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Herzinsuffizienz bei Diabetes zu wenig beachtet

Relevanz bei der Therapiewahl

Aktuelle Studien vorgestellt und kommentiert von Prof. Helmut Schatz

Die Herzinsuffizienz ist bei Diabetespatienten eine hufigere Folgeerkrankung als die koronaren und cerebrovaskulren Komplikationen. Sie wird zu wenig beachtet, auch nicht bei der Therapiewahl.

Die Amerikanische Arzneibehrde FDA fordert bei ihren kardio- cerebrovaskulren Sicherheitsstudien fr neue Antidiabetika als Endpunkte die kardiovaskulre Mortalitt, Herzinfarkt und Schlaganfall und an zweiter Stelle Hospitalisierungen aufgrund von Koronarereignissen wie instabiler Angina pectoris und Notfall-Revaskularisierungen ("MACE's oder MACCE's"), nicht aber Daten ber die Herzinsuffizienz. Nun zeigte sich in der SAVOR-TIMI53-Studie mit Saxagliptin eine signifikante Zunahme der Krankenhausaufnahmen (3.5 % vs. 2.8 % bei Plazebo, p=0.007), ebenso tendenziell auch bei einer post-hoc-Analyse der EXAMINE-Studie mit Alogliptin. Ursache dafr war eine Herzinsuffizienz. Galt diese schon als Kontraindikation fr Glitazone, so spricht jetzt einiges dafr, bei Herzinsuffizienz mit DPP-4-Hemmern zurckhaltend zu sein. Zumindest sollte an sie gedacht werden.

Kommentar

J.J. MacMurray aus Glasgow sagte in der Sitzung am 26.09.2013: "We need to make heart failure a much more prominent component of our clinical trials and major journals?.must not publish cardiovascular (cv.) outcome trials which do not mention heart failure as one of the most important cv. complication of diabetes". Er wolle in seinem Vortrag demonstrieren, dass die Herzinsuffizienz…. "is a much more disabling cv. outcome disorder than myocardial infarction and even stroke". Der Kardiologe D. MacGuire aus Dallas sagte, er htte die Herzinsuffizienz-Problematik auch erst spt erkannt, weil er "a myopic focus on atherosclerosis for far too long" gehabt htte. Schliesslich besprach der Diabetologe B. Fisher aus Glasgow die derzeit verfgbaren Antidiabetika-Therapien. Bezglich der Herzinsuffizienz sei nur Metformin als sicher einzustufen.

Die frhere Kontraindikation "Herzinsuffizienz" gelte nicht mehr. Glitazone schieden aus, hinter die anderen sei ein Fragezeichen zu setzen. Dies treffe insbesondere auch fr die DPP-4-Hemmer zu, solange nicht neue Daten vorlgen. Zur Frage des Wirkmechanismus zeigte er eine Tabelle, wie viele andere Enzyme die DPP-4-Hemmer beeinflussen knnen, etwa GIP und PYY, aber auch BNP. Zum Abschluss der parallelen Sitzung ber die SAVOR-Timi53- und EXAMINE-Studie unterstrich N. Sattar, UK als studienunabhngiger Kommentator, dass DPP-4-Hemmer wohl als Substanzklasse zur Zeit vorsichtig eingesetzt werden sollten und die Herzinsuffizienz zu beachten sei.

Literatur

  • EASD/ESC Symposium: Heart failure and diabetes: a deadly intersection. September 26, 2013, 49th EASD Congress, Barcelona 2013

  • B.M. Scirica et al.: N. Engl. J. Med. 2013, online first. http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1307684

  • W.B. White et al.: N. Engl. J. Med. 2013, online first. http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1305889

  • Symposium: DPP-4 inhibitors and CVD. September 26, 2013, 49th EASD Congress, Barcelona 2013

zuletzt bearbeitet: 27.09.2013 nach oben

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