Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130712

Trend zu Übergewicht gestoppt

Pressemitteilung: Universität Zürich

Folgekosten für die Behandlung von Typ-2-Diabetes senken

Rund 400.000 Menschen im Kanton Zrich bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Whrend die brige Deutschschweiz weiterhin dicker wird, ist der Trend zu bergewicht und Fettleibigkeit im Kanton Zrich jetzt gestoppt. Erstmals stagniert die Zahl der bergewichtigen, wie Sozial- und Prventivmediziner der Universitt Zrich belegen.

Mit 31 Prozent bergewichtigen oder fettleibigen (adipsen) Erwachsenen ist das Niveau im Kanton Zrich nach wie vor hoch, wenn auch etwas tiefer als in der brigen Deutschschweiz. Regionale Unterschiede sind auch innerhalb des Kantons Zrich sichtbar, so sind Mnner vor allem in der nrdlichen Hlfte der Agglomeration Zrich (Limmattal, Glatttal, Furttal und Unterland) zu schwer. Bei den Frauen trifft dies fr den eher lndlichen Osten des Kantons mit den Regionen Oberland, Weinland und Winterthur zu. Am wenigsten bergewichtige Mnner leben in der Stadt Zrich, am wenigsten bergewichtige Frauen in den Seegemeinden und im Knonaueramt.

Die Studie des Instituts fr Sozial- und Prventivmedizin der Universitt Zrich zeigt weiter, dass Mnner fast doppelt so hufig bergewichtig oder fettleibig sind als Frauen. Neben dem mnnlichen Geschlecht sind hheres Alter, niedriges Bildungsniveau und tiefes Einkommen sowie ein sd- oder osteuropischer Migrationshintergrund Risikofaktoren fr bergewicht.

"Erfreulicherweise deuten die Zahlen aus dem Kanton Zrich auf eine Stabilisierung der bergewichtsepidemie hin", erklrt Roland Sthli von Institut fr Sozial- und Prventivmedizin der Universitt Zrich. Mglicherweise nimmt der Kanton Zrich die Entwicklung in der brigen Deutschschweiz vorweg, denn in anderen Deutschschweizer Kantonen lsst sich dieser Trend bei Erwachsenen noch nicht so ausgeprgt ausmachen. Diese Stabilisierung hngt wahrscheinlich mit der verstrkten Prvention whrend der letzten zehn Jahre zusammen. "Wir knnen das zwar nicht beweisen, aber es gibt kaum andere plausible Grnde", sagt Sthli.

Jedes fnfte Kind zu schwer

Einmal erworbene Kilos sind erfahrungsgem nur schwer wieder loszuwerden. Deshalb stimmt bedenklich, dass in der Stadt Zrich jedes fnfte Kind von bergewicht oder Adipositas betroffen ist - selbst wenn sich auch hier eine Stabilisierung abzeichnet. Ein Vergleich mit anderen Stdten und Kantonen der Schweiz zeigt, dass in den Stdten Zrich, Basel, Bern, Genf und Freiburg mehr bergewichtige Kinder und Jugendliche leben als in den lndlichen Kantonen Graubnden, Jura und Wallis. Es ist deshalb anzunehmen, dass auch im Kanton Zrich weniger Kinder aus lndlichen Regionen bergewichtig sind als in der Stadt.

Die Daten aus der Stadt Zrich zeigen, dass auch bei den Kindern die soziale Herkunft eine entscheidende Rolle spielt: Kinder aus sozial benachteiligten Bevlkerungsgruppen sind hufiger bergewichtig oder adips. Ein Beispiel dafr sind die auf allen Klassenstufen ausgeprgten Unterschiede zwischen schweizerischen und auslndischen Kindern: Diese lassen sich bereits im Kindergarten feststellen, und in der 8. Klasse ist fast jeder dritte auslndische Schler und mehr als jede vierte auslndische Schlerin bergewichtig oder fettleibig.

Nachhaltig Abnehmen ist schwierig

Zrcherinnen und Zrcher wissen recht gut, was die Ursachen von bergewicht sind und wie sie berzhlige Pfunde vermeiden oder bekmpfen knnen. Schwierigkeiten bereitet - nicht berraschend - die konkrete Umsetzung. Auch wenn jetzt eine Stabilisierung des Anteils bergewichtiger festgestellt werden kann, ist damit erst ein labiler Zustand erreicht. Angesichts der anhaltenden Faktoren, die bergewicht begnstigen wie z. B. steigende Verfgbarkeit von kalorienreichen Lebensmitteln, zunehmende Schreibtischttigkeit oder wachsender motorisierter Verkehr, seien weitere Prventionsbemhungen notwendig, um die Folgekosten von bergewicht sowie das persnliche Leid zu reduzieren, bilanziert das Institut fr Sozial- und Prventivmedizin.

Gesundheitskosten von 1 Milliarde Franken

bergewicht und Fettleibigkeit machen krank und knnen sich negativ auf Chancen im Berufsleben oder bei der Partnersuche auswirken. Sie verursachen aber auch hohe Gesundheitskosten durch die Behandlung von Folgekrankheiten und durch Erwerbsausfall. Gem Bericht ist mit Kosten von 900 Millionen bis einer Milliarde Franken jhrlich im Kanton Zrich zu rechnen, wobei 600 Millionen Franken davon Behandlungskosten sind. Vor allem die Folgekosten fr die Behandlung von Typ-2-Diabetes, von Rcken- und Gelenkserkrankungen sowie von Bluthochdruck fallen stark ins Gewicht.

Rckhalt fr Prvention

Gesttzt auf diesen Bericht hat der Zrcher Regierungsrat Mitte Mai 2013 die Fortfhrung des Aktionsprogramms "Leichter leben. Gesundes Krpergewicht im Kanton Zrich" beschlossen. In den kommenden vier Jahren wird der Kanton gemeinsam mit Gesundheitsfrderung Schweiz 20 Prventionsprojekte finanzieren, wobei die Zielgruppe auf 0- bis 16-Jhrige beschrnkt wurde. Wie zwei reprsentative Befragungen zeigten, befrworten rund zwei Drittel der Zrcher Bewohner/innen die kantonalen Manahmen gegen bergewicht. Ein Viertel findet, der Kanton mache zu wenig, 6 Prozent gaben an, dass zu viel getan wird, oder dies nicht Sache der Behrden sei.

Adipositas und bergewicht

bergewicht und Adipositas werden meistens mit dem Krper-Mae-Index BMI definiert. Der BMI ist das Verhltnis von Krpergewicht (in Kilogramm) zum Quadrat der Krpergre (in Metern). Ein BMI von 18,5-24,9 gilt als Normalgewicht, ein BMI von 25-29,9 als bergewicht und ein BMI von ber 30 gilt als Adipositas.

zuletzt bearbeitet: 12.07.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.