Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130305c

Magen-OP bei Typ-2-Diabetes

Operation bessert Zuckerwerte bei Adipösen

Endokrinologen fordern Langzeitstudien zur Bariatrischen Chirurgie

Die Behandlung stark bergewichtiger Menschen mit Typ-2-Diabetes durch Magenverkleinerung, Magenband oder Magenbypass ist in den letzten Jahren hufiger geworden. Verglichen mit herkmmlichen Behandlungsmethoden verbessert sich dadurch der Glukosestoffwechsel bis hin zur vlligen Normalisierung. ber Wirksamkeit und Sicherheit dieser Eingriffe bei nicht stark bergewichtigen Diabetespatienten ist jedoch nur wenig bekannt. Auf dem 56. Symposium der Deutschen Gesellschaft fr Endokrinologie diskutieren Experten Vor- und Nachteile der Bariatrischen Chirurgie und welche Patienten hiervon profitieren. Die Veranstaltung findet vom 13. bis 16. Mrz 2013 in Dsseldorf statt.

Die Zahl der Menschen mit starkem bergewicht, auch Adipositas genannt, ist in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen. 23 Prozent der Mnner und 24 Prozent der Frauen gelten als fettleibig. Adipositas ist der wohl grte Risikofaktor fr Ty-2-Diabetes. "Die Zahlen Betroffener werden steigen", warnt Professor Dr. med. Michael Roden, Direktor der Universittsklinik fr Endokrinologie und Diabetologie und Wissenschaftlicher Geschftsfhrer des Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), Dsseldorf. "Das DDZ hat errechnet, dass 2030 allein in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jhrigen rund 3,9 Millionen Deutsche an Typ-2-Diabetes erkrankt sein werden."

Wichtiges Ziel der Diabetesbehandlung ist es, das Krpergewicht zu reduzieren und den Blutzucker zu senken. "Trotz nachweisbarer Erfolge einer gezielten Umstellung der Lebensgewohnheiten und medikamentser Behandlung rckt bei bergewichtigen Typ-2-Diabetespatienten zunehmend die Bariatrische Chirurgie als Alternative zu den konservativen Behandlungskonzepten in den Vordergrund", erlutert Roden. Dabei gehe es nicht nur um Gewichtsreduktion, sondern zunehmend darum, die Blutglukosewerte und das Gefrisiko zu senken.

Positive Langzeiteffekte der Bariatrischen Chirurgie sowohl auf das Krpergewicht als auch auf Begleiterkrankungen und Lebensdauer sind schon lnger bekannt. Neue Studien zeigen nun, dass Magenband, Magenbypass (Roux-en Y) und Schlauchmagenbildung nicht nur den Body-Mass-Index  (BMI) um etwa die Hlfte bis drei Viertel reduzieren, sondern auch eine Heilung des Diabetes ermglichen: In der Cleveland-Studie hatten zwlf Monate nach Magenbypass 42 Prozent und nach Schlauchmagen-Operation 37 Prozent der stark adipsen Patienten keinen Diabetes mehr. Hingegen konnte dieses Ziel bei nur 12 Prozent der mit Medikamenten behandelten Patienten erreicht werden. hnliche Ergebnisse liefern andere Studien. Nach mehreren Jahren kehrt jedoch bei einem Teil der Patienten der Diabetes wieder zurck.

Operative Manahmen werden daher laut internationaler Leitlinien bei adipsen Personen mit Typ-2-Diabetes und einem BMI von 35 kg/m oder mehr empfohlen. Andere Studien fanden einen vergleichbaren Erfolg der Magenbypass-OP sogar bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit geringer Adipositas (BMI < 35 kg/m²). Deswegen wird diskutiert, die BMI-Grenzen fr die bariatrische Operation nach unten zu korrigieren und das chirurgische Vorgehen als "metabolische Chirurgie" zu bezeichnen. Metabolismus bezeichnet den Stoffwechsel, also die Gesamtheit der chemischen Prozesse im Krper.

Die Langzeiterfolge und -folgen seien jedoch noch zu wenig untersucht, sodass eine generelle Empfehlung zur Ausweitung der Operationsindikation zur Therapie des Typ-2-Diabetes noch nicht gegeben werden knne. "Dies muss in Langzeitstudien weiter untersucht werden. Denn die Bariatrische Chirurgie erfordert eine intensive Betreuung der Patienten auch lange nach dem operativen Eingriff", resmiert Professor Roden. Auf dem Symposium in Dsseldorf stellen Experten aktuelle Studienergebnisse vor und diskutieren ber die Vor- und Nachteile der Bariatrischen Chirurgie.

Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen, Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Drsen, zum Beispiel Schilddrse oder Hirnanhangdrse, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierstcken, "endokrin" ausgeschttet, das heit nach "innen" in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben "exokrine" Drsen, wie Speichel- oder Schweidrsen, ihre Sekrete nach "auen" ab.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 05.03.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.