Beschreibung und Bewertung der fachrztlichen Versorgung von Pflegeheimbewohnern in Deutschland (Katrin Balzer, Stefanie Butz, Jenny Bentzel, Dalila Boulkhemair, Dagmar Lhmann)

HTA-Berichte bei DAHTA

Die HTA-Berichte sind in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI bzw. im HTA-Journal bei German Medical Science (GMS) kostenfrei als Volltext abrufbar. Fr die Inhalte der HTA-Berichte sind die genannten Autoren verantwortlich. Alle durch die DAHTA beauftragten Berichte werden in einem standardisierten, anonymisierten Verfahren erstellt, um die Unabhngigkeit der Autoren zu gewhrleisten.

Das DIMDI stellt ber das Internet hochwertige Informationen fr alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfgung. Es entwickelt und betreibt datenbankgesttzte Informationssysteme fr Arzneimittel und Medizinprodukte und verantwortet ein Programm zur Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment, HTA). Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM und OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die fr die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind. Das DIMDI ermglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und rund 50 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dafr entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 01.03.2013 nach oben

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