Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130317

Jeder vierte Patient soll Zusatzbehandlung selbst zahlen

Pressemitteilung: DAK-Gesundheit

Nur die Hälfte der Ärzte informiert umfassend über "IGeL-Leistungen"

Darf es etwas mehr sein? Jedem vierten Patienten wurde im vergangenen Jahr beim Arztbesuch eine Zusatzbehandlung angeboten, die selbst gezahlt werden sollte. ber die Vor- und Nachteile der "individuellen Gesundheitsleistungen" (IGeL) informierte nur die Hlfte der Mediziner. Das zeigt eine aktuelle und reprsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Durch das neue Gesetz fr Patientenrechte erwarten die Deutschen eine bessere Beratung. 65 Prozent der Befragten halten es fr "sehr wichtig", dass Patienten verstndlich und auch mndlich ber selbst zu zahlende Behandlungskosten aufgeklrt werden.

Beim Ende Februar in Kraft getretenen Patientenrechtegesetz ist fr die groe Mehrheit (77 Prozent) der Bevlkerung eine gute Arztinformation ber Diagnose, Therapie und mgliche Risiken am wichtigsten. Es folgt der Wunsch nach genauer Aufklrung ber sogenannte "IGeL-Leistungen", die selbst gezahlt werden mssen. Fr 55 Prozent der Patienten ist das Recht auf vollstndige Akteneinsicht sehr wichtig. Fast ebensoviel Befragte nennen die neue Beweislast fr rzte bei groben Behandlungsfehlern.

Mehr IGeL-Leistungen fr Frauen

Laut Umfrage der DAK-Gesundheit wurden 26 Prozent aller Patienten im vergangenen Jahr von ihrem Arzt ein- oder mehrmals "IGeL-Leistungen" angeboten, die sie selbst bezahlen mssen. Die Angebote erhielten deutlich mehr Frauen als Mnner. Nur die Hlfte der Befragten wurde umfassend ber die Vor- und Nachteile der selbst zu zahlenden Zusatzbehandlungen informiert. 31 Prozent derer, denen eine "IGeL-Leistung" angeboten wurde, lehnten diese ab. Grund: Die Patienten konnten in den meisten Fllen den medizinischen Nutzen nicht erkennen.

"Nicht auf Augenhhe mit rzten"

"Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten und rzte noch nicht berall auf Augenhhe sind", sagt Medizin-Experte Dieter Carius von der DAK-Gesundheit. "Problematisch wird es, wenn die Patienten pltzlich Zusatzleistungen aus eigener Tasche zahlen sollen, aber vorher nicht richtig aufgeklrt werden." Die aktuelle Studie zeige bundesweit die hohen Erwartungen der Menschen an ihre behandelnden rzte.

Ratgeber: Arzt wichtiger als Internet

Laut Umfrage bleiben auch in Zeiten von Internet und Ratgeberseiten die Mediziner erster Ansprechpartner bei einer Krankheit. So informieren sich bundesweit 87 Prozent der Patienten normalerweise beim Arzt ber ihre Erkrankungen. Als Ratgeber folgen persnliche Gesprche mit Verwandten oder Freunden (64 Prozent) und Expertenseiten im Internet (58 Prozent). Selbsthilfegruppen und Verbraucherschutzorganisationen befragen 13 Prozent der Betroffenen.

Groe Mehrheit zufrieden mit Beratung

Trotz der unzureichenden Beratung bei IGeL-Leistungen ist die groe Mehrheit der Befragten (84 Prozent) insgesamt mit dem eigenen Arzt sehr zufrieden oder zufrieden. Nur zwei Prozent der Befragten war mit der Art und Weise, wie sie ber die Behandlung aufgeklrt wurden, berhaupt nicht zufrieden. Fr die reprsentative DAK-Studie zum Thema Patientenrechte befragte das Meinungsforschungsinstitut "Forsa" vom 18. bis 21. Februar 2013 bundesweit 1.001 Mnner und Frauen ab 18 Jahre.

So informieren sich Patienten in Deutschland ber Erkrankungen:

zuletzt bearbeitet: 17.03.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.