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Diabetes und das gleichzeitige Auftreten weiterer Erkrankungen im Alter

Eine Herausforderung für die Pflege

Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie und nicht abheilende Wunden sind zentrale Probleme. Das wurde diskutiert bei der IIGM-Fachtagung in Kooperation mit der Stiftung DHD.

Wer in der pflegerischen Versorgung von lteren Menschen ttig ist, wird mit Patienten konfrontiert, die neben Diabetes und Hypertonie (Bluthochdruck) gravierende Probleme mitbringen. berlebter Infarkt oder Schlaganfall in der Krankheitsgeschichte des Betroffenen und Multimorbiditt gehren dazu. Sie bergen ein hohes Ereignisrisiko. Stoffwechsel- und Blutdrucksituation sind beteiligt daran. Die Betreuung dieser Patienten ist fr rzte und Pflege eine Herausforderung.

Das IIGM (Institut fr Innovatives Gesundheitsmanagement) in Berlin hat deshalb seine diesjhrige Fachtagung "Diabetes-Pflege-Management" den kardiovaskulren Folgen beim geriatrischen Diabetiker gewidmet. In Kooperation mit der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" (DHD) wurde die Fortbildung Ende April durchgefhrt. Die Pflegekrfte tagten im Evangelischen Geriatrie-Zentrum Berlin (EGZB). Hausrzte, Diabetologen, Geriater und Kardiologen, auch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (SDSH) und Apotheker waren eingeladen. Sie klrten ber die Behandlung und die Vermeidung von Risiken auf.

Prof. Dr. Wolfgang Motz "Weil Komplikationen und Krankheitsbilder bekannt sein sollten. Fr die Pflege ist vor allem wichtig zu wissen, wie sich Ereignisse ankndigen und welche Schritte einzuleiten sind", betonte Prof. Dr. Wolfgang Motz vom Vorstand der Stiftung DHD in Berlin. Fr Herzrasen aus der Herzkammer ist z. B. immer eine Koronarerkrankung urschlich, die rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden msse, so der Kardiologe aus Karlsburg. Bei schnellen Rhythmusstrungen (Tachykardie) folgt oft der pltzliche Herztod. Das Zeitfenster bis zur Rettung ist entscheidend. Setzt die Defibrillation erst zehn Minuten nach Kreislaufkollaps ein, sinkt die berlebenschance ohne neurologisches Defizit unter 5 Prozent. ?Diabetiker sind mehr als andere Patienten gefhrdet. Das Stoffwechselproblem parallel zum Blutdruck haben wir stets im Blick. Der Kardiologe behandelt das Herz, der Diabetologe behandelt Diabetes?, sagte Motz, der auch das Herz- und Diabeteszentrum in Mecklenburg-Vorpommern leitet.

Dipl.-Med. Ingrid Dänschel Bei arteriellen Verschlssen sind Blutgerinnsel (Plaques, Thromben) verantwortlich, sie erhhen das Risiko fr Schlaganfall und Infarkt. "Beinschwellungen und deme sind Hinweise fr Thrombosen, die zu Lungenembolie fhren knnen", sagte Dipl.-Med. Ingrid Dnschel aus Lunzenau. Bettlgerigkeit, Operationen im letzten Quartal und die Behandlung einer bsartigen Tumorerkrankung in den zurckliegenden sechs Monaten sind Faktoren, die das frdern. Mgliche Symptome knnen Luftnot, atemabhngiger Thoraxschmerz, Husten, Todesangst, Tachykardie, Hypotonie (erniedrigter Blutdruck), gestaute Halsvenen oder Schock bis zum Herzstillstand sein. "Die Hochlagerung des Oberkrpers und Bettruhe sind Sofortmanahmen. Bei respiratorischer Insuffizienz ist die Sauerstoff-Gabe, gegebenenfalls Intubation und Beatmung notwendig", ergnzte die Allgemeinmedizinerin.

Schlecht abheilende Wunden sind ein gngiges Problem bei lteren Patienten. "Nicht alles, was Pflegekrfte zu sehen bekommen, ist ein Ulcus cruris venosum oder infektis bedingt. Grund kann auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) sein", darauf wies Apotheker Werner Sellmer aus Hamburg hin. In jedem Fall msse die Ursache der Wundheilungsstrung geklrt sein, sagte Sellmer. Diagnostik, Kausal- und Lokaltherapie richten sich danach. Die Auswahl der Wundauflagen werde nach Indikation, Status der Wunde (sauber/unsauber) und Exsudat-Aufnahme getroffen. Wenn kein Fortschritt beim Wundheilprozess zu erkennen ist, sollten Experten hinzugezogen werden.

Bei geriatrischen Patienten mit Herz- und Diabeteserkrankung ist die Kooperation zwischen allen Versorgungspartnern unerlsslich. Das konnte als Botschaft von der Pflege-Fachtagung in Berlin mitgenommen werden. Auch, dass lter werdende Patienten durch Diabetes, Herz-, Kreislauf- und Gefereignisse akut gefhrdet sind. Die Patienten weisen ein Spektrum von Erkrankungen auf, deren Behandlung komplex ist. Hausrzte, Diabetologen, Geriater, Kardiologen und Neurologen sind involviert. Und Pflege hat dabei einen zentralen Auftrag: Sie ist die Schnittstelle in der Betreuung der Patienten.

Dieser Verantwortung muss sich pflegerische Versorgung im Zuge wachsender Anforderungen stellen. Der alte Patient mit Diabetes samt Komorbidittsprofil ist eine Herausforderung fr behandelnde Teams. Die grte Herausforderung wird aber sein, dass die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen gelingt. Hier sollten sich rzte und Pflegekrfte mit Respekt begegnen, sie mssen zum Dialog bereit sein. Gleiches gilt auch fr die Kooperation der rzte untereinander und zwischen Versorgungspartnern auf ambulanter und stationrer Ebene. Nur so lsst sich fr Patienten das Beste erreichen. Beim geriatrischen Diabetiker steht an erster Stelle "Lebensqualitt erhalten und Komplikationen vermeiden".

Bildunterschrift: Prof. Dr. Wolfgang Motz (Bild 1) und Dipl.-Med. Ingrid Dnschel (Bild 2)
Bildquelle: Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" (DHD)

zuletzt bearbeitet: 22.05.2013 nach oben

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