Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130327b

Rheuma schädigt Blutgefäße ebenso stark wie Diabetes

Herzinfarkt und Schlaganfall bei Rheumapatienten häufiger

Die etwa 800.000 Menschen mit entzndlichem Rheuma in Deutschland sind nicht nur von Schmerzen und Schden ihrer Gelenke bedroht. Neue Studien zeigen, dass auch ihr Risiko fr Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhht ist. Eine frhzeitige Behandlung des Rheumas knnte Betroffene auch vor den Gefschden und ihren tdlichen Folgen schtzen. Die Deutsche Gesellschaft fr Innere Medizin (DGIM) setzt sich fr wirksame Therapien ein und rt Patienten, zustzliche Risiken wie etwa Zigarettenrauch unbedingt zu meiden. Systemische Entzndung ist ein Hauptthema des 119. Internistenkongresses, der vom 6. bis 9. April 2013 in Wiesbaden stattfindet.

Rheumatoide Arthritis, auch Gelenkrheuma genannt, gehrt zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen die krpereigene Abwehr eigenes gesundes Gewebe angreift. Die Attacke ist zwar in erster Linie gegen die Knochen gerichtet. Es begleitet sie jedoch eine Entzndungsreaktion im gesamten Krper, die auch die Blutgefe in Mitleidenschaft zieht. "Herzinfarkte und Schlaganflle treten deshalb bei Rheumakranken doppelt so hufig auf wie in der brigen Bevlkerung", sagt Professor Dr. med. Ulf Mller-Ladner, Chefarzt an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Das Herzinfarktrisiko von Rheumapatienten ist genauso hoch wie von Diabetikern.

"Schon in den ersten Erkrankungsjahren einer entzndlichen Gelenkerkrankung lassen sich mit kardiologischen Funktionstests Vernderungen in den Arterien nachweisen", berichtet Mller-Ladner im Vorfeld des 119. Internistenkongresses. Langfristig htten Rheumapatienten deshalb unbehandelt ein deutlich erhhtes Sterberisiko. Aber nicht nur bei aktivem Rheuma droht ein Herzinfarkt, so der Experte: "Auch beschwerdefreie Menschen mit positivem Rheumafaktor oder erhhten rheumaspezifischen Autoantikrpern im Blut, sogenannten ACPA, haben bereits ein erhhtes Atheroskleroserisiko." Diese Antikrper sind ein Zeichen eines beraktiven Immunsystems. Sei eine drohende entzndliche Gelenkerkrankung zu vermuten, sollten Betroffene einen internistischen Rheumatologen aufsuchen.

Die von Rheuma ausgehenden Risiken fr den Krper sind ein weiterer Grund fr eine konsequente Therapie, betont DGIM Kongressprsidentin Professor Dr. med. Elisabeth Mrker-Herman, Klinikdirektorin in Wiesbaden. Hilfreich seien neuere Medikamente, die die Signale der Entzndungsreaktion ausschalten. "Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass diese Biologika die Patienten auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schtzen", sagt die Rheumaexpertin. Die Erfahrungen aus rheumatologischen Patientenregistern und epidemiologische Untersuchungen lassen hoffen, dass die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganflle bei Rheumapatienten unter frhzeitiger Therapie sinkt.

hnlich wie bei Diabetikern ist es fr Menschen mit Rheuma wichtig, dass Blutdruck, Blutzucker und Blutfette stimmen. "Angesichts des hohen Risikos sollten rzte etwa bei der Verschreibung von Cholesterinsenkern konsequent sein", fordert DGIM Vorsitzende Professor Mrker-Hermann. Kein Rheumapatient knne sich jedoch auf Medikamente allein verlassen. Auch wenn dies oft verwundert: Bewegung hilft. Ganz entscheidend ist bei Rheuma zudem, auf Zigaretten zu verzichten. Denn Tabakrauch wirkt hier zweifach negativ: Er frdert die Entzndung der Gelenke und setzt die Wirksamkeit der Medikamente herab.

Tipp: ber die Zusammenhnge von Rheuma und Herz spricht Professor Mller-Ladner auch in einem Podcast auf der Homepage des 119. Internistenkongresses unter www.dgim2013.de.

zuletzt bearbeitet: 27.03.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.