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Diabetes-Versorgung mit Lücken

Hausärzte, Schwerpunktpraxen und Kliniken sprechen zu wenig miteinander

Menschen mit Diabetes Typ 1 und 2 werden meist parallel vom Haus-, Fach- oder Klinikarzt behandelt. Experten kritisieren schon lange, dass diese drei Ebenen nicht ausreichend miteinander kommunizieren. Darunter leidet vor allem die Versorgung der Betroffenen.

Im nchsten Experten-Chat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe am 25. April 2013 erklrt die Diabetologin Dr. med. Eva-Maria Fach aus Rosenheim, wo Versorgungsdefizite bestehen und welche Lsungsanstze die Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" fordert. Fragen dazu knnen ab sofort unter www.diabetesde.org/experten-chat eingesendet werden.

Jeder Hausarzt betreut etwa 100 Patienten mit Diabetes Typ 2. Menschen mit Diabetes Typ 1 werden hingegen grtenteils von Diabetologen in Schwerpunktpraxen betreut. Aber auch stationr behandeln Klinikrzte 25 bis 30 Prozent Patienten, die als Haupt- oder Nebendiagnose an Diabetes leiden. "Grtenteils existieren in Krankenhusern keine strukturierten Versorgungsplne fr diese Patienten", kritisiert Dr. Fach, Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e.V. (BVND).

Wird der Diabetes vor einer Operation nicht bercksichtigt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Denn fr viele bedeutet der Aufenthalt in einer Klinik Stress und dieser wirkt sich auf den Hormonhaushalt und somit die ntige Insulindosis aus. Vor allem fr schlecht eingestellte Menschen mit Diabetes berge der Krankenhausaufenthalt daher eine groe Gefahr: Unterzuckerungen oder eine erhhte Infektionsgefahr bei stndig erhhten Blutzuckerwerten knnten auftreten, warnt Dr. Fach.

Lcken sieht die Expertin aber auch auf der Hausarztebene. Diese wrden zu hufig versumen, ihren Diabetes-Patienten die Teilnahme an einer Schulung ausdrcklich zu empfehlen. Etwa jeder dritte Mensch mit Diabetes Typ 2 erhlt keine Schulung. "Die Teilnahme an Schulungen sollte weiter ausgebaut werden, und alle Patienten sollten Zugang haben", untersttzt Dr. Fach die Forderung der im Mrz 2013 gestarteten Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" (www.diabetes-stoppen.de). In deren Rahmen fordert diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe eine lngst berfllige nationale Diabetes-Strategie, die ein Diabetesregister sowie eine bergreifende Versorgungsstruktur beinhaltet.

Fragen zur optimalen Versorgung beantwortet Dr. Fach am Donnerstag, dem 25. April 2013, im Expertenchat. Der Diabetes-Chat steht allen Internetnutzern kostenfrei zur Verfgung. Protokolle der letzten Sprechstunden knnen Sie hier abrufen.

zuletzt bearbeitet: 23.04.2013 nach oben

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