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Typ-2-Diabetes und Genotypen

Neue Assoziationen von Genen und Stoffwechselmarkern identifiziert

In zwei umfassenden Studien haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums Mnchen (HMGU), der Ludwig-Maximilians-Universitt Mnchen (LMU) und der Technischen Universitt Mnchen (TUM) neue Zusammenhnge zwischen dem Vorliegen bestimmter mit Typ-2-Diabetes assoziierter Genotypen und vernderten Konzentrationen von Stoffwechselprodukten aufgedeckt. Damit leistet die gemeinsame Forschungskooperation "Virtual Institute Diabetes" (VID) einen wichtigen Beitrag zur Aufklrung der genetischen und molekularen Grundlagen der Volkskrankheit Diabetes. Die Ergebnisse wurden in den Fachzeitschriften 'PLOS ONE' und 'Metabolomics' verffentlicht.

Fr die Untersuchungen wurden innerhalb der bevlkerungsbasierten Kohortenstudie KORA Teilnehmer rekrutiert, die Risikogenvarianten fr einen Diabetes aufweisen ohne einen diagnostizierten Diabetes zu haben, sowie Teilnehmer ohne erhhtes Diabetesrisiko. Alle Probanden wurden einer Stoffwechselbelastung ausgesetzt. Die Nahrungsbestandteile, v. a. Zucker und Fette, wurden entweder oral oder ber die Venen (intravens) zugefhrt. Anschlieend bestimmten die Wissenschaftler in Blutproben der Teilnehmer die Konzentrationen von 163 Stoffwechselprodukten. Damit haben die Teams um Prof. Dr. Thomas Illig (HMGU) und Dr. Harald Grallert (HMGU), Prof. Dr. Jochen Seiler (LMU) sowie Prof. Dr. Hans Hauner (TUM) und Dr. Helmut Laumen (TUM) erstmalig eine umfassende Charakterisierung der Stoffwechselleistung in Bezug zu den jeweiligen Genotypen geliefert.

Es zeigte sich, dass die Konzentrationen der erfassten Substanzen ein bestimmtes metabolomisches Reaktionsmuster darstellen, das abhngig vom jeweiligen Genotyp unterschiedlich ausfllt. Insbesondere fr den TCF7L2-Genotyp, der mit einem erhhten Risiko fr Typ-2-Diabetes assoziiert ist, konnten spezifische metabolische Effekte nachgewiesen werden. "Bestimmte Risikogenvarianten fr einen Typ-2-Diabetes sind uns bekannt. Weitgehend unverstanden sind allerdings die urschlichen Mechanismen auf dem Weg hin zu dieser Erkrankung. Mit unseren Ergebnissen helfen wir, die Lcke zwischen krankheitsassoziierten Genen einerseits und der Entwicklung eines Diabetes andererseits zu schlieen. Eine typisch vernderte Stoffwechselleistung kann frhe Hinweise auf eine Diabetes-Erkrankung liefern", erklren Simone Wahl vom HMGU und Cornelia Then von der LMU, Erstautorinnen der beiden Publikationen.

Derzeit untersuchen die Wissenschaftler Stoffwechselreaktionen in weiteren Genotypen. Ziel ist es, die Grundlagenforschung zu der Volkskrankheit Diabetes voranzutreiben und das erworbene Wissen in die aus dem VID entstandenen klinischen Kooperationsgruppen einzubringen, um den Wissenstransfer zwischen Labor und Krankenbett zu frdern.

Weitere Informationen

KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) Seit ber 20 Jahren wird in der international bekannten KORA-Studie die Gesundheit tausender Brger aus dem Raum Augsburg untersucht, um die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu erforschen. Kernthemen der KORA-Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u. a. Rauchen, Ernhrung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u. a. Luftverschmutzung, Lrm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht (www.helmholtz-muenchen.de/kora).

Das Helmholtz Zentrum Mnchen verfolgt als deutsches Forschungszentrum fr Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin fr die Diagnose, Therapie und Prvention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafr untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Mnchens. Das Helmholtz Zentrum Mnchen beschftigt rund 2.000 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 34.000 Beschftigten angehren. Das Helmholtz Zentrum Mnchen ist Partner im Deutschen Zentrum fr Diabetesforschung e.V. www.helmholtz-muenchen.de.

Das Deutsche Zentrum fr Diabetesforschung e.V. bndelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Mitglieder des Verbunds sind das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Dsseldorf, das Deutsche Institut fr Ernhrungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrcke, das Helmholtz Zentrum Mnchen - Deutsches Forschungszentrum fr Gesundheit und Umwelt, die Paul Langerhans Institute des Carl Gustav Carus Universittsklinikums Dresden und der Eberhard-Karls-Universitt Tbingen sowie die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Ziel des DZD ist es, ber einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Diabetesforschung zu finden und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Prvention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten.

Die LMU ist eine der fhrenden Universitten in Europa mit einer ber 500-jhrigen Tradition. Sie bietet ein breites Spektrum aller Wissensgebiete - die ideale Basis fr hervorragende Forschung und ein anspruchsvolles Lehrangebot. Es reicht von den Geistes- und Kultur- ber Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis hin zur Medizin und den Naturwissenschaften. 14 Prozent der 50.000 Studierenden kommen aus dem Ausland - aus insgesamt 125 Nationen. Das Know-how und die Kreativitt der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bilden die Grundlage fr die herausragende Forschungsbilanz der Universitt. Der Erfolg der LMU in der Exzellenzinitiative, einem deutschlandweiten Wettbewerb zur Strkung der universitren Spitzenforschung, dokumentiert eindrucksvoll die Forschungsstrke der Mnchener Universitt. www.lmu.de

Die Technische Universitt Mnchen (TUM) ist mit rund 500 Professorinnen und Professoren, 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 35.000 Studierenden eine der fhrenden technischen Universitten Europas. Ihre Schwerpunktfelder sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Nach zahlreichen Auszeichnungen wurde sie 2006 und 2012 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Exzellenzuniversitt gewhlt. In nationalen und internationalen Vergleichsstudien rangiert die TUM jeweils unter den besten Universitten Deutschlands. Die TUM ist dem Leitbild einer forschungsstarken, unternehmerischen Universitt verpflichtet. Weltweit ist die TUM mit einem Campus in Singapur sowie Niederlassungen in Peking (China), Brssel (Belgien), Kairo (gypten), Mumbai (Indien) und So Paulo (Brasilien) vertreten. www.tum.de

Original-Publikationen

Then, C. et al. (2013). Plasma metabolomics reveal alterations of sphingo- and glycerophospholipids levels in non-diabetic carriers of the transcription factor 7-like 2 polymorphism rs7903146, PLOS ONE, doi:10.1371/journal.pone.0078430.

Wahl, S. et al. (2013), Comparative analysis of plasma metabolomics response to metabolic challenge tests in healthy subjects and influence of the FTO obesity risk allele, Metabolomics, doi 10.1007/s11306-013-0586-x.

zuletzt bearbeitet: 26.10.2013 nach oben

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