Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2013 > 130822b

Beteiligung von Fachgesellschaften bei früher Nutzenbewertung

Unparteiischer Vorsitzender des G-BA weist Forderung zurück

Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, und die stndigen Patientenvertreter im Unterausschuss Arzneimittel haben die Forderung der Deutschen Gesellschaft fr Hmatologie und Medizinischer Onkologie (DGHO) nach mehr Beteiligung und Mitsprache von Fachgesellschaften bei der frhen Nutzenbewertung von Arzneimitteln als unbegrndet zurckgewiesen.

Zu den altbekannten Forderungen erklrt der unparteiische Vorsitzende wie schon im Mai dieses Jahres:

"Die vorgebrachten Argumente knnen angesichts der bisherigen Bewertungspraxis in keiner Weise berzeugen. Schlielich sind die Fachgesellschaften ja bereits sehr intensiv in das Verfahren in Form von schriftlichen und mndlichen Stellungnahmen eingebunden. Sie entscheiden allerdings - aus gutem Grund - nicht ber das abschlieende Wertungsergebnis. Dies wre bei einer unabhngigen und evidenzbasierten Bewertung auch nicht sachgerecht.

Der gute Grund ist, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Fachgesellschaften aufgrund ihrer Struktur und Finanzierung nicht die ntige Unabhngigkeit besitzen. Auch sind die Fachgesellschaften nicht immer einheitlich positioniert. Deshalb erkennt die Rechtsprechung auch lediglich dem Institut fr Qualitt und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und der Arzneimittelkommission der deutschen rzteschaft (Akd) eine besondere Stellung mit einer so genannten "Richtigkeitsvermutung" zu, die den Fachgesellschaften nicht zugebilligt wird."

Bezglich der von den Fachgesellschaften vorgebrachten Kritik einer mangelnden Einbindung der Patientensicht erklrt Dr. Ulrike Faber, Sprecherin der Patientenvertretung im Unterausschuss Arzneimittel des G-BA: "Die Patientenvertretung ist in allen Phasen der frhen Nutzenbewertung konsequent beteiligt. Sie nutzt diese Beteiligung intensiv, um Patienteninteressen in die Beratungen und Ergebnisse einzubringen. Wir werden im G-BA als Patientenvertretung vollstndig akzeptiert und eingebunden."

Auch die von der Fachgesellschaft geuerte Kritik an der Wahl der zweckmigen Vergleichstherapie sei, so Hecken, unbegrndet. "Die im Verfahren gewhlte zweckmige Vergleichstherapie bercksichtigt Leitlinien, die Evidenz dazu wird vollstndig verffentlicht und im Rahmen der Anhrung sehr umfassend diskutiert. Nach den bis dato abgeschlossenen frhen Nutzenbewertungen ist mir kein Verfahren bekannt, bei dem die Stellungnahme der beteiligten Fachgesellschaften nicht bei der Entscheidung des G-BA angemessen bercksichtigt worden wre", so der unparteiische Vorsitzende.

"Die Fachgesellschaften haben mit den bestehenden Formen der Mitwirkung durch Anhrungen und schriftliche Eingaben weitreichende Mglichkeiten, die es konstruktiv zu nutzen gilt. Dies ist im Sinne einer ausgewogenen Nutzenbewertung zielfhrender, als die Etablierung neuer berbordender Verfahrensschritte. Gerade die Kritik der DGHO ist vor dem Hintergrund besonders verwunderlich, dass bis auf zwei Wirkstoffe allen onkologischen Prparaten in der frhen Nutzenbewertung ein Zusatznutzen bescheinigt werden konnte. In einem der beiden Flle hat der pharmazeutische Unternehmer kein Dossier eingereicht, weshalb auch kein Zusatznutzen festgestellt werden konnte. Insoweit spricht die bisherige Bewertungspraxis fr sich: Von den bislang neun abgeschlossenen Bewertungsverfahren, in denen ein betrchtlicher Zusatznutzen festgestellt wurde, sind fnf onkologische Prparate", ergnzte Hecken.

Hinweis der DiabSite-Redaktion: Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Patientenvertretung (Deutscher Diabetiker Bund DDB) fordern vom G-BA mehr Mitspracherechte.

zuletzt bearbeitet: 22.08.2013 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Monika Gause

Monika Gause

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.