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Forscher entwickeln neue Therapien gegen Krebs und Diabetes

Weniger Nebenwirkungen, bessere Wirksamkeit

Zwei Forscherteams der Universitt und des Universittsklinikums Wrzburg haben den mit jeweils einer halben Million Euro dotierten Vorgrndungspreis m4 award erhalten. Ihr Ziel ist es, neue Therapien fr Krebs- und Diabetespatienten zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Zwei von insgesamt fnf Preistrgern des m4 award 2013 kommen aus Wrzburg: Dr. Thomas Bumm und der Privatdozent Dr. Gernot Stuhler vom Universittsklinikum Wrzburg sowie Professor Herrmann Koepsell von der Universitt Wrzburg haben am Montag, 1. Juli, den Vorgrndungspreis m4 award erhalten. Der Preis ist mit durchschnittlich 500.000 Euro Forschungsfrderung und einer professionellen Betreuung verbunden. Er soll die Weiterentwicklung von biowissenschaftlichen Projekten aus der Personalisierten Medizin mit hohem wirtschaftlichen Potential bis zu einer Unternehmensgrndung ermglichen.

Neuer Ansatz gegen Diabetes

Professor Herrmann Koepsell, bis Ende 2012 Inhaber des Lehrstuhl fr Anatomie I der Universitt Wrzburg, arbeitet an einem In-vivo-Wirkungsnachweis eines lokal im Dnndarm wirkenden Antidiabetikums. Es soll die Einstellung des Blutzuckers whrend der Nahrungsaufnahme verbessern.

Diabetes ist eine Volkskrankheit und kann zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Erblindung fhren. Ausgelst wird Diabetes Typ 2 durch einen Mangel an Insulin oder eine verminderten Wirksamkeit dieses Botenstoffes. Koepsell hat einen neuen Wirkstoff entwickelt, der die krpereigene Ausschttung von Insulin anregen soll und ber den Mund aufgenommen werden kann. Er bewirkt, dass der Traubenzucker aus der Nahrung nicht im vorderen Teil, sondern im hinteren Teil des Dnndarms aufgenommen wird.

Eine hohe Zuckerkonzentration im hinteren Teil des Darms lst Signalketten aus, die die Insulinproduktion erhhen. Aus diesem Grund wird heute bei fettschtigen Patienten der vordere Teil des Dnndarms operativ entfernt. Diese Operation knnte durch den neuen Wirkstoff vermieden werden. Mit dem m4 Award soll das Therapiekonzept in Tierversuchen besttigt und der Wirkstoff fr die klinische Prfung vorbereitet werden.

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Krebs mit einem Antikrper-Duo bekmpfen

Die Krebsforscher Gernot Stuhler und Thomas Bumm vom Universittsklinikum Wrzburg entwickeln effektivere Behandlungstherapien gegen schwere Krebserkrankungen, indem die individuellen, molekularen Eigenschaften eines Tumors bercksichtigt werden. Zum Einsatz kommen dabei neuartige bimolekulare T-Zell aktivierende Antikrper fr die zielgerichtete kombinatorische Tumor-Immuntherapie.

Krebs ist die zweithufigste Todesursache in Deutschland. Moderne Therapien mit zielgerichteten Antikrpern binden an sogenannte Antigene auf den Krebszellen und bewirken, dass das Immunsystem den Krebs zerstrt. Das Problem ist, dass es kaum Antigene gibt, die exklusiv auf der Oberflche von Krebszellen auftreten, und so gesundes vom krankem Gewebe nicht eindeutig unterschieden werden kann, womit unerwnschte Nebenwirkungen mit der Therapie einhergehen.

Stuhler und Bumm haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem die Krebszellen spezifisch erkannt werden, da zwei Antigene miteinander kombiniert werden. Dabei wird die Tatsache ausgenutzt, dass bestimmte Kombinationen von Antigenen nur auf Krebszellen auftreten. Durch die Verwendung von zwei Antikrperfragmenten, die jeweils ein Antigen binden und erst gemeinsam wirksam werden, wird eine hohe Spezifitt erreicht. Anhand des Multiplen Myeloms, einer bsartigen Erkrankung des Knochenmarks, soll das Therapiekonzept erprobt werden. Ist dies erfolgreich, knnte das Konzept auch auf viele weitere Krebserkrankungen bertragen werden.

