Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130722

diabetesDE fordert flächendeckende Betriebliche Gesundheitsförderung

Maßnahmen des Ende Juni verabschiedeten Präventionsgesetzes gehen nicht weit genug

Ende Juni hat der Bundestag das Gesetz zur Frderung der Prvention beschlossen. Es soll einen Beitrag zur Entwicklung gesundheitsfrdernder Verhaltensweisen in der Bevlkerung leisten und Gesundheitsrisiken verringern. Konkretes Ziel des Prventionsgesetzes ist unter anderem, Leistungen der Krankenkassen in den Bereichen Primrprvention und Frherkennung zu erweitern. Dies umfasst auch Manahmen zur Betrieblichen Gesundheitsfrderung.

diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe gehen die geplanten Manahmen jedoch nicht weit genug. Die gemeinntzige Organisation setzt sich im Rahmen der Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" fr den Einbezug verhltnisprventiver Manahmen sowie eine flchendeckende Frderung der Manahmen zur Strkung der Gesunderhaltung am Arbeitsplatz ein.

Im Rahmen des Prventionsgesetzes, ber das am 20. September 2013 die Lnder beraten, sollen die Aktivitten gesetzlicher Krankenkassen strker auf das Lebensumfeld wie Kindertagessttten, Schulen, Sportvereine, die soziale Umwelt und auch Betriebe ausgerichtet werden. diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe begrt, dass die Bundesregierung das Prventionsgesetz auf den Weg gebracht hat.

"Lebenslange Prvention ist wirksam und sollte als Investition in Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung gesehen werden", so Nicole Mattig-Fabian, Geschftsfhrerin der gemeinntzigen Organisation. Denn die Zunahme schwerwiegender chronischer Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, die hufig mit dem heutigen Lebensstil assoziiert sind, erfordern effizientere und nachhaltigere Prventionsangebote. Dabei sollte es auch Aufgabe der Politik sein, nicht nur vom Einzelnen mehr Gesundheitsbewusstsein und -verhalten zu verlangen, sondern auch gesundheitsfrderliche Umfelder zu schaffen und damit Verhaltensnderungen zu erleichtern.

Eines der Kernelemente des Gesetzes zur Frderung der Prvention ist die Strkung der Betrieblichen Gesundheitsfrderung. Knftig sollen die Krankenkassen pro Versichertem sechs Euro pro Jahr verbindlich fr die Prvention ausgeben. Von diesem Betrag sollen die Kassen jeweils mindestens zwei Euro fr die Betriebliche Gesundheitsfrderung zur Verfgung stellen; Gruppentarife sollen als Boni ermglicht werden.

"Grundstzlich befrworten wir dieses Vorhaben zur Strkung der Gesunderhaltung am Arbeitsplatz. Insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkrftemangels und der demografischen Entwicklung ist es sinnvoll und notwendig, Menschen aktiv darin zu untersttzen, dass sie gesund bleiben", sagt Elisabeth Schnellbcher, Diabetesberaterin und Vorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD), einem der Grndungsmitglieder von diabetesDE. Die vorgesehenen Boni sollten jedoch nicht, wie im Gesetzesentwurf vorgesehen, am Erfolg der Manahmen ausgerichtet werden. "Es muss sichergestellt bleiben, dass Manahmen zur Betrieblichen Gesundheitsfrderung freiwillig bleiben und dass kein Druck auf den Einzelnen ausgebt wird", betont Elisabeth Schnellbcher.

Ein Ziel von Primrprvention ist es, durch Frderung gesunder Lebensstile chronische Erkrankungen zu vermeiden. Dies gilt insbesondere fr den Diabetes Typ 2 und assoziierte Erkrankungen. Aufklrung und Motivationsanreize seien hilfreich, nachhaltige Gesundheitseffekte und ein Zugewinn an Lebensqualitt stellten sich aber nur ein, wenn die Teilnahme auf Freiwilligkeit basiere. "In der Regel sind allerdings nur Grounternehmen zu solchen Manahmen in der Lage", so die Diabetesberaterin und studierte Pdagogin. "Die berwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet aber in kleinen und mittleren Unternehmen." Offen bliebe auch, wie die Gesundheit Arbeitssuchender, von Zeitarbeitnehmern und Mehrfachbeschftigten im Niedriglohnsektor sowie Menschen im Ruhestand gefrdert werden kann.

Innerhalb der politischen Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" fordert die gemeinntzige Organisation diabetesDE ? Deutsche Diabetes-Hilfe Manahmen der Verhltnisprvention sowie eine Strkung und den Ausbau der Betrieblichen Gesundheitsfrderung. Im Hinblick auf die Frherkennung eines Diabetes knnten Betriebsrzte den Beschftigten alle zwei Jahre die Durchfhrung des "Gesundheitscheck ab 35" anbieten und damit auch Personen erreichen, die diese Untersuchung sonst nicht wahrnehmen wrden.

zuletzt bearbeitet: 22.07.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.