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Diabetes ist alles andere als süß

Pressemitteilung: Universität Ulm

Die Zuckerkrankheit in der Kindheit

Kinder-Diabetes-Biobank an der Universität Ulm leistet wertvolle Dienste für Forschung

"Diabetes bei Kindern ist eine heimtckische Krankheit, die anfangs oft unentdeckt bleibt", erklrt Professor Reinhard Holl vom Institut fr Epidemiologie und medizinische Biometrie der Universitt Ulm. Der Koordinator der in Ulm eingerichteten Kinder-Diabetes-Biobank lenkt das Augenmerk auf eine Krankheit mit gefhrlich diffuser Symptomatik:

"Wenn ein Kind hufig durstig ist und stndig Wasser lassen muss, wenn es an Gewicht verliert und stndig mde ist oder hufig an Pilzerkrankungen leidet, kann sich dahinter eine Diabetes-Erkrankung verstecken", erklrt der Kinderdiabetologe. Typ-1-Diabetes ist mittlerweile die hufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Gut 30.000 Heranwachsende unter 20 Jahren leiden daran.

Anders als Diabetes vom Typ 2, der hufig mit starkem bergewicht verbunden ist und meist im Erwachsenenalter auftritt, ist Typ-1-Diabetes eine Autoimmunerkrankung, die in der Regel im Kindesalter ausbricht und die insulinproduzierenden Zellen im Krper vollstndig zerstrt. Die Erforschung Immunologischer und genetischer Faktoren, die in beiden Varianten ganz unterschiedliche Rollen spielen, ist aufwndig und kostenintensiv ist.

Um den Umgang mit kostbaren Ressourcen in der pdiatrischen Diabetes-Forschung zu optimieren, wurde an der Universitt Ulm eine Kinder-Diabetes-Biobank (paedBMB) eingerichtet, in der neben Patientendaten auch Bioproben eingelagert werden. So konnten ? unter strengsten Datenschutzstandards und mit Einwilligung der Patienten ? Blut- und Serumproben von ber 2.000 jungen zuckerkranken Patienten aus ber 150 pdiatrischen Diabetes-Einrichtungen in Deutschland zusammengefhrt werden.

"Die in der Kinder-Diabetes-Biobank erfassten individuell charakterisierten ? aber anonymisierten ? Patientenkohorten erlauben die Bearbeitung von grundlegenden Forschungsfragen zu Krankheitsentstehung, Verlauf und Therapie", so der Diabetes-Forscher. Und auch in Bezug auf die Frherkennung sind die Erwartungen hoch: Mglicherweise lassen sich bald bessere Biomarker auffinden, die das Erkrankungsrisiko frhzeitig vor Ausbruch anzeigen. Denn Langzeitstudien zeigen: Je frher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto geringer sind die Sptschden.

Als Leiter der Kinder-Diabetes-Studiengruppe koordiniert Professor Holl die sogenannte Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation (DPV), die mit Hilfe klinischer Langzeitstudien den Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg verschiedener Diabetes-Typen wissenschaftlich erfasst. "Der eigentliche Diabetes lsst sich bei kontrollierter Lebensfhrung und gegebenenfalls mit Insulin gut behandeln. Das Problem sind allerdings die schwerwiegenden Komplikationen wie lebensgefhrliche Blutbersuerung oder diabetisches Koma und langfristige Folgeerkrankungsrisiken fr Nervenschden, Atherosklerose und Schlaganfall", sagt Holl.

Die Ulmer Kinder-Diabetes-Biobank (paedBMB) gehrt - zusammen mit fnf weiteren Biobanken - zu den "Pionieren", die jetzt zusammen mit dem Fraunhofer-Institut fr Biomedizinische Technik (IBMT) das Projektportal im Deutschen Biobanken-Register aufgebaut haben. Das Projektportal wird das Auffinden besserer Biomarker ganz entscheidend beschleunigen: Es erlaubt den Beteiligten, einerseits auf einen greren Proben- und Daten-Pool online zuzugreifen ? und zwar fall- und probengenau -, andererseits die eigenen wertvollen Ressourcen fr externe Kooperationspartner besser sichtbar zu machen.

Das Projektportal wurde vom IBMT gemeinsam mit der Technologie- und Methodenplattform fr die vernetzte medizinische Forschung (TMF) e.V. eingerichtet und vom BMBF gefrdert. Neben der Ulmer Kinder-Diabetes-Biobank umfasst es Biobanken zu Neuropsychiatrischen Erkrankungen, Darmkrebs, HIV/AIDS und zur Populationsgenetik und steht fr weitere Biobankpartner offen. ber die bereits jetzt erfassten Patientenkenndaten wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI) hinaus wird es stndig um weitere Parameter wie z. B. spezielle Autoantikrper oder immunologisch relevante Genotypen ergnzt werden.

zuletzt bearbeitet: 15.05.2013 nach oben

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