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Erste Ergebnisse der Ursachenforschung Typ-1-Diabetes

Widererwartend kein direkter Zusammenhang zwischen Virusinfektion und Krankheitsausbruch erkennbar

Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler Die TEDDY-Studie untersucht Umweltfaktoren, die eine Erkrankung an Typ-1-Diabetes im Kindesalter bedingen knnten. Als eines der ersten Resultate stellten die Wissenschaftler der internationalen Studie nun fest, dass Virusinfektionen wahrscheinlich nicht die Ursache eines sich rapide entwickelnden Typ-1-Diabetes im Kindesalter sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift 'Diabetologia' publiziert.

Virusinfektionen gelten als ein potentieller Auslser der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes. Bei der Erkrankung kommt es durch Autoimmunreaktionen zu einer Zerstrung der Insulinbildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrse. Zu einem Ausbruch der Erkrankung kann es innerhalb weniger Monate kommen, in manchen Fllen entwickelt sich die Krankheit jedoch auch schleichend ber Jahre.

Das internationale Wissenschaftlerteam um Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts fr Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum Mnchen (HMGU), darunter Dr. Hye-Seung Lee und Dr. Jeffrey Krischer von der University of South Florida, USA, Dr. Thomas Briese von der Columbia University, New York, USA und Dr. Beena Akolkar vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, USA, wertete Daten der TEDDY (The Environmental Determinants of Diabetes in the Young)-Studie mit dem Ziel aus, herauszufinden, ob virale Infektionen bei Babys die Ursache eines besonders schnell eintretenden Typ-1-Diabetes sind.

Zwischen 2004 und 2010 wurden innerhalb einer Gruppe von insgesamt 420.000 Babys 21.589 Suglinge mit einer genetischen Prdisposition, d. h. einem erhhten Risiko fr Typ-1-Diabetes, identifiziert. Deren Familien wurden eingeladen, an der prospektiven TEDDY-Studie teilzunehmen, bei der bis zum Alter von 15 Jahren neben regelmigen Blutabnahmen zur Untersuchung von Autoantikrpern und weiteren serologischen Markern auch kontinuierlich detaillierte Daten zu Erkrankungen, Infektionen, Ernhrung, psychosozialen Faktoren und Entwicklung gesammelt werden. Ziel ist es hierbei, Umweltfaktoren zu identifizieren, die die Betazellentzndung und den Diabetes triggern. 8.677 Kinder nahmen an der TEDDY Studie teil.

ber den Beobachtungszeitraum bis Juli 2011 entwickelten 355 Kinder Diabetes-typische Autoantikrper, 86 davon entwickelten einen manifesten Typ-1-Diabetes. In 24 Fllen handelte es sich dabei um eine besonders fulminate Verlaufsform mit einem Krankheitsausbruch innerhalb von 6 Monaten nach Autoantikrperentstehung. Fr 14 dieser Kinder standen Blutproben von vor und nach dem erstmaligen Auftreten von Autoantikrpern zur Verfgung, an denen die Wissenschaftler Virusnachweise mittels state of the art Sequenzierungs-Methoden durchfhrten. Nur ein Kind zeigte eine messbare virale Last in der Blutprobe. Die brigen Proben zeigten sich unauffllig und es waren keinerlei Unterschiede zu Kontrollproben gesunder Kinder gleichen Alters erkennbar. Auch der Vergleich der gesammelten Daten mit viralen Infektionsereignissen der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes der 24 erkrankten Kinder mit denen von 72 gesunden Kindern zeigte keinen Zusammenhang von viralen Infektionen und dem Ausbruch einer Typ-1-Diabetes Erkrankung.

"Unsere Ergebnisse schlieen die Mglichkeit fr ein urschliches Virus, mit dem Kinder sich vor dem 6. Lebensmonat infizieren, nicht aus", erklrt Ziegler, Letztautorin der Studie. "Allerdings stellen die Resultate Viren als Auslser momentan in Frage. Die Studie belegt, dass zum Zeitpunkt der Entwicklung der Autoimmunitt keine viralen Auslser vorhanden sind."

berraschenderweise zeigten die Kinder mit Diabetes geringere Fieber-Episoden als die Kinder der Kontrollgruppe. "Diese Daten mssen berprft werden und knnten darauf hindeuten, dass Fieber als ein Kennzeichen einer kompetenteren Immunabwehr und Viruselimination in gesunden Kindern steht", so Ziegler. Eine weiterfhrende Analyse hierzu soll demnchst im Rahmen der TEDDY-Studie erfolgen.

Weitere Informationen

Wer Interesse an Studien zu Diabetes hat, kann sich unverbindlich hier informieren:

Institut fr Diabetesforschung,
Helmholtz Zentrum Mnchen,
Direktorin: Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler,
Kostenlose Info-Hotline: 0800-8284868,
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de,
Internet: www.diabetes-studien.de

Original-Publikation: Lee, H.-S. et al. (2013): Next-generation sequencing for viruses in children with rapid-onset type 1 diabetes, Diabetologia, doi: 10.1007/s00125-013-2924-y

Bildunterschrift: Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 07.05.2013 nach oben

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