Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130320b

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zum Thema IGeL

Pressemitteilung: Bundesärztekammer (BÄK)

Statement des Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, zum Umgang mit Individuellen Gesundheitsleistungen

"Wichtig ist, dass rzten und Patienten serise Informationen zum Thema 'Individuelle Gesundheitsleitungen (IGeL)' an die Hand gegeben werden. Und wichtig ist auch, dass rzte verantwortungsvoll mit diesen Selbstzahlerleistungen umgehen. Deshalb informieren Bundesrztekammer und Kassenrztliche Bundesvereinigung in ihrem berarbeiteten IGeL-Ratgeber 'Selbst zahlen?' unter anderem darber, was IGeL sind, warum gesetzlich Versicherte dafr selber zahlen mssen und auf was jeder achten sollte, der von seiner rztin oder seinem Arzt eine solche Leistung angeboten bekommt oder sie von sich aus wnscht. Fr rztinnen und rzte, die IGeL anbieten, kann dieser Ratgeber als Leitfaden dienen.

So ist die unaufdringliche, sachliche Beratung der Patienten ber Individuelle Gesundheitsleistungen und ein schriftlicher Vertragsschluss besonders wichtig. Wenn ein Arzt meint, dass eine Therapie infrage kommt, die nicht zum GKV-Leistungskatalog gehrt, hat er dies dem Patienten zu erlutern. Er muss ihm Bedenkzeit geben, ob er diese individuelle Gesundheitsleistung in Anspruch nehmen will. Der Arzt darf den Patienten nicht zur Inanspruchnahme einer Leistung drngen und keine falschen Erwartungen hinsichtlich eines Erfolges einer Behandlung wecken. Und der Arzt ist verpflichtet, ber die zu erwartenden Behandlungskosten aufzuklren. Der Patient muss abschlieend eine transparente Rechnung auf der Grundlage der amtlichen Gebhrenordnung fr rzte (GO) erhalten.

Der Ratgeber von Bundesrztekammer und Kassenrztlicher Bundesvereinigung kann helfen, bei Beratung und Aufklrung Missverstndnisse zu vermeiden. Zudem informiert er ber rechtliche Anforderungen. Erklrtes Ziel des Ratgebers ist es, das offene Gesprch zwischen Arzt und Patient zu frdern. Denn er regt dazu an, im Arztgesprch die 'richtigen Fragen' ber IGeL zu besprechen.

Mit dem IGeL-Monitor unternehmen die Krankenkassen den Versuch, Nutzen und Risiken von ausgewhlten IGeL nach wissenschaftlichen Methoden zu prfen und zu bewerten. Wnschenswert wre es, wenn dabei mehr Transparenz in Bezug auf die eigentliche Bewertung und das Team bestnde: Welche externen Experten haben den Redakteur untersttzt? Wer war an der Recherche und Bewertung beteiligt?

Problematisch ist aus unserer Sicht auch die Bewertungs-Kategorie 'unklar'. Zum einen ist eine unklare Studienlage gemeint, die keine eindeutige Aussage zu Nutzen und Schaden einer IGeL erlaubt, zum anderen bezieht sich diese Kategorie auf das Nutzen-Schaden-Verhltnis. Es werden also zwei Sachverhalte mit dieser Bewertung beschrieben, die nicht miteinander zu vergleichen sind. Dies ist zumindest wissenschaftlich sehr fragwrdig."

Selbst zahlen? Ein Ratgeber zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) fr Patientinnen und Patienten sowie rztinnen und rzte [PDF]

zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.