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Für Menschen mit diabetischem Fußsyndrom eine Gefahr

Sandalen und Barfußgänge

Bei den derzeit sommerlichen Temperaturen laufen viele Menschen barfu oder in Sandalen. Fr Menschen, die aufgrund einer Nervenschdigung am Diabetischen Fu-Syndrom (DFS) leiden, kann das jedoch fatale Folgen haben: Bereits kleine Steinchen verursachen gefhrliche Wunden unter den Fen und Sandalenriemen reizen unbemerkt die Haut. Denn Schmerzen werden nicht mehr wahrgenommen, der diabetische Fu wird hei, brennt und schwitzt meist nicht mehr.

Orthopdie-Schuhmacher-Meister raten Menschen, die aufgrund einer Nervenschdigung ein erhhtes Risiko fr das DFS tragen daher dringend trotz heier Temperaturen auf Sandalen und Barfugnge zu verzichten. Welches Schuhwerk fr sie geeignet ist, erklrt der Orthopdie-Schuhmacher-Meister Reiner Schumacher aus Hamburg am 18. Juli 2013 im Experten-Chat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. Fragen knnen ab sofort unter www.diabetesde.org/experten-chat eingesendet werden.

Jeder Vierte mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erleidet im Laufe seines Lebens Verletzungen am Fu - das sogenannte Diabetische Fu-Syndrom (DFS). Ursache ist eine schlechte Durchblutung oder eine Nervenschdigung (Neuropathie). Daraus knnen sich Geschwre entwickeln und schlimmstenfalls folgt eine Amputation. "Viele dieser Flle lieen sich durch regelmige Fukontrollen, eine Fubehandlung und passende Diabetes-Schutzschuhe verhindern", erklrt Reiner Schumacher, Vizeprsident des Zentralverbandes Orthopdieschuhtechnik (ZVOS). Allerdings lassen nur wenige Diabetes-Patienten ihre Fe regelmig inspizieren und passende Schuhe anfertigen. Dabei ist ungeeignetes Schuhwerk in der Hlfte aller Flle die Ursache der Verletzungen am Fu.

"Ein echtes Problem im Sommer stellen Sandalen oder gar keine Schuhe dar", so der diabetesDE-Chat-Experte. "Davon raten wir DFS-Patienten mit Neuropathie dringend ab." Denn Betroffene nehmen Schmerzen, Temperatur und Vibration kaum noch wahr, so dass Fuverletzungen unbemerkt zu Geschwren fortschreiten knnen. "Gerade diese Menschen haben hufig Missempfindungen wie Brennen oder heie Fe und lieben daher Sandalen," sagt Professor Dr. med. Thomas Haak, Diabetologe an der Diabetesklinik Bad Mergentheim. Verursacht hingegen eine schlechte Durchblutung das DFS, bestnde die Gefahr der Empfindungsstrung nicht.

Stattdessen empfehlen Experten Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 mit erhhtem DFS-Risiko aufgrund einer Neuropathie atmungsaktives, geschlossenes Schuhwerk mit einer weichen Fubettung. Der Schuh sollte innen keine Nhte haben, um druckgefhrdete Stellen zu schonen. Haben Menschen bereits DFS mssen sie Schutzschuhe oder Maschuhe tragen - im fortgeschrittenen Stadium Verbandsschuhe oder Entlastungsschuhe. "Menschen mir Diabetes, die keine Neuropathie ausweisen, knnen ihr Schuhwerk hingegen frei whlen," so Haak.

Krankenkassen zahlen orthopdische oder auch diabetische Schutzschuhe nur in bestimmten Fllen, beispielsweise wenn das DFS bereits fortgeschritten ist. "Etwa 70 Prozent meiner Kunden kommen mit einer rztlichen Verordnung aus einer Schwerpunktpraxis," so Schumacher. Der Eigenanteil betrgt dann noch 76 Euro.

Viele Hausrzte wissen jedoch nicht, dass es fr einige Patienten mit DFS diese Mglichkeit der Verordnung gibt, bemngelt die gemeinntzige Organisation diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. Im Rahmen der aktuellen Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" machen Sie auf die Folgen des Diabetischen Fu-Syndroms aufmerksam: Jhrlich gibt es 40.000 Amputationen aufgrund von Diabetes. Mehr als die Hlfte aller Amputationen in Deutschland werden bei Menschen mit Diabetes durchgefhrt. Damit liegt Deutschland in Europa im oberen Drittel.

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zuletzt bearbeitet: 15.07.2013 nach oben

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