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Wirkmechanismus von Statinen bei entzündlichen Prozessen aufgedeckt

Anwendungsbereich von Statinen könnte gezielt auf entzündungshemmende Therapieformen ausgedehnt werden

Statine werden hufig eingesetzt, um einen erhhten Cholesterinspiegel zu senken. Die Arzneistoffe tragen aber auch dazu bei, entzndliche Prozesse bei Krankheiten wie Atherosklerose und Typ-2-Diabetes einzudmmen. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universitt Mainz (JGU) haben nun herausgefunden, wie Statine ihre positive entzndungshemmende Wirkung entfalten. Demnach stimulieren Statine die Produktion einer lslichen Form des Proteins Receptor for Advanced Glycation End Products (RAGE).

"Der Level von lslichem RAGE wird durch die Spaltung von membranstndigem RAGE erhht. Dadurch wird die Menge von membranstndigem RAGE und damit auch dessen entzndungsfrdernde Wirkung verringert", teilte Dr. Elzbieta Kojro vom Institut fr Pharmazie und Biochemie - Therapeutische Lebenswissenschaften der JGU mit. Da Statine schon seit Jahrzehnten als nebenwirkungsarme Cholesterinsenker in Gebrauch sind, knnte deren Anwendungsbereich nun gezielt auch auf entzndungshemmende Therapieformen bei anderen Erkrankungen wie Atherosklerose und Diabetes ausgedehnt werden.

Die gnstigen Auswirkungen einer Statin-Therapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atherosklerose und Diabetes sind gut bekannt. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung dieser Krankheiten spielt das membranstndige Protein Receptor for Advanced Glycation End Products. Glykierte Proteine (AGEs) koppeln an diesen Rezeptor an und aktivieren ihn. AGEs werden im Krper durch eine Verknpfung von reduzierenden Zuckermoleklen und Proteinen erzeugt. Bei Diabetikern ist der Blutzuckerspiegel erhht, wodurch es zu einer vermehrten Bildung von AGEs kommt.

Die Aktivierung von membranstndigem RAGE wird durch lsliche Formen dieses Rezeptors moduliert. Lsliches RAGE kann zum einen Liganden abfangen und damit neutralisieren und zum anderen auch durch Wechselwirkung mit membranstndigem RAGE dessen Aktivierung verhindern. Im Blut zirkulieren zwei lsliche Formen von RAGE, die entweder durch alternatives Spleien (esRAGE) oder durch eine proteolytische Spaltung von membranstndigem RAGE (sRAGE) durch Metalloproteinasen erzeugt werden.

Die Arbeitsgruppe von Elzbieta Kojro untersuchte nun, ob zwischen Statinwirkung und sRAGE-Produktion ein Zusammenhang besteht. In Zellkulturexperimenten konnten die Biochemiker zunchst zeigen, dass ein Cholesterinentzug die Menge an sRAGE stark erhht. In einem weiteren Schritt entdeckten die Wissenschaftler, dass Statine die Freisetzung von sRAGE ber die Metalloproteinase ADAM10 induzieren. "Des Weiteren beobachteten wir, dass Statine schon in therapeutisch relevanter, niedriger Konzentration effektiv die sRAGE-Freisetzung stimulieren", so Kojro.

Da die Freisetzung von sRAGE durch eine Spaltung von membranstndigem RAGE erfolgt, wird hierbei die Menge an membranstndigem RAGE verringert und somit dessen entzndungsfrdernde Aktivitt erniedrigt. Das Forschungsergebnis beschreibt auf molekularer Ebene erstmalig einen Mechanismus, der die entzndungshemmenden Eigenschaften von Statinen erklrt.

Quelle: Patricia Quade-Lyssy et al. Statins stimulate the production of a soluble form of the receptor for advanced glycation end products The Journal of Lipid Research, November 2013 DOI: 10.1194/jlr.M038968

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 10.12.2013 nach oben

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