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Bessere Arzneimittelversorgung nach Adipositaschirurgie angestrebt

Verbesserung der Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck etc. durch Magenbypass

German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development fördert gemeinsames Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Ben-Gurion-Universität in Israel

Anatomie des Magenbypass
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Die Arzneimittelversorgung fr Patienten nach einer Adipositaschirurgie soll verbessert werden. Mit diesem Ziel haben Pharmazeuten der Johannes Gutenberg-Universitt Mainz (JGU) und der Ben-Gurion-Universitt in Israel ein Kooperationsprojekt gestartet, das von der German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF) in den kommenden drei Jahren gefrdert wird.

Derzeit ist unbekannt, inwieweit sich die Aufnahme von Arzneistoffen im Magen-Darm-Trakt verndert, wenn ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung von krankhaftem bergewicht erfolgt ist. Mit einer biopharmazeutischen Klassifizierung von Arzneistoffen wollen die beteiligten Wissenschaftler diese Lcke schlieen und so dazu beitragen, die Sicherheit medikamentser Therapien nach einer Adipositaschirurgie zu erhhen.

In Deutschland und weltweit steigt die Hufigkeit fr krankhaftes bergewicht. Bei Patienten mit schwerem bergewicht, sogenannter morbider Adipositas, kann zur Gewichtsreduzierung eine Adipositaschirurgie vorgenommen werden. Im Jahr 2008 wurden bereits mehr als 350.000 chirurgische Eingriffe weltweit durchgefhrt. Ein hufig angewendetes Verfahren stellt der Magenbypass dar, der einem kombiniert restriktiv-malabsorptiven Verfahren entspricht. Dabei wird zum einen die Nahrungsmenge, die bei einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, drastisch reduziert. Zum anderen wird der Ablauf der Verdauung gendert, sodass nicht mehr alle Nahrung vom Krper aufgenommen wird.

Der grere Teil des Magens wird operativ "blind" verschlossen und verbleibt im Krper und wird, zusammen mit dem Zwlffingerdarm und Teilen des Dnndarms, von der Nahrungspassage ausgeschlossen. Die Gewichtsabnahme durch die Operation betrgt im statistischen Durchschnitt 60 Prozent des extremen bergewichts. Die Gewichtsreduktion geht in der Regel auch mit einer Verbesserung der Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz einher. Die Sterberate sinkt im Vergleich zu einer Kontrollgruppe um bis zu 40 Prozent.

Da die Magenbypass-Operation einen wesentlichen Eingriff in die gesamte Verdauung darstellt, kann es zu Mangelzustnden beispielsweise bei der Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen kommen. Problematisch ist auch die derzeitige Unkenntnis, inwieweit sich die Operation auf die Resorption und Bioverfgbarkeit von Arzneistoffen auswirkt, die als Tabletten oder Kapseln geschluckt werden.

Hier setzt das Forschungsprojekt der beiden Arzneimittelforscher Prof. Dr. Arik Dahan von der Ben-Gurion-Universitt in Israel und Univ.-Prof. Dr. Peter Langguth vom Institut fr Pharmazie und Biochemie der Johannes Gutenberg-Universitt Mainz (JGU) an. Mittels biopharmazeutischer Klassifizierung von Arzneistoffen wollen sie ein System erstellen, das eine Vorhersage der verbleibenden Resorptionsleistung der gastrointestinalen Abschnitte fr den jeweiligen Arzneistoff ermglicht. Basis fr diese Abschtzung sind neben experimentellen Modellen auch computergesttzte Verfahren.

"Damit knnen rzte und Apotheker unter den zur Verfgung stehenden Arzneimitteln solche Prparaten auswhlen, deren Resorptionsleistung durch die Adipositaschirurgie mglichst nicht verndert wird, um den optimalen Therapieerfolg der Arzneimitteltherapie zu gewhrleisten", so Langguth.

Bildunterschrift: Anatomie des Magenbypass: Schematische Darstellung der Anatomie des Magen-Darm-Trakts von (l.) und nach (r.) einer Operation. Im rechten Bild ist zu erkennen, dass bestimmte Regionen von der Passage des Speisebreis ausgeschlossen werden. Damit fehlen unter Umstnden Regionen, die fr die Aufnahme von Arzneistoffen wichtig sind.
Bildquelle: AK Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie (JGU)

zuletzt bearbeitet: 24.09.2013 nach oben

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