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Deutsche Diabetes Gesellschaft appelliert an den G-BA

Vorteile moderner Antidiabetika aus "Patientensicht" betrachten

Weniger Unterzuckerungen bei stabilem Körpergewicht

Am 1. Oktober 2013 wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) ber den Zusatznutzen des Bestandsmarkts der DPP-4-Inhibitoren entscheiden. Diese Medikamentengruppe, mit der derzeit ber 650.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes in Deutschland behandelt werden, fhrt seltener zu Unterzuckerungen und hilft den Patienten, ihr Gewicht zu halten oder sogar etwas abzunehmen.

Im Fall einer negativen Entscheidung des G-BA knnte es sein, dass diese Medikamente Patienten in Deutschland nur noch sehr eingeschrnkt oder berhaupt nicht mehr zur Verfgung stehen. Sie mssten dann auf die weitaus unsichereren Sulfonylharnstoffe oder sogar auf Insulin umgestellt werden. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) wnscht sich zum Wohle der Diabetespatienten in Deutschland eine Entscheidung, die den "echten Nutzen" fr die Betroffenen anerkennt.

Aus Sicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) haben die DPP-4-Inhibitoren gerade gegenber den sonst sehr hufig gebruchlichen Sulfonylharnstoffen den groen Vorteil, dass sie sehr viel seltener Unterzuckerungen (Hypoglykmien) hervorrufen und nicht zu einer Zunahme des Krpergewichts fhren. Sie knnen auerdem viel sicherer dosiert werden und sind auch bei eingeschrnkter Nierenfunktion, die bei Typ-2-Diabetes auftreten kann, einsetzbar.

Weltweit haben Diabetes-Fachgesellschaften die vorliegenden Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit der DPP-4-Inhibitoren (Wirkstoffe Alogliptin, Linagliptin, Saxagliptin, Sitagliptin und Vildagliptin) ausgewertet und den Nutzen fr Diabetespatienten festgestellt. Auch auf den Jahrestagungen der Amerikanischen Diabetesgesellschaft (ADA) im Juni 2013 und der Europischen Diabetesgesellschaft (EASD) jetzt im September wurden weitere Studien vorgestellt und diskutiert, die dies belegen.

Das Institut fr Qualitt und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das der G-BA im Rahmen des AMNOG mit einer Nutzenbewertung als mgliche Entscheidungsvorlage beauftragt hatte, sieht fr die DPP-4-Inhibitoren nur in einer sehr speziellen Situation einen geringen Zusatznutzen: Dieser wird ausschlielich fr den Stoff Sitagliptin fr das Therapieziel normnahe Blutzuckereinstellung in der freien Kombination als Zusatzmedikation zu Metformin gegenber der Vergleichstherapie Metformin plus Sulfonylharnstoff anerkannt. Die DDG sieht in der Bewertung des IQWiG Mngel, die sie auch schon in einer offiziellen Stellungnahme[1] und einer Pressemeldung[2] im Juli 2013 zum Ausdruck gebracht hat. Die Methoden der Arbeitsweise des IQWiG wurden darber hinaus in einer weiteren Stellungnahme von fnf groen internistischen Fachgesellschaften kritisiert[3].

Aus Sicht der DDG wre es wnschenswert, wenn der G-BA am 1. Oktober 2013 zu einer anderen Einschtzung als das IQWiG kme, damit vor allem die Diabetespatienten in Deutschland, die durch Unterzuckerungen besonders gefhrdet sind, weiterhin die Mglichkeit haben, von dieser international anerkannten Therapie zu profitieren. Die DDG betont in diesem Zusammenhang, dass wissenschaftliche Argumente nicht durch berlegungen zur Kosteneinsparung im Gesundheitswesen beiseitegeschoben werden drfen.

zuletzt bearbeitet: 26.09.2013 nach oben

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