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In der Diabetesbehandlung neue Wege gehen

Telemedizin macht's möglich!

Bereits zum vierten Mal lud die ZTG Zentrum fr Telematik und Telemedizin GmbH am 19. Juni 2013 zur kostenfreien Tagung der Modellregion Telemedizin Ostwestfalen-Lippe (OWL) ein. In den Rumlichkeiten der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in Bielefeld stand die Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Motto "Alles auf Zucker - Ganzheitliches Diabetes-Management durch Telemedizin". Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter rztinnen und rzte, Diabetesberaterinnen und -assistentinnen sowie Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft, nahmen an der Veranstaltung teil, um sich ber Nutzen und Mglichkeiten telemedizinisch untersttzter Prventions- und Behandlungskonzepte bei Diabetikerinnen und Diabetikern zu informieren.

Der optimalen, ganzheitlichen Versorgung von Diabetes mellitus kommt eine ganz besondere Rolle zu - von der Prvention, ber die Therapie bis hin zur Rehabilitation. Die telemedizinisch untersttzte Betreuung von Diabetikerinnen und Diabetikern bietet diesbezglich groes Potenzial, z. B. zur Steigerung der Patientencompliance, zur sicheren Kommunikation zwischen den Behandelnden oder zur Begleitung von Gewichtsabnahmeprogrammen.

Auf der 4.Tagung der Modellregion OWL stellte PD Dr. med. Heinrich Krtke (IFAT Institut fr angewandte Telemedizin am Herz- und Diabeteszentrum HDZ NRW in Bad Oeynhausen) die Ergebnisse der SMART-Studie zum Risikofaktor bergewicht vor, die auf einen effizienten Telemedizineinsatz schlieen lassen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Versorgungslage betonte er die Wichtigkeit, bei der Behandlung des Diabetes mellitus auch weitere Indikationen, wie z. B. Risikofaktoren sowie Begleit- und Folgeerkrankungen, in ein Versorgungsmodell einzubeziehen.

Dr. med. Teresa Tamayo (Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) in Dsseldorf) verdeutlichte anhand von Zahlen, Daten und Fakten nicht nur die steigende Relevanz des Themas, sondern auch die Wichtigkeit von Prvention und intensiver Betreuung der Betroffenen - insbesondere bei sozial Benachteiligten.

Die vielversprechenden Effekte und Mglichkeiten der konventionellen Diabetesprvention durch Bewegung und Ernhrung erluterte und diskutierte Dr. med. Young Hee Lee-Barkey (HDZ NRW, Bad Oeynhausen). Prof. Dr. med. Diethelm Tschpe (ebenfalls HDZ NRW) machte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich, dass die positiven Effekte von Telemedizin punktuell bereits erwiesen seien und sich in der Regel bei der Sicherstellung des Therapieerfolges ber einen lngeren Zeitraum uern.

Dass telemedizinisch untersttzte Betreuung bei Diabetes mellitus im stationren und ambulanten Sektor bereits heute kostendeckend realisierbar ist, zeigte Prof. Dr. Stephan Martin (Westdeutsches Diabetes- und Gesundheitszentrum WDGZ, Dsseldorf). Praxisnah stellte er vor, wie durch Telemedizin eine verbesserte Diabetesversorgung in Krankenhusern in Kombination mit ambulantem Diabetesmanagement realisiert werden kann. Dies funktioniert z. B. durch die Frderung eines gesnderen Lebensstils oder durch die Kontrolle komplexer Insulintherapien.

Rainer Beckers (ZTG GmbH, Bochum) rief in seinem Vortrag dazu auf, nicht nur auf die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen fr Telemedizin zu warten, sondern bereits heute auf regionaler Ebene zu handeln und einen flchendeckenden Zugang zu Telemedizin zu realisieren. Auf Basis von Evidenzberichten knnen regionale Projekte angestoen und mit berschaubaren Mitteln evaluiert werden. Mit Hilfe eines neutralen Dritten kann ein faires Finanzierungsmodell unter Bercksichtigung eines Risikosharing-Ansatzes realisiert werden.

Abschlieend verdeutlichte Eva Diercks (ebenfalls ZTG) in ihrem Vortrag, dass Gesundheitsapps grundstzlich das Potential haben, durch ihren pragmatischen Ansatz zur Akzeptanzbildung von Telemedizin beizutragen. Voraussetzung ist, dass diese in ein Versorgungskonzept eingebettet sind und die Qualitt den speziellen Anforderungen der User im medizinischen Umfeld gengt. Die Sensibilisierung der Anwenderinnen und Anwender fr den verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsapps ist ein wichtiges Anliegen der ZTG GmbH, das sie unter anderem mit dem Webangebot www.appcheck.de frdert.

Alle Vortrge der Tagung stehen, soweit von den Referentinnen und Referenten freigegeben, auf www.ztg-nrw.de zum Download bereit.

zuletzt bearbeitet: 27.06.2013 nach oben

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