Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2017 > 170206b

Harte Schale - gesunder Kern

Darmkrebs: Ernährungswissenschaftler der Uni Jena klären Schutzwirkung von Nüssen auf

Gerstet und gesalzen, gemahlen im Gebck oder frisch geknackt direkt aus der Schale - Wer gerne Nsse verzehrt, fr den haben Ernhrungswissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universitt Jena gute Nachrichten. Nsse, so zeigen ihre aktuellen Studienergebnisse, knnen das Wachstum von Krebszellen im Darm reduzieren.

"Bereits seit lngerem wissen wir, dass Nsse voller Inhaltsstoffe stecken, die gut sind fr das Herz-, Kreislaufsystem, die vor bergewicht schtzen oder Diabetes", sagt Dr. Wiebke Schlrmann. Auch ihre vor Darmkrebs schtzende Wirkung deutet sich bereits in zahlreichen Studien an, so die Ernhrungswissenschaftlerin weiter. "Was wir bislang noch nicht im Detail wussten, ist, worauf die protektive Wirkung von Nssen beruht." Auf diese Frage knnen Dr. Schlrmann und ihre Kollegen vom Lehrstuhl fr Ernhrungstoxikologie der Uni Jena nun konkrete Antworten geben. In einer jngst im Fachmagazin "Molecular Carcinogenesis" verffentlichten Untersuchung legen sie Ergebnisse vor, die die molekularen Mechanismen dieser Schutzwirkung beleuchten (DOI: 10.1002/mc.22606).

Demnach beruht die gesundheitsfrdernde Wirkung von Nssen unter anderem darauf, dass die krpereigene Abwehr zur Entgiftung von reaktiven Sauerstoffspezies aktiviert wird. Solche Substanzen, die beispielsweise durch ultraviolette Strahlung oder verschiedene Chemikalien entstehen, knnen Zellschden verursachen, die zur Krebsentstehung fhren. "Der Krper verfgt aber ber eine ganze Reihe von Schutzmechanismen, die reaktive Sauerstoffspezies unschdlich machen", erlutert Dr. Schlrmann. Diese, so haben die Jenaer Ernhrungswissenschaftler nun gezeigt, werden durch Nsse und ihre Inhaltsstoffe angekurbelt.

Untersucht haben die Forscher die Wirkung von insgesamt fnf verschiedenen Nusssorten: Macadamia-, Hasel- und Walnuss sowie Mandeln und Pistazien. Dazu sind die Nsse knstlich - im Reagenzglas - "verdaut" worden. Die so entstandenen Verdauungsprodukte haben die Wissenschaftler anschlieend auf ihre Wirksamkeit an Zelllinien untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass etwa die Aktivitt der Schutzenzyme Katalase und Superoxiddismutase in den behandelten Zellen ansteigt. Auerdem wird durch die Verdauungsprodukte in den behandelten Krebszellen der sogenannte programmierte Zelltod induziert.

"Diese Wirkung haben wir bei allen untersuchten Nusssorten nachweisen knnen?, unterstreicht Prof. Dr. Michael Glei, der die Studie geleitet hat. In einem nchsten Schritt wollen er und sein Team nun herausfinden, ob diese Schutzwirkung durch das Rsten der Nsse beeintrchtigt wird. Da die meisten der untersuchten Nsse vorwiegend gerstet verzehrt werden, lasse sich davon mglicherweise eine entsprechende Ernhrungsempfehlung ableiten.

Original-Publikation: Schlrmann W et al. Chemopreventive potential of in vitro fermented nuts in LT97 colon adenoma and primary epithelial colon cells. Molecular Carcinogenesis. DOI: 10.1002/mc.22606

zuletzt bearbeitet: 06.02.2017 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Professor Dr. Peter Bottermann

Prof. Peter Bottermann

Weitere Angebote:

Spendenaufruf Ukraine

Hilfeaufruf Ukraine

Diabetes-Portal DiabSite startet Spendenaufruf für Menschen in der Ukraine.