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Volkskrankheit Typ-2-Diabetes

Neuer Indikator für Insulinresistenz beim Menschen entdeckt

Hohe Fettsäurewerte im Blut sagen beim Menschen eine Insulinresistenz nur dann vorher, wenn gleichzeitig im Blut hohe Werte des Fettleberhormons Fetuin-A vorliegen

Professor Dr. Norbert Stefan In einer aktuell in Nature Medicine erschienenen Arbeit propagieren Tbinger Wissenschaftler die wichtige Rolle der Interaktion von Fettsuren im Blut mit dem Hormon Fetuin-A, dass von einer Fettleber produziert wird. Diese Interaktion knnte mglicherweise die gemeinsame Grundlage bei der Entstehung der Volkskrankheiten Typ-2-Diabetes, kardiovaskulre Erkrankungen und bestimmter Krebserkrankungen sein.

Die Volkskrankheiten Typ-2-Diabetes, kardiovaskulre Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen treten gehuft gemeinsam auf. Die verminderte Insulinwirkung im Krper, die mit einer subklinischen Entzndungsreaktion einhergeht, wird als eine sehr wichtige gemeinsame Ursache dafr angesehen. Vor allem die erhhten Fettsuren im Blut stehen seit vielen Jahren im Verdacht, hauptschlich dafr verantwortlich zu sein. Allerdings war die Datenlage beim Menschen dazu bislang wenig belastbar.

Professor Dr. Norbert Stefan, Inhaber der Heisenberg-Professur fr klinisch-experimentelle Diabetologie, und sein Forscherteam am Universittsklinikum Tbingen haben nun herausgefunden, dass hohe Fettsurewerte im Blut beim Menschen eine Insulinresistenz nur dann vorhersagen, wenn gleichzeitig im Blut hohe Werte des Fettleberhormons Fetuin-A vorliegen. Damit erweitern sie Erkenntnisse zu diesem Thema, die in Musen erhoben wurden.

In der aktuell im renommierten Journal Nature Medicine erschienenen Arbeit stellen Stefan und Professor Dr. Hans-Ulrich Hring, Universittsklinikum Tbingen, ihre neuen Erkenntnisse vor.

Dabei konnten sie anhand von Daten von 347 przise untersuchten Menschen mit einem Risiko fr Typ-2-Diabetes zeigen, dass die Fettsurekonzentration im Blut mit der Konzentration des Eiweies Fetuin-A interagiert, um die Insulinresistenz vorherzusagen. Als Kontrollansatz wurde das Fettgewebshormon Adiponectin untersucht, das keine solche Interaktion mit den Fettsuren zeigt. "Damit knnen wir anhand dieser Blutparameter nun Untergruppen von Menschen identifizieren, die ein sehr hohes Risiko fr die Insulinresistenz haben. Unsere Daten bilden auch eine Grundlage, um schnell im Rahmen von groen Studien an mehreren tausend Menschen zu berprfen, inwieweit diese Erkenntnisse eine wichtige Bedeutung fr die Entstehung von Typ-2-Diabetes, kardiovaskulren Erkrankungen und bestimmten Krebserkrankungen haben", erlutert Stefan.

Die Tbinger Forscher knpfen mit diesen neuen Erkenntnissen unmittelbar an ihre erfolgreiche und innovative Forschung zur Rolle der Fettleber bei der Entstehung dieser Erkrankungen an, u. a. konnten sie in diesem Jahr bereits die Bedeutung verschiedener Fettleberhormone, unter anderem Fetuin-A, darlegen. Mit den neuen Erkenntnissen besttigt sich, dass Fetuin-A die Fettsuren fr seine krankmachenden Eigenschaften hinsichtlich der Stoffwechselerkrankungen braucht. Weitere Studien dazu sind in Kooperation mit dem vom Bundesministerium fr Bildung und Forschung (BMBF) gefrderten Deutschen Zentrum fr Diabetesforschung (DZD) geplant.

Bildunterschrift: Professor Dr. Norbert Stefan
Bildquelle: Universittsklinikum Tbingen

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 08.04.2013 nach oben

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