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Mehr als nur Typ-1- oder Typ-2-Diabetes

DiMelli-Studie deutet auf unterschiedliche Diabetesformen hin

Dr. Katharina Warncke und Dr. Andreas Beyerlein Die DiMelli-Studie untersucht die verschiedenen Phnotypen (Erscheinungsformen) von Diabetes mellitus abhngig von ihren immunologischen, metabolischen und genetischen Profilen. Obgleich die Bildung von Autoantikrpern mit spezifischen klinischen Merkmalen sowie Stoffwechsel-Markern assoziiert ist, lassen sich die verschiedenen Diabetesformen anhand dieser Assoziation nicht klar voneinander abgrenzen und es bestehen vielfach berschneidungen. Dies berichten Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift 'PLOS ONE' und betonen die Bedeutung der Erkenntnisse fr das umfassende Verstndnis und die Klassifikation des Diabetes.

Die DiMelli (Diabetes Mellitus Incidence Cohort Registry)-Studie untersucht Hufigkeit und Charakteristika der Diabetestypen bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren. Hintergrund der Studie ist die steigende Inzidenz von Diabetes mellitus, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Gefrdert wird das Projekt durch das Deutsche Zentrum fr Diabetesforschung (DZD). Die Messungen der Bioproben fhrt das Labormedizinische Zentrum (LMZ) am Helmholtz Zentrum Mnchen (HMGU) zentral durch - dies gewhrleistet eine hohe Qualitt und Vergleichbarkeit der laborchemischen Parameter.

Grundlage fr die Studie ist ein einzigartiges bayerisches Diabetesregister, das Daten zu biologischen Parametern im Blut und phnotypischen Eigenschaften, also krperlichen Symptomen und Merkmalen, bei frisch diagnostizierten Diabetikern erhebt. Anhand eines Fragebogens werden Charakteristika zur beim jeweiligen Patienten vorliegenden Erkrankungsform ermittelt, wie beispielsweise Krpergewicht und Gewichtsverlauf sowie Blutzuckerwerte, die Restfunktion der eigenen Insulinproduktion und weitere Biomarker.

Das Wissenschaftlerteam um Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Dr. Katharina Warncke und Dr. Andreas Beyerlein, vom Institut fr Diabetesforschung (IDF), HMGU, der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universitt Mnchen (TUM) und der Kinderklinik Schwabing, Klinikum Schwabing (StKM) und Klinikum rechts der Isar der TUM, wertete nun erste Daten der DiMelli-Studie aus.

Zwischen April 2009 und Juni 2012 wurden 630 Personen ins Register aufgenommen, von denen 522 zwei oder mehr Diabetes-spezifische Antikrper und 64 Studienteilnehmer jeweils einen Antikrper aufwiesen. Bei 44 Teilnehmern lieen sich keine Autoantikrper nachweisen. Das Vorliegen von Antikrpern charakterisiert den autoimmunen Typ-1-Diabetes, whrend der Typ-2-Diabetes ohne eine spezifische immunologische Reaktion verluft. Obwohl sich die Teilnehmer mit und ohne Diabetes-spezifische Autoantikrper erwartungsgem in den Charakteristika Krpergewicht, Gewichtsverlust und Restfunktion der Insulinproduktion unterschieden, lieen sich die phnotypischen Eigenschaften den Erkrankungsformen nicht eindeutig zuordnen. Die Bildung von Autoantikrpern geht also nicht mit einer klar trennbaren Kombination von anderweitigen Blutwerten und klinischen Merkmalen einher.

Die Autoren konstatieren daher, dass eine starre Einteilung des Diabetes den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr gerecht wird. Vielmehr scheint es ein Kontinuum an Formen und Mischtypen des Diabetes zu geben. "Eine verfeinerte Unterscheidung und Diagnostik verschiedener Diabetesformen ist wichtig, um richtige Behandlungsschritte einzuleiten und den Patienten korrekte Informationen zu ihrer Erkrankung anbieten zu knnen", erklrt Ziegler. "Weitere Untersuchungen mssen nun klren, wie sich die Phnotypen langfristig entwickeln und wie sich die Verteilung von Diabetesformen und ihren Merkmalen bei erwachsenen Patienten verhlt."

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Weitere Informationen

Wer an einer Studie zu Typ-1-Diabetes teilnehmen mchte, kann sich unverbindlich informieren bei:

Institut fr Diabetesforschung,
Helmholtz Zentrum Mnchen,
Direktorin: Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler,
Kostenlose Info-Hotline: 0800-8284868,
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
Internet: www.diabetes-studien.de

Das Helmholtz Zentrum Mnchen verfolgt als deutsches Forschungszentrum fr Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin fr die Diagnose, Therapie und Prvention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafr untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Mnchens. Das Helmholtz Zentrum Mnchen beschftigt rund 2.100 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 34.000 Beschftigten angehren. Das Helmholtz Zentrum Mnchen ist Partner im Deutschen Zentrum fr Diabetesforschung e.V. www.helmholtz-muenchen.de

Das Deutsche Zentrum fr Diabetesforschung e.V. bndelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Mitglieder des Verbunds sind das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Dsseldorf, das Deutsche Institut fr Ernhrungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrcke, das Helmholtz Zentrum Mnchen - Deutsches Forschungszentrum fr Gesundheit und Umwelt, die Paul Langerhans Institute des Carl Gustav Carus Universittsklinikums Dresden und der Eberhard-Karls-Universitt Tbingen sowie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Ziel des DZD ist es, ber einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Diabetesforschung zu finden und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Prvention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. www.dzd-ev.de

Das Institut fr Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Pathogenese und Prvention von Typ-1-Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes. Dazu untersucht es die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehungen, insbesondere das Zusammenspiel von Umwelt, Genen und Immunsystem. Ziel ist die Identifizierung von Markern zur frhen Diagnose und die Entwicklung von Prventionsstrategien und neuen Therapien zur Heilung von Diabetes.

Quellen

Original-Publikation: Warncke, K. et al. (2013): Does Diabetes Appear in Distinct Phenotypes in Young People? Results of the Diabetes Mellitus Incidence Cohort Registry (DiMelli), PLOS ONE, doi:10.1371/journal.pone.0074339.s002.

Bildunterschrift: Dr. Katharina Warncke und Dr. Andreas Beyerlein
Bildquelle: Helmholtz Zentrum Mnchen

zuletzt bearbeitet: 22.09.2013 nach oben

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