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Versteckspiel mit Zucker

Verbraucherzentralen fordern einheitliche Zuckerdefinition

Die Angaben zu Zucker und Smachern auf Produktverpackungen verwirren Verbraucher oft mehr, als dass sie informieren. Zu dem Schluss kommt ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen zur Kennzeichnung sender Substanzen in verarbeiteten Lebensmitteln. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert deshalb gesetzliche nderungen und eine strkere Kontrolle durch die Lebensmittelberwachung. "Schluss mit dem Versteckspiel in der Zutatenliste. Wenn Zucker oder Smacher enthalten sind, muss das klar und verstndlich auf der Verpackung stehen", fordert Gerd Billen, Vorstand des vzbv.

Im Marktcheck prften die Verbraucherzentralen insgesamt 276 Produkte. Fast alle davon enthielten Zucker, darunter auch solche, in denen Verbraucher nicht mit senden Zutaten rechnen - wie Soenbinder und Fleischsalat. Auch die Vielfalt anderer Smacher ist gro: Neben Zucker wurden 70 weitere Bezeichnungen fr sende und zum Zuckergehalt beitragende Zutaten gefunden.

Eindeutige Definition per Gesetz

Fr Verbraucher ist der Einsatz verschiedener Smacher und der Gesamtzuckergehalt jedoch oftmals nicht transparent. Denn verschiedene Gesetze und Verordnungen enthalten unterschiedliche Definitionen fr Zucker und erffnen Herstellern viel Spielraum, wenn es um die Information ber den Zucker- und Sungsmittelgehalt von Lebensmitteln geht.

So werden in der Zutatenliste viele Stoffe mit hohem Zuckergehalt wie etwa Glukosesirup oder Smolkepulver nicht als Zucker aufgefhrt. Die Folge: Die Vielfalt der verwendeten Smacher vertreibt Zucker von der Spitzenposition der Zutatenliste - dem Verbraucher wird auf den ersten Blick ein geringerer Zuckergehalt suggeriert. Nhrwerttabellen dagegen, die auf einigen Produkten abgedruckt, aber nicht verpflichtend sind, weisen einen hheren Zuckergehalt aus, da sie eine umfassendere Zuckerdefinition zugrunde legen. Dieses Verwirrspiel widerspreche der Forderung nach mehr Transparenz auf Lebensmitteln und fhre Verbraucher in die Irre, so der vzbv. Der Verband fordert eine Angleichung der unterschiedlichen Zuckerdefinitionen in den Gesetzestexten, damit Verbraucher den wirklichen Gehalt einschtzen knnen. Es sei zudem dringend notwendig, dass die Lebensmittelberwachung Produkte verstrkt auf eine Irrefhrung durch nhrwertbezogene Angaben prft und Verste konsequent ahndet.

Nhrwertampel fr mehr Klarheit

Das Zutatenverzeichnis allein reicht aus Sicht des vzbv nicht als Informationsquelle ber den Zuckergehalt aus. Die aufschlussreicheren Nhrwerttabellen sind allerdings erst ab 2016 gesetzlich vorgeschrieben. Um Verbrauchern auch optisch einen schnellen berblick ber die Produktzusammensetzung zu geben, fordert der vzbv eine Nhrwertampel. Sie zeigt mittels der Farben Rot, Gelb und Grn, wie viel Zucker, Fett, gesttigte Fettsuren und Salz ein Lebensmittel enthlt. "Wir bentigen schnellstmglich Nhrwertangaben, die fr Hersteller verbindlich und fr Verbraucher verstndlich sind. Die Nhrwertampel kann das leisten", so Gerd Billen.

Anmerkung der DiabSite-Redaktion: Menschen mit Diabetes wrden von mehr Transparenz bei der Kennzeichnung sender Substanzen in verarbeiteten Lebensmitteln besonders profitieren.

zuletzt bearbeitet: 27.07.2013 nach oben

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