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Das Herz 'riecht' Blutfette

Grundlagenforschung, die auch Menschen mit Diabetes interessieren könnte

Ein bestimmter Riechrezeptor aus der Nase findet sich auch auf der Oberflche von Herzmuskelzellen. Welche Funktion er dort hat und warum das auch Menschen mit Diabetes interessieren knnte, berichtet nun ein deutsches Forscherteam in der Zeitschrift 'Basic Research in Cardiology'.

Unter den verschiedenen Folgeschden, die bei Diabetikern auftreten knnen, kommt der Erkrankung der Herzkranzgefe (koronare Herzkrankheit) und dem Herzinfarkt die grte Bedeutung zu. Die wesentlichen Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Fettstoffwechselstrungen, Rauchen, Alter sowie eine familir gehuft auftretende koronare Herzkrankheit. Kommt dann ein Prdiabetes oder ein manifester Diabetes dazu, verstrkt dies die negativen Auswirkungen der anderen Risikofaktoren auf das Gefsystem.

Eine aktuelle Arbeit zeigt, dass sich Diabetes aber nicht nur auf die Gefe an sich auswirkt, sondern mglicherweise auch direkt die Herzfunktion betrifft. Die Autoren fanden nmlich heraus, dass ein Riechrezeptor der in der Nase vorkommt auch auf Herzmuskelzellen sitzt und dort auf die Herzfunktion einwirkt. In der Nase ist er fr die Wahrnehmung des Geruchs bestimmter Fettsuren zustndig - und eben diese kommen auch vermehrt im Blut von Diabetes-Patientinnen und -Patienten vor (Nonan-/Decansure). Gelangen die Fette nun ber das Blut zum Herzen, binden sie dort ebenfalls an den Rezeptor und dieser verlangsamt dann die Herzfrequenz und die Herzkraft, so die Autoren.

Fr ihre Experimente verwendeten sie Herzmuskelzellen, die sie aus embryonalen Stammzellen und menschlichen Hautzellen hergestellt hatten. Der Duftstoff verminderte die Schlagfrequenz der gezchteten Herzmuskelzellen - und zwar umso strker, je hher die Konzentration des Duftstoffs war. Entfernten die Forscher den Duftstoff, schlugen die "Miniherzen" wieder normal. Zudem untersuchten die Forscher auch Muskelzellen aus explantierten Herzen von Patienten. Aktivierten sie den besagten Rezeptor mit dem Fettsureduft, reduzierte sich die Herzkraft.

Die Autoren spekulieren, dass sich der Effekt fr Diabetiker durch deren hohen Anteil der besagten Fettsuren im Blut negativ auswirken knnte. In der aktuellen Arbeit liegen dazu aber keine Ergebnisse vor. Die Forscher haben nach eigenen Angaben aber bereits einen entsprechenden Wirkstoff in der Entwicklung, der den Effekt blockiert. Dieser knne in Zukunft helfen, die durch die Diabetes-spezifischen Fettsuren erzeugten negativen Wirkungen auf das Herz zu reduzieren.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 27.02.2017 nach oben

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