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Typ-2-Diabetes individuell vorbeugen

Bei "Hochrisikopersonen" reicht Lebensstiländerung nicht aus

Professor Dr. med. Andreas Fritsche Jedes Jahr sterben weltweit 36 Millionen Menschen an nicht-ansteckenden Erkrankungen, zu denen neben Diabetes unter anderem Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zhlen. Sie haben gemeinsame Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Fehl- und berernhrung, welche zu bergewicht und Insulinresistenz fhren. Amerikanische, finnische und deutsche Studien haben gezeigt, dass Lebensstilnderungen mit mehr krperlicher Bewegung und einer gesnderen Ernhrung erfolgreich die Erkrankungsraten senken knnen. Diese Manahmen wirken jedoch nicht bei sogenannten "Hochrisikopersonen". Die Ursachen hierfr und welche individuell vorbeugenden Schritte diese Menschen bentigen, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz der 7. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 15. bis 16. November 2013 im ICC Berlin.

Mehrere internationale Studien haben gezeigt: Lebensstilmanahmen knnen fast die Hlfte aller neuen Diabeteserkrankungen in den ersten Jahren verhindern "Daraus wird jedoch allgemein gefolgert, dass man mit einer gesnderen Lebensweise Diabetes populationsbezogen verhindern kann", sagt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Vorstandsmitglied und Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Leiter der Abteilung "Prvention und Therapie des Typ-2-Diabetes" am Institut fr Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen am Universittsklinikum Tbingen. "So entsteht der Eindruck, Diabetes-Erkrankungen seien ausschlielich ein Problem der 'Non-Compliance' und der Prventionsverweigerung."

Menschen mit Diabetes Typ 2 wird hufig unterstellt, sie seien somit selbst schuld an ihrer Erkrankung. Auerdem suggeriert dies, dass eine medikamentse Therapie bei Diabetes Typ 2 gar nicht mehr ntig ist, wenn Betroffene nur genug bergewicht abbauen, sich mehr bewegen und anders essen. "Diabetes wird damit ausschlielich zu einer Lifestyle-Erkrankung erklrt", warnt Professor Fritsche. Menschen mit Diabetes seien jedoch auf rztliche Behandlung angewiesen, zu der ab einem hheren Stadium der Erkrankung in der Regel eine medikamentse Therapie gehre. Darber hinaus tragen bestimmte Menschen unabhngig von ihrem Lebensstil ein besonders hohes Risiko fr Diabetes und sprechen gleichzeitig nicht auf die herkmmliche Diabetesprvention an.

"Prventionsanbieter und rzte mssen sich mehr diesen mit hohem Risiko und Krankheitslast geschlagenen Menschen zuwenden", fordert Professor Fritsche. Sie bentigen Vorbeugungsmanahmen, die ihre individuellen Krankheitsmechanismen spezifisch ansprechen: "Der schlanke Mensch mit Prdiabetes braucht eine andere Prvention als der bergewichtige. Jemand mit erhhtem Nchternblutzucker braucht andere Manahmen als derjenige mit erhhtem postprandialen Blutzucker. Menschen mit isolierter Insulinresistenz brauchen wiederum andere Manahmen als jene mit isolierter Insulinsekretionsstrung oder mit erhhtem Leberfett", fasst Professor Fritsche zusammen. Wie diese Hochrisikopersonen identifiziert und auf sie zugeschnittene Vorbeugungsmanahmen entwickelt werden knnen, ist eines der Themen, die die Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft auf der Pressekonferenz im Rahmen der 7. Diabetes Herbsttagung am Freitag, dem 15. November 2013 in Berlin errtern.

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Andreas Fritsche
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 08.11.2013 nach oben

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