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Schwachpunkte im Gesundheitssystem

UPD übergibt Bericht an Patientenbeauftragten der Bundesregierung

Die Unabhngige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat erstmals ihren Jahresbericht "Monitor Patientenberatung" vorgelegt. Auf der Basis von 75.000 Beratungsgesprchen liefert er Hinweise auf mgliche Schwachpunkte im Gesundheitssystem. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung wird die Ergebnisse fr seine Arbeit und bei der zuknftigen Gesetzgebung nutzen.

ber 14.500 Beschwerden von Patienten sind zwischen April 2012 und Mrz 2013 bei der UPD eingegangen. Sie beziehen sich vor allem auf niedergelassene rzte und gesetzliche Krankenkassen. Gut jede dritte Beschwerde betraf dabei Patientenrechte. Dieses Thema fhrt mit fast 10.600 Beratungen auch die Liste der UPD-Beratungsschwerpunkte an. Besonders hufig ging es um das Recht auf Einsichtnahme in Krankenunterlagen, gefolgt von Beratungen zu unangemessenen Verhaltensweisen etwa durch rzte und Krankenkassen. Noch wichtiger war die Frage, welche Leistungen Patienten zustehen und ob sie unberechtigt abgelehnt wurden.

"In der Beratung sehen wir, dass viele Patienten ihre Rechte nicht kennen, geschweige denn einfordern", sagt Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Geschftsfhrer der UPD gGmbH. "Auch begegnet man ihnen im Medizinbetrieb nicht immer auf Augenhhe und einen selbstbewussten Umgang mit rzten oder Krankenkassen trauen sich viele Ratsuchende gar nicht zu - sie glauben einfach, dass sie als Patienten keine Chance haben."

"Der Monitor Patientenberatung informiert klar und deutlich ber Aufflligkeiten, hufige Problemkonstellationen und besonders relevante Themen in der Patientenberatung", sagt Wolfgang Zller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung. "Der Bericht ist eine hervorragende Grundlage fr patientenorientierte Qualittssicherungsmanahmen fr Krankenkassen und rzteschaft. Ich kann nur empfehlen, ihn auch so zu verstehen und die eigene Arbeit an den angesprochenen Punkten einmal kritisch zu hinterfragen. Selbstverstndlich werde ich die Hinweise des Berichts auch in die Politik tragen, damit wenn ntig auch gesetzgeberische Konsequenzen gezogen werden knnen - zum Nutzen der Patienten."

Ein weiterer Schwerpunkt der UPD-Beratung ist der Verdacht auf Behandlungsfehler, der fast 6.800 Mal thematisiert wurde. Um Behandlungsfehler und Patientenrechte drehte es sich auch in den mehr als 5.100 Fllen, in denen der Zahnarzt Auslser fr die Kontaktaufnahme mit der UPD war. Hier ebenfalls wichtig: die Rechtmigkeit von Geldforderungen gegenber Patienten. Fast 4.800 war Krankengeld das Gesprchsthema - vor allem die Frage, wann Versicherte Anspruch auf Krankengeld haben und wie man diesen durchsetzt. Im Fokus stand das Krankengeld auch bei Beratungen im Rahmen psychischer Erkrankungen, die zu den grten Diagnosegruppen im Beratungsgeschehen der UPD zhlen.

"Hinter jeder dieser Zahlen verbergen sich Menschen, die Hilfe und Untersttzung bei uns gesucht haben", sagt Schmidt-Kaehler. "Fr viele ist die UPD die letzte Instanz nach einem langen Weg durch Einrichtungen und Institutionen im Gesundheitswesen."

Fast 19.500 Mal haben die Berater der UPD bei der nachtrglichen Erfassung des Beratungsgesprchs zudem einen Hinweis auf eine besondere Problemlage dokumentiert. In mehr als einem Drittel der Flle waren Patienten unvollstndig, widersprchlich oder falsch informiert worden. Bei einem Viertel identifizierten die Berater Probleme im Bereich des Zugangs zur Versorgung. Grtenteils bestand hier die Vermutung, dass Versorgungsleistungen durch Leistungserbringer oder Kostentrger unberechtigt verweigert wurden. Ein weiteres Fnftel der benannten Problemlagen lieferte Hinweise auf eine mangelhafte Versorgungsqualitt.

Seit 2006 bert die UPD im Auftrag des Gesetzgebers unabhngig und kostenfrei in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen. Seit 2011 wurde dieser Auftrag durch das "Aufzeigen von Problemlagen im Gesundheitssystem" erweitert. Einmal jhrlich berichtet die UPD daher ber die Erkenntnisse ihrer Beratungsarbeit an den Beauftragten der Bundesregierung fr die Belange der Patientinnen und Patienten. Ratsuchende erreichen die UPD vor Ort in 21 regionalen Beratungsstellen, ber ein kostenfreies Beratungstelefon (Tel. 0800-0117722) und den UPD-Arzneimittelberatungsdienst (Tel. 0351-4585049).

zuletzt bearbeitet: 02.07.2013 nach oben

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