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IQWiG-Entscheid zum Diabetesmedikament Dapagliflozin gefährdet Patienten

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hält Entscheid für ethisch untragbar

Das Institut fr Qualitt und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat einem Diabetesmedikament der neuen Substanzklasse der SGLT-2-Inhibitoren den Zusatznutzen abgesprochen. Da zu erwarten ist, dass sich der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner Sitzung am 23. April 2013 diesem Votum anschliet, wird dann diese effektive und sichere Therapieoption Patienten mit Typ-2-Diabetes in Deutschland nicht mehr angeboten werden knnen.

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hlt das IQWiG-Urteil aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht fr falsch. Grund: Durch Unterzuckerungen gefhrdete Patienten profitieren von Dapagliflozin, dem ersten zugelassenen Medikament dieser Substanzklasse. Das IQWiG nehme mit seiner Entscheidung Unterzuckerungen in Kauf, die teilweise tdlich verlaufen knnen, kritisiert die DDG. Dies sei medizinisch und ethisch untragbar.

Der Sodium-Glukose Transporter 2 (SGLT-2) ist ein Glukosetransporter, der in den Nieren die Wiederaufnahme von Glukose aus dem Urin bewirkt. Die neuen SGLT-2-Hemmer unterbinden diesen Vorgang und bewirken, dass der Krper ber den Harn vermehrt Glukose ausscheidet. Dies senkt den Blutzucker, den Blutdruck und das Krpergewicht - eine gnstige Wirkkombination, die von keinem der bisher verfgbaren oral einzunehmenden Diabetesmedikamente erzielt wird. Patienten nehmen die Tabletten kombiniert mit anderen Diabetes-Medikamenten ein oder auch als Einzelmedikation. "Die neue Klasse der SGLT-2-Inhibitoren schliet eine Lcke in der Therapie", erlutert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Prsident der DDG.

Die DDG kritisiert, dass das IQWiG erneut vorrangig formale Kriterien heranzieht, um einem Medikament den Zusatznutzen abzusprechen. Zudem lasse das IQWiG erneut die Gefahr von Unterzuckerungen auer Acht. Denn gegenber Sulfonylharnstoffen verringert Dapagliflozin das Risiko dieser Hypoglykmien und damit einhergehender potentiell lebensbedrohlicher Komplikationen. Der Patient nimmt das Medikament als sichere Standard-Tablette ein.

"Die Sicherheit von Arzneimitteln ist aus unserer Sicht eindeutig ein erheblicher Zusatznutzen", betont Professor Matthaei. In den vergangenen zehn Jahren nahmen Notaufnahmen vermehrt Menschen mit Typ-2-Diabetes auf, die an schweren Unterzuckerungen litten. Dies geht unter anderem auf die Therapie mit Sulfonylharnstoffen zurck. Mit einer Absage an Medikamente wie Dapagliflozin nehme das IQWiG potentiell tdliche Komplikationen fr Menschen mit Diabetes in Kauf und behindere darber hinaus die Forschung und Entwicklung in der Diabetologie, betont Matthaei.

Wichtige Studien habe das IQWiG in seinem Urteil nicht bercksichtigt, kritisiert die DDG. Darber hinaus ignoriere das Institut Vorgaben zahlreicher internationaler Organisationen wie beispielsweise der europischen Zulassungsbehrde EMA. EMA hat Dapagliflozin bereits eine breite Zulassung erteilt. "Das IQWiG agiert in einer Weise, die normprgend sein knnte", warnt Professor Matthaei. Hier sei zu prfen, ob dieses Vorgehen verfassungskonform ist.

Die vollstndige Stellungnahme der DDG finden Sie hier: Stellungnahme der DDG zu IQWiG Bericht Dapagliflozin.

zuletzt bearbeitet: 22.03.2013 nach oben

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