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Weltnierentag 2017

Übergewicht und Diabetes gehen an die Nieren!

Am 09. Mrz ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prvention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind ber 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation - angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundstzlich jeden treffen, besonders gefhrdet sind allerdings Menschen mit bergewicht. Die Zahl der durch bergewicht verursachten Nierengewebsschden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

bergewicht (BMI > 25) ist nicht nur ein Risikofaktor fr Herzkreislauferkrankungen, sondern geht auch an die Nieren. Seit langem ist bereits ein indirekter Zusammenhang bekannt: bergewichtige Menschen leiden oft unter Bluthochdruck - und der schdigt die feinen Blutgefe in den Nieren, welche die Giftstoffe aus unserem Krper filtern. Die Funktion der Nieren nimmt dann stetig ab, bis die Betroffenen auf eine Nierenersatztherapie angewiesen sind. Allein bei einem Drittel aller Dialysepatienten ist die Nierenerkrankung auf Bluthochdruck zurckzufhren. Zudem entwickeln bergewichtige Menschen hufig einen Diabetes mellitus. Diese Stoffwechselstrung zieht wiederum oft eine chronische Nierenkrankheit nach sich. Etwa 30 - 40 % der Diabetiker weisen Nierenschden auf. Jedes Jahr werden mehr als 2.000 Patienten in Folge von Diabetes mellitus dialysepflichtig.[1]

Seit einigen Jahren ist nun aber bekannt, dass Fettleibigkeit die Nieren auch ganz direkt schdigt. Das Fettgewebe sondert verschiedene Peptidhormone wie Adiponectin, Leptin und Resistin ab, die zu Inflammation und oxidativem Stress fhren, den Fettstoffwechsel negativ beeinflussen und erhhte Insulinspiegel, oft auch eine Insulinresistenz nach sich ziehen. Diese Mechanismen fhren zu krankhaften Vernderungen des Nierengewebes (sogenannten Glomerulopathien) und in Folge zu einer Abnahme der Nierenfunktion. Wie eine aktuelle Publikation in "Kidney International"[2] berichtet, hat sich der Zahl der durch bergewicht verursachten Glomerulopathien seit 1986 verzehnfacht.

"Das gibt uns Anlass zur Sorge", erklrt Prof. Dr. med. Mark Dominik Alscher, Stuttgart, Prsident der Deutschen Gesellschaft fr Nephrologie (DGfN), "denn es ist bekannt, dass bergewicht im wahrsten Sinnen des Wortes ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft ist. Die Menschen werden immer dicker, auch die Anzahl fettleibiger Kinder und Jugendlicher ist gestiegen. Um keine Explosion der Dialysezahlen zu erleben, mssen wir unsere Prventionsbemhungen weiter verstrken". Zum einen msse die ffentlichkeit fr dieses Problem sensibilisiert und die Bevlkerung zu einem gesnderen Lebensstil motiviert werden, zum anderen mssten aber auch nephrologische Frherkennungsmanahmen intensiviert werden. Denn wenn eine chronische Nierenerkrankung rechtzeitig erkannt wird, kann ihr Fortschreiten medikaments verlangsamt und die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie oft ber Jahre hinausgezgert werden.

Auf die Frage, warum die Dialysezahlen trotz des Anstiegs bergewichtiger Menschen in den vergangenen Jahrzehnten dennoch stabil geblieben sind, antwortet DGfN-Pressesprecher, Prof. Dr. med. Jan Galle, Ldenscheid: "Das hat im Wesentlichen drei Grnde. Zum einen ist jetzt die Kriegs- und Nachkriegsgeneration im "Dialysealter" - und in dieser war das Problem der Fettleibigkeit oft nicht so ausgeprgt, zudem ist sie auch rein zahlenmig geringer als die Generation der "Baby Boomer". Zum zweiten erreichen viele Patienten das "Endstadium" Dialyse nicht, sondern versterben vorzeitig an Herz- und Geferkrankungen - unsere Dialysepatienten sind also die "Surviver". Der dritte Grund fr die stabile Zahl an Dialysepatienten aber ist, dass sich die Frherkennung der chronischen Nierenerkrankung im vergangenen Jahrzehnt deutlich verbessert hat. Die Hausrzte betreuen Patienten mit leicht eingeschrnkter Nierenfunktion kompetent und berweisen Risikopatienten, die einer fachrztlichen Betreuung bedrfen, rechtzeitig zum Nephrologen." So habe beispielsweise auch das "Disease Management Programm Diabetes" dafr gesorgt, dass die Nierenfunktion von Diabetikern, einer Hauptrisikogruppe fr Nierenerkrankungen, regelmig berprft wird.

"Dieses Erfolgsrezept gilt es weiterzufhren", ergnzt Prof. Alscher. "Regelmige Kontrollen der Nierenfunktion sollten nicht nur bei Diabetikern und lteren Menschen, sondern auch engmaschig bei allen Patienten mit Bluthochdruck oder bergewicht durchgefhrt werden!" Wichtigste vorbeugende Manahme bleibt natrlich, sein Krpergewicht in den Normalbereich zu bringen - und langfristig zu halten.

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zuletzt bearbeitet: 04.02.2017 nach oben

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