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Politische Kampagne "Diabetes STOPPEN ? jetzt!" gestartet

diabetesDE fordert Nationale Diabetes-Strategie

Sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes mellitus. Insgesamt entstehen 48 Milliarden Euro an direkten Kosten jhrlich durch die Volkskrankheit. Trotz EU-seitiger Empfehlung gibt es nach wie vor keine Nationale Diabetes-Strategie hierzulande, whrend diese in 16 von 27 europischen Lndern bereits umgesetzt wird. Die gemeinntzige Organisation diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe stellte heute im Rahmen einer Pressekonferenz ihre politische Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" vor und diskutierte mit den beiden politischen Vertretern Renate Knast, MdB und Fraktionsvorsitzende Bndnis 90/Die Grnen, und Dietrich Monstadt, MdB fr CDU/CSU und Mitglied des Ausschusses fr Gesundheit im Bundestag.

Die chronische Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus kann weitreichende Folgen haben: Jedes Jahr gibt es 40.000 diabetesbedingte Amputationen und 2.000 Neuerblindungen. Jede Stunde sterben drei Erkrankte an Diabetes. "Diabetes STOPPEN - jetzt!" lautet daher die gemeinsame Kampagne von Betroffenen und Behandlern: "Immerhin ist mindestens jeder 10. Whler von Diabetes betroffen - das sollte den Politikern ein Gesprch innerhalb des anstehenden Wahlkampfes wert sein", sagte Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Kinderkrankenhaus "Auf der Bult" in Hannover im Rahmen der Pressekonferenz. Die Kampagne umfasst drei bergeordnete Themenblcke: Die bestmgliche Versorgung der Menschen mit Diabetes soll gesichert, Manahmen zur Frderung des gesunden Lebensstils gefordert und die Selbsthilfe gestrkt werden.

"Gesundheitspolitisch mssen wir in Deutschland von kurzfristigen Projekten und Einzelentscheidungen wegkommen", erluterte Professor Danne. Das Hauptanliegen sei die Realisierung einer Nationalen Diabetes-Strategie fr Deutschland. Vereinte Nationen, WHO und die Europische Kommission empfehlen die Etablierung nationaler Aktionsplne gegen chronische Krankheiten und Diabetes im Speziellen.

Professor Danne und Claudia Leippert, stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), forderten konkrete Manahmen zur Prvention: "Die Einfhrung einer Fett- und Zuckersteuer, eine volle Stunde Sport tglich in der Schule, eine verstndliche Nhrwertkennzeichnung auf Verpackungen und in Restaurants sowie das Verbot von Werbung fr bergewichtsfrdernde Lebensmittel und Getrnke wrden zur Vorbeugung von Diabetes beitragen!"

Diesen Forderungen pflichtete Renate Knast, in einigen Punkten bei: "Von der Stadtentwicklung ber die Schule bis zur Lebensmittelwirtschaft - es muss gesellschaftlich ein anderes Bewusstsein fr Ernhrung und Bewegung geschaffen werden." Dabei sollten Fragen im Mittelpunkt stehen wie: "Was essen wir? Was ist Grundnahrungsmittel, was ist Sigkeit?", so die Fraktionsvorsitzende Bndnis 90/Die Grnen. Dietrich Monstadt, MdB fr CDU/CSU und Mitglied des Ausschusses fr Gesundheit im Bundestag, ergnzte: "Der Diabetes-Tsunami lsst sich nur mit einem anderen gesellschaftlichen Verhalten aufhalten. Frher fuhren Kinder drauen mehr Fahrrad, heute sitzen sie an Spielekonsolen vor dem Fernseher."

Wie wichtig ein gesundheitspolitisches Engagement ist, zeigen auch richtungsweisende Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA): Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Vizeprsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft, erklrte: "Der von deutschen Forschern entwickelte Blutzuckersenker Linagliptin ist seit 2011 zugelassen, aber in Deutschland nicht fr alle erhltlich. Einem Entschluss des G-BA zufolge hat Linagliptin keinen Zusatznutzen im Vergleich zu anderen Diabetesmedikamenten." Dr. med. Christian Berg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) warnte: "Ohne eine starke Stimme der Patienten sind weitere Einschrnkungen in der Versorgung zu befrchten". Die Selbsthilfe seitens der Patienten sei auerdem eine wichtige Ergnzung zur medizinischen Betreuung, so Berg: "Das aktive Mitwirken der Betroffenen beeinflusst den Verlauf einer Diabetes-Erkrankung entscheidend."

Umso wichtiger sei es, sich gemeinsam fr das Thema Diabetes bei den Volksvertretern einzusetzen, die im neuen Bundestag vertreten sein werden. Am 1. Mrz ging die Kampagnen-Website www.diabetes-stoppen.de ans Netz. Sie bietet aktuelle Informationen und Handlungsanleitungen, anhand denen sich Interessierte, Behandler und Betroffene in die Kampagne einbringen und Termine bei ihren Abgeordneten in ihrem Wahlkreis vereinbaren knnen, um so mit der Politik in den Dialog zu treten. Teil der Kampagne ist auerdem die Aktion: "Post an die Bundeskanzlerin". Drei Postkartenmotive stehen zur Auswahl "Zucker ist nicht s", "Blut lgt nicht" und "Bis dass der Tod uns scheidet", um auf Folgeerkrankungen, mangelnde Frherkennung und die lebenslange chronische Krankheit zu verweisen.

zuletzt bearbeitet: 05.03.2013 nach oben

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