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Der nationale Diabetesplan gehört in die Koalitionsverhandlungen

Neuer Kurs für die 18. Legislaturperiode

In den kommenden Wochen wird ausgehandelt, wie und mit welchen politischen Schwerpunkten Deutschland in den kommenden vier Jahren regiert wird. Vollkommen unklar ist, welchen Weg die neue Regierung in den Bereichen Prvention nichtbertragbarer Krankheiten, insbesondere des Diabetes, seiner Frherkennung und seiner Versorgung einschlagen wird. Die Diabetesverbnde sind sich einig: Ein "Weiter so" darf es nicht geben.

Zunehmende Diabeteserkrankungen, eine hohe Dunkelziffer an unerkannten Diabetesfllen, begrenzte Ressourcen bei steigenden Kosten durch mehr Patienten - Diabetes einzudmmen ist eine prioritre gesundheitspolitische Aufgabe in der neuen Legislaturperiode. Ausdruck einer fehlgesteuerten Gesundheits- und Sozialpolitik ist es auch, den Wirtschaftlichkeitsbegriff nur auf neue Medikamente anzuwenden. Denn wenn eine wirksame Prvention fehlt, fhren Fehlzeiten und vorzeitige Verrentungen nur zu einer Verlagerung der Kostenlast fr die Gemeinschaft in andere Politikbereiche.

"Der beste Weg, die Diabeteswelle aufzuhalten, ist, sie zu verhindern. Deshalb ist die Verankerung des Diabetes in einem neuen Prventionsgesetz, das auch verhltnisprventiv ausgerichtet sein muss, vordringlich. Dies allein reicht jedoch nicht aus, denn fr die neue Legislaturperiode stellt sich die Aufgabe, die Diabetes-Frherkennung strukturiert anzugehen, Versorgungsforschung voranzutreiben, und die Versorgung des Diabetes ber alle Ebenen - Hausarztpraxis, diabetologische Schwerpunktpraxis und Klinik - strukturiert zu vernetzen. Darber hinaus muss auch das Selbstmanagement der Patienten und die Selbsthilfe gestrkt werden. Dieser Herausforderung durch die Volkskrankheit Diabetes kann die neue Koalition nur durch ein konzertiertes Vorgehen mit Hilfe eines nationalen Diabetesplans begegnen", so Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe.

"Neben einer nationalen Diabetesstrategie bentigen wir zur Umsetzung ein Netz von qualifizierten, interdisziplinren und transsektoralen Einrichtungen, die den Patienten durch die gesamte Versorgungskette abgestimmt begleiten und so auch kosteneffizienter arbeiten knnten. Groe Sorge bereitet uns daher auch die abnehmende Zahl diabetologischer Lehrsthle in Deutschland: Die Patientenversorgung ist bereits mittelfristig gefhrdet. Wir bentigen jetzt die Sicherstellung einer fundierten diabetologischen Ausbildung in Klinik und Praxis", fordert PD Dr. Erhard Siegel, Prsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

"Diabetes ist eine chronische Erkrankung und begleitet als solche Betroffene und deren Angehrige ein Leben lang", erklrt Elisabeth Schnellbcher, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD). Ein- oder zweimalige standardisierte Gruppenschulungen knnten der jeweiligen individuellen Lebenssituation und ihrem Wandel ber Jahre und Jahrzehnte nicht ausreichend gerecht werden.

Wichtig erscheine kontinuierlich modifizierende und sttzende Begleitung des einzelnen Betroffenen und seines Umfeldes, um langfristigen Erfolg und damit auch Kostenentlastung zu erreichen, so Schnellbcher weiter. Dieser wichtigen Aufgabe wrden qualifizierte Diabetesberater/innen und Diabetesassistenten/ innen in sehr guter Weise gerecht. Leider stnden fr entsprechend fortwhrende und langfristige Beratungsmanahmen derzeit keine Gelder zur Verfgung. "Unabhngig von Wohl der Patienten und ihrer Angehrigen kann durch berdauernde Verhaltensmodifikation eine Kostensenkung erreicht werden, die sicher auch zu einer Entlastung der Sozialversicherungssysteme beitragen wird", fhrt Schnellbcher aus.

"Bisher werden politische Entscheidungen ber die Verordnungsfhigkeit von Arznei- und Hilfsmitteln ber die Kpfe der Betroffenen-Vertreter hinweg entschieden - ausschlielich von medizinischen Leistungserbringern, Kostentrgern und der Politik. Die tgliche Lebensqualitt fr uns Patienten wird nicht oder nur unzureichend bercksichtigt - deshalb fordern wir: Mitbestimmungsrecht muss Patientenrecht werden!" so Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der bundesweiten und unabhngigen Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M).

zuletzt bearbeitet: 05.11.2013 nach oben

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