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Typ-1-Diabetes

Keine Angst vor Diabetes in KiTa und Schule

Phil mit Rucksack Kindergarten- und Schulkinder, die an Diabetes erkrankt sind, bentigen Untersttzung in ihrem Alltag. Sie sind noch zu jung, um allein ihren Blutzucker zu messen, das bentigte Insulin abhngig von der Mahlzeit zu dosieren und zu spritzen. Dabei helfen kann ihnen das Kindergarten- und Schulpersonal. Die notwendigen umfangreichen Kenntnisse ber den Typ-1-Diabetes und seine Behandlung vermittelt ein neues Schulungsprogramm, das der Patientenverband DBW Diabetiker Baden-Wrttemberg e.V. jetzt neu entwickelt hat. Einen zentralen Anteil an der Schulung haben die schulrechtlichen Aspekte des Diabetes. Das Projekt wird vom Kultusministerium befrwortet und von der IKK classic untersttzt.

Tom ist acht Jahre alt und hat schon seit drei Jahren Diabetes. Der Zweitklssler bedient seine Insulinpumpe und sein Blutzuckermessgert selbstndig. Nur die Interpretation der vom Messgert angezeigten zwei- oder dreistelligen Zahlen berfordert seine Rechenknste. Die Eltern bitten deshalb die Klassenlehrerin um Untersttzung. Doch diese lehnt ab: "Die Verantwortung ist mir zu gro." Solche ngste gar nicht erst aufkommen zu lassen bzw. abzubauen ist wesentliches Ziel der neuen Fortbildung. Reiner Hub, Projektleiter bei DBW, erklrt dazu: "Die Fortbildung vermittelt das ntige Wissen ber die Behandlung des Diabetes. Wir erklren auch, dass niemand bei der Untersttzung eines Kindes mit rechtlichen Problemen rechnen muss."

Die vierjhrige Sina ist neu an Diabetes erkrankt. Anders als Tom ist sie noch zu klein, um sich selbst den Blutzucker zu messen und Insulin zu spritzen. Die Leiterin des Kindergartens erklrt sich bereit, diese Aufgaben im Auftrag der Eltern zu bernehmen - schweren Herzens und unter der Bedingung, eine Schulung machen zu knnen: "Ich mache das nur, damit der Kindergartenbetrieb nicht gestrt wird durch mehrmals tglich stattfindende Besuche eines Pflegedienstes."

Die Fortbildung wird ihr das ntige Wissen vermitteln, wie man mit Blutzuckermessgert und Insulinpumpe umgeht und wie die Hhe der Insulindosis aus dem Blutzuckerwert und dem bevorstehenden Vesper berechnet wird.

Der 17jhrige Ralf hat sich im Sportunterricht strker verausgabt als geplant. Deshalb nimmt in der nachfolgenden Englischstunde sein Blutzuckerwert, ohne dass er es bemerkt, so stark ab, dass er bewusstlos von seinem Stuhl kippt. Sein Lehrer hat bereits an der Fortbildung teilgenommen und wei, dass er jetzt den Notarzt rufen und parallel dazu das im Khlschrank im Sekretariat deponierte Glukagon spritzen muss. Die Angst, etwas falsch zu machen, hat ihm die Fortbildung genommen. Warum wird in Kindergrten und Schulen immer noch so zurckhaltend auf die Diabeteserkrankung eines Kindes reagiert? "Auch wenn Diabetes eine weit verbreitete Erkrankung ist, so ist dennoch der bei Kindern anzutreffende Typ-1-Diabetes weitgehend unbekannt. Deutschlandweit gibt es gerade 17.000 an Diabetes Typ 1 erkrankte Kinder unter 14 Jahren, sodass auf ca. 400 gesunde Kinder bis 14 Jahre nur ein Kind mit Diabetes kommt. Im Kindergarten und in der Grundschule ist die Hufigkeit altersbedingt noch geringer. Deshalb sind Fortbildungen fr Kindergrten und Schulen so wichtig.", erlutert Reiner Hub die vielfach anzutreffende Unkenntnis zum Typ-1-Diabetes und die Absicht seines Projekts.

Die Krankenversicherung IKK classic untersttzt das Fortbildungsprojekt des DBW. Marketingleiter Jrgen Mller: "Die IKK classic als Familienkasse mchte die wichtigsten Kontaktpersonen in der Lebenswelt der erkrankten Kinder fr Diabetes 1 sensibilisieren und im Umgang mit der chronischen Krankheit strken. Gerade jngere Schulkinder sollen durch ein mglichst optimales Schulumfeld mit der Krankheit besser leben lernen und gern in die Schule gehen. Das Programm DIAschulisch des Diabetikerverbandes Baden-Wrttemberg bietet dazu die ideale Grundlage und trgt wesentlich zu dem notwendigen gesunden Schulklima bei."

Die Fortbildung ist kostenlos. Die Referenten kommen nach Terminvereinbarung in die Kindertagessttte oder in die Schule und informieren unter Mitwirkung der Eltern ber Typ-1-Diabetes und seine Behandlung, gehen auf schulrechtliche Fragen ein und geben Tipps fr den Alltag mit Diabetes in Kindergarten oder Schule. Schon die ersten im Jahr 2016 durchgefhrten Fortbildungen wurden sowohl von den fortgebildeten Lehrkrften und Erzieherinnen wie auch den beteiligten Eltern sehr gut aufgenommen. Wnschen Eltern, Kindertagessttten oder Schulen weitere Informationen zu diesem Projekt oder wollen eine Diabetesschulung anmelden, knnen sie sich an die Geschftsstelle des DBW wenden (Tel. 0721-68078640, E-Mail: info@diabetiker-bw.de, www.diabetiker-bw.de/diaschulisch).

Bildunterschrift: Phil mit Rucksack
Bildquelle: DBW Diabetiker Baden-Wrttemberg e.V.
Foto: privat

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zuletzt bearbeitet: 20.01.2017 nach oben

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