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DNA-Variante beeinflusst Diabetes-Risiko und Behandlungserfolg

Wie bestimmte Diabetes-Medikamente gegen Typ-2-Diabetes wirken bestimmen die Gene

Eine DNA-Variante in rumlicher Nhe zu einem Verdauungsenzym hat nicht nur Einfluss auf das Risiko, an Diabetes zu erkranken, sondern auch auf das Ansprechen auf die medikamentse Behandlung. Diese Ergebnisse verffentlichte ein europisches Konsortium mit deutscher Beteiligung in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Diabetes. Ihre Erkenntnisse bieten neue Ansatzpunkte zur individualisierten Diabetesprvention und -behandlung.

Das Verdauungsenzym Chymotrypsin spaltet Proteine in der Nahrung in kleinere Fragmente auf, die vom Darm aufgenommen werden knnen. 20 % der Bevlkerung sind Trger einer DNA-Variante, die sich in der Nhe der Chymotrypsin-Gene befindet und die Aktivitt des Enzyms verstrkt. Neueste Ergebnisse des europischen Gemeinschaftsprojekt zeigten, dass gesunde Probanden mit dieser DNA-Variante nach einer Mahlzeit eine bis zu 40 Prozent hhere Insulinausschttung hatten - eine wahrscheinliche Erklrung dafr, warum sie ein vermindertes Risiko haben, Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

"Es war bereits bekannt, dass Menschen mit dieser Variante ein geringeres Risiko haben, Diabetes Typ 2 zu entwickeln", erklrten die Wissenschaftler Dr. Leen 't Hart von der Universittsklinik Leiden in den Niederlanden und Andreas Fritsche vom Deutschen Zentrum fr Diabetesforschung und der Universitt Tbingen. "Aber in unserer Studie konnten wir zeigen, warum das so ist."

GLP-1 (Glucagon-like peptide-1) ist ein Hormon, das vom Darm als Reaktion auf eine Mahlzeit produziert wird. Eine seiner Funktionen ist, die Insulinsekretion der Bauchspeicheldrse zu stimulieren, so dass die erhhten Blutzuckerwerte nach einer Mahlzeit schnell zu den Normalwerten zurckkehren. Auerdem ergab die Studie, dass Patienten mit dieser DNA-Variante schlechter auf eine Behandlung mit einer neuen Klasse von Diabetesmedikamenten ansprechen, die die Funktion von GLP-1 verbessern, sogenannte DPP4-Inhibitoren.

Diese Medikamente, auch Gliptine genannt, werden verstrkt zur Behandlung von Diabetes eingesetzt. Noch wei man nicht, wie die DNA-Variante das Ansprechen auf diese Medikamente beeinflusst. Aber die Forscher erklrten, das knnte eine Folge der beobachteten verstrkten Aktivitt von Chymotrypsin im Darm sein.

Das wird Gegenstand knftiger Studien mit dem Ziel einer individualisierten Diabetesbehandlung sein, die spezifische Therapiemethoden bei einzelnen Patienten nach deren genetischen Merkmalen ausrichtet.

Konsortium

Diese Forschungsarbeit war das Ergebnis eines internationalen Kooperationsprojekts, an dem verschiedene Gruppen beteiligt waren, darunter Universitt Tbingen und Deutsches Zentrum fr Diabetesforschung, Deutschland, Leiden University Medical Center, Leiden, Niederlande, VU University Amsterdam, VU University Medical Center, Amsterdam, Niederlande, Eberhard Karls und University of Dundee, Vereinigtes Knigreich.

Originalverffentlichung: 't Hart LM, Fritsche A, Nijpels G, van Leeuwen N, Donnelly LA, Dekker JM, Alssema M, Fadista J, Carlotti F, Gjesing AP, Palmer CN, van Haeften TW, Herzberg-Schfer SA, Simonis-Bik AM, Houwing-Duistermaat JJ, Helmer Q, Deelen J, Guigas B, Hansen T, Machicao F, Willemsen G, Heine RJ, Kramer MH, Holst JJ, de Koning EJ, Hring HU, Pedersen O, Groop L, de Geus EJ, Slagboom PE, Boomsma DI, Eekhoff EM, Pearson ER, Diamant M. The CTRB1/2 locus affects diabetes susceptibility and treatment via the incretin pathway. Diabetes. 2013 May 14. Online

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 19.05.2013 nach oben

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