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Kontinuierliche Glukosemessung CGM bei Diabetes

Deutscher Diabetiker Bund fordert Umdenken bei der Genehmigung

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) fordert die Politik zu einem Umdenken bei der Genehmigung von Messgerten zur kontinuierlichen Glukosemessung auf. Ein Endgert zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring (CGM) erlaubt es Patienten, rund um die Uhr aktuelle Glukose-Werte einzusehen und so frhzeitig auf eine Entgleisung des Blutzuckers oder Stoffwechsels zu reagieren. Derzeit lehnen Krankenkassen Antrge von Typ-1-Diabetikern zum Erwerb eines CGM regelmig ab, selbst wenn diese innovative Diabetes-Technologie zuvor vom Arzt verordnet wurde.

"Und das, obwohl diese Methode der Diabetes-Therapie wissenschaftlich anerkannt ist", sagt DDB-Vorsitzender Dieter Mhler. Um Medikation und Therapie und deren Erfolg im Hinblick auf die Vermeidung von Folgeerkrankungen bei Diabetikern besser bewerten zu knnen, macht sich Mhler zugleich fr ein nationales Diabetes-Register stark, in dem relevante Daten dokumentiert werden.

"Es darf nicht sein, dass Patienten zunchst einen Rechtsstreit fhren mssen, um ein Gert fr eine kontinuierliche Glukosemessung zu bekommen. Die Argumente um zu hohe Kosten fr eine CGM-Therapie bei einem Teil der rund 250.000 Typ-1-Diabetiker in Deutschland greifen ebenfalls nicht, weil mit dem Einsatz eines CGM anschlieend eine Reihe von Ausgaben eingespart oder stark reduziert werden knnen - beispielsweise bei der Blutzuckermessung", so DDB-Chef Mhler.

Der DDB-Bundesvorsitzende verweist auf den Fachbeitrag des Professors und Teilhabers der "Profil Institut fr Stoffwechselforschung GmbH" in Neuss, Prof. Dr. Lutz Heinemann, im Magazin "Diabetes, Stoffwechsel und Herz 2013/2 und untersttzt den darin geuerten Vorschlag, "alle relevanten Argumente, Texte etc. zum Thema CGM zusammenzufassen, um damit eine Beschreibung der Ist-Situation zu erreichen".

Mhler spricht sich aber weiter dafr aus, die Patientenassoziationen besser zu bercksichtigen und auch den Fachgesellschaften in der Angelegenheit im Hinblick auf deren Meinung mehr Bedeutung beizumessen. Mhler: "Bei Diabetes mellitus ist der Behinderungsausgleich herbeizufhren ber eine Annherung an normoglykmische Werte. Die kontinuierliche Glukosemessung dient unter diesem Aspekt zweifelsohne dem Behinderungsausgleich. Im Hinblick auf die Verpflichtung des G-BA, die besonderen Belange chronisch Kranker zu bercksichtigen, muss dieser ebenso wie im Vorfeld das IQWiG diese Umstnde auch in die Bewertung mit einbeziehen. Wenn die Politik Inklusion und Behinderungsausgleich predigt, muss die Verwaltung sie auch selbst in ihren Entscheidungen leben."

Der DDB-Bundesvorsitzende formuliert diesen Wunsch auch vor dem Hintergrund, dass der G-BA (oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der rzte, Zahnrzte, Psychotherapeuten, Krankenhuser, Krankenkassen in Deutschland) die Frage der Kostenerstattung beim Einsatz der Diabetes-Technologie CGM aktuell zwar ausgiebig diskutiert, eine endgltige Entscheidung aber womglich Jahre auf sich warten lsst. "Das dauert alles viel zu lange. Eine unmittelbare und ausreichend umfassende Versorgung der Patienten muss gewhrleistet sein. Sollte fr die Diabetes-Therapie ein CGM zur Annherung an eine Normoglykmie erforderlich sein, muss das genehmigt werden."

Der Rechtsanwalt verweist auf den Paragraphen 33 im Sozialgesetzbuch (SGB V), in dem es in einem Passus zur Gesetzlichen Krankenversicherung unter anderem heit: "Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen."

Wer bei seiner Krankenkasse dennoch auf Ablehnung stt, dem rt DDB-Rechtsberaterin Sabine Westermann "einen Gang vor das Gericht in Erwgung zu ziehen. In verschiedenen Fllen haben Sozialgerichte Krankenkassen bereits dazu verpflichtet, Patienten mit einem kontinuierlichen Glukose-Messgert zu versorgen".

zuletzt bearbeitet: 04.07.2013 nach oben

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