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Insulinunabhängigkeit bei Typ-1-Diabetes

Erfolg durch Kombination von Immunsuppression und Betazellregenation?

Aktuelle Studien vorgestellt und kommentiert von Prof. Helmut Schatz

Am 24. April 2013 besprachen bei einem "Capitol Hill Summit" in Washington, DC weltweit fhrende Wissenschaftler die Mglichkeit, erstmals die Kombination aus Immunsuppression und Anregung der Betazellregeneration einzusetzen, um bei Typ-1-Diabetes Insulinunabhngigkeit zu erzielen. Jede der beiden Methoden allein war bisher beim Menschen erfolglos gewesen.

Claresa Levetan vom biopharmazeutischen Unternehmen "CureDM" meinte, die ersten derartigen Versuche knnten bereits Ende 2013 durch Anwendung von bereits FDA-approbierten Substanzen beginnen. Robert Ratner von der Amerikanischen Diabetesgesellschaft befrwortete zwar die Kombination beider Prinzipien, bezweifelte jedoch, dass dies mit den bereits zugelassenen Substanzen Erfolg haben knnte. Stattdessen sollte eher das bei Musen wirksame, neuentdeckte Betatrophin eingesetzt werden, worber erst vor wenigen Tagen berichtet wurde.

Claresa Levatan wies darauf hin, dass in der langen Geschichte der Induktion einer Diabetesremission bei der bertragung der Methodiken von Nagetieren auf den Menschen keine Erfolge erzielt wurden. Einer der Grnde sei wohl, dass die Inseln bei Nagetieren mit Betazellen vollgepackt seinen, im Unterschied zum Menschen, bei dem 5 verschiedene, durch Blutgefe verbundene Zelltypen 6 Hormone sezernierten, die alle fr die Glukosehomostase ntig seien.

Als Immunsuppressivum schlug Paolo Pozzilli - nicht unwidersprochen - niedrigdosiertes Cyclosporin vor, als betazellregenerative Substanz Aaron Vinik das INGAP (islet neogenesis-associated protein), zusammen mit anti-apoptotischen oder anti-inflammatorischen Substanzen wie etwa Inkretinmimetika. Zur Regenationsfrderung wurden auch Protonenpumenhemmer diskutiert, da diese das betazellwachstumsanregende Gastrin stimulieren. Dr. Levetan meinte, dass Protonenpumpenhemmer zusammen mit Cyclosporin mglicherweise die ersten Substanzen sein wrden, die beim Menschen zum Einsatz kommen knnten.

Kommentar des Referenten

Die Stimulierung einer Inselregeneration ist nicht neu. Vor bald einem Jahrhundert versuchte Frederik Banting, einer der Mitentdecker des Insulins, durch Abklemmen des Pankreasganges bei Kindern mit Typ-1-Diabetes eine Inselneubildung zu induzieren. Dies besserte zwar oft den Diabetes, jedoch nur vorbergehend, da die neugebildeten Inseln durch den zugrundeliegenden Immunproze wieder rasch zerstrt wurden. Die Autoimmun-tiologie des Typ-1-Diabetes wurde erst in den 1980er Jahren richtig erkannt. Eine Kombination beider Verfahren, wie sie jetzt in Angriff genommen wird, ist ein neuer Weg. Man kann nur hoffen und wnschen, dass er erfolgreich sein wird.

Helmut Schatz

Quellen

zuletzt bearbeitet: 01.05.2013 nach oben

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