Auf dem Weg zur Unternehmensgrndung

Die beiden Wissenschaftlerteams aus Unterfranken erhalten mit dem m4 award jeweils eine halbe Million Euro fr die nchsten zwei Jahre. Damit sollen ihre Forschungsprojekte auf ihre konkrete Verwertbarkeit am Markt hin berprft werden. Zudem werden die Projektleiter durch ein umfassendes Beratungsangebot auf dem Weg in die Unternehmensgrndung begleitet.

Die Grnder- und Unternehmerinitiative Netzwerk Nordbayern hat die Bewerbung der beiden Wrzburger Siegerteams gemeinsam mit den regionalen Partnern, dem SFT - Servicezentrum Forschung und Technologietransfer der Universitt Wrzburg und dem IGZ Innovations- und Grnderzentrum Wrzburg, betreut.

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Der m4 award

Mit dem m4 Award, der seit 2011 in ganz Bayern vom Netzwerk Nordbayern und dem BioTech-Cluster BioM gemeinsam durchgefhrt wird, soll die Grndung junger wachstumsstarker Unternehmen im Zukunftsfeld der Personalisierten Medizin untersttzt werden. Die Personalisierte Medizin entwickelt Medikamente, die auf bestimmte Gruppen von Patienten zugeschnitten und so wesentlich wirksamer und sicherer als heute bliche Medikamente sind.

"Die Identifizierung von innovativen Erfindungen aus der Universitt und deren zielgerichtete Frderung bis hin zu einem marktfhigen Produkt ist unser Ziel. Der Erfolg der beiden Wrzburger Forscherteams ist eine Auszeichnung und ein Beleg fr das groe wirtschaftliche Potential im medizinischen Bereich der Universitt", freut sich Dr. Iris Zwirner-Baier, stellvertretende Leiterin des SFT.

Die drei weiteren Preistrger des m4 Awards 2013 kommen aus Mnchen und Martinsried, insgesamt hatten sich 35 Forscherteams um den Vorgrndungspreis beworben.

Intensive Betreuung bei der Antragstellung

Alle Projektskizzen aus Franken oder der Oberpfalz mussten bis Mitte Dezember 2012 beim Netzwerk Nordbayern eingereicht werden. Mit intensivem, individuellem Coaching bereitete die Grnder- und Unternehmerinitiative gemeinsam mit den Grnderberatern vom Innovations- und Grnderzentrum Wrzburg die Forscherteams kostenfrei auf die Teilnahme am m4 award vor. Netzwerk Nordbayern ist der zentrale Ansprechpartner fr potentielle Grnderteams aus nordbayerischen Hochschulen und ffentlich gefrderten Forschungseinrichtungen sowie fr Technologietransferstellen, die sich um den Vorgrndungspreis m4 Award bewerben wollen.

"Der Erfolg der Wrzburger Teams beim m4 award 2013 freut uns sehr, denn gerade Hochschulteams liegen uns besonders am Herzen. Mit der guten und koordinierten Zusammenarbeit mit den Grnderteams und den regionalen Untersttzungspartner vor Ort gelingt es regelmig wichtige Meilensteine auf dem Weg zur erfolgreichen Unternehmensgrndung zu erreichen", unterstreicht Dr. Benedikte Hatz, Geschftsfhrerin des Netzwerk Nordbayern.

Fr das Innovation- und Grnderzentrum Wrzburg freut sich Klaus Walther, Geschftsfhrer des IGZ BioMed/ZmK: "Wrzburg zeichnet sich aus als starker Forschungsstandort im Bereich Life Sciences und legt die Basis fr erfolgreiche Firmengrndungen. Ich freue mich, dass die Grnder von der hervorragenden Kooperation zwischen den Untersttzungspartnern vor Ort nachweislich gut profitieren."

zuletzt bearbeitet: 06.07.2013 nach oben

